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Medien und Gesellschaft

Medienethik

Die Medien bemängeln unethisches Verhalten von Politikern oder Akteuren der Wirtschaft, doch müssen sie sich auch an der eigenen Nase fassen. Hier geht es um Ethik in neuen und alten Medien.

Weitere Informationen zum Thema Medienethik

Die Medienethik stellt ein moralisches Konzept dar, das sowohl für Betreiber, Produzenten von Inhalten als auch für Nutzer von Medien und Medieninhalten gelten sollte. Da wir in einem Medienzeitalter leben, in dem es nicht nur zweiseitige Kommunikationsmedien wie Telefon oder Handys gibt, sondern auch eine ganze Reihe von Massenmedien wie Printmedien, Radio, Fernsehen und das Internet, kommt der Medienethik eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu.

Hierbei sollte das moralisches Handeln aller Medienakteure im Vordergrund stehen, um zu vermeiden, dass Manipulation, Korruption, Propaganda aus Eigeninteresse oder dem Interesse eine Gruppe betrieben wird. Auch der ethisch korrekte Umgang mit Personen und brisanten Themen sollte im Vordergrund stehen. Deshalb dürfen Medien niemals zu einer Waffe werden, um wirtschaftliche oder politische Interessen durchzusetzen oder um den Aufstieg und Fall von Menschen zu begünstigen oder gar Rachsucht zu bedienen. Abgesehen davon kann es temporär zu einem moralischen Zerfall der Medienkultur und damit zu einer Verletzung der Medienethik kommen, der von wirtschaftlichen und politischen Krisensituationen wie Diktaturen oder Kriegen ausgelöst werden kann – oder durch den Abbau sozialer Werte in einer Gesellschaft. Jeder Medienschaffende, ob Journalist, Moderator, Fotograf, Kameramann, Blogger u.a. sollte sich von ethischen Maßstäben leiten lassen und nicht von niederen Beweggründen wie Sensationslüsternheit, Profitgier oder Manipulationsgedanken. Als ethischen Normen gelten juristische Grundlagen wie das Grundgesetz, Mediengesetze, Persönlichkeitsrecht, Presserecht, Internetrecht u. v. m, aber auch philosophische Standpunkte wie die Grice’schen Maxime oder in der Publizistik die Qualitätskriterien für Informationsjournalismus. Ferner gibt es Einrichtungen mit empfehlendem Charakter wie den Deutschen Presserat, der bei Verfehlungen sogar Rügen aussprechen kann.

Gerade im Internetzeitalter gewinnt die Medienethik durch die Internetkommunikation, Online-Publikationen und soziale Netzwerke weitere Felder hinzu. Die Medienkommunikation ist heutzutage nicht mehr in erster Linie einseitig vom klassischen Sender zum Empfänger ausgerichtet, da eine Fülle an Interaktionsmöglichkeiten allen Beteiligten eine Form von Mitspracherecht gewährt, das leider allzu häufig durch Hasskommentare, Hassmails, Spamming oder Verbreitung von verwerflichem Gedankengut ausgenutzt wird. Aber auch bei gängigen Massenmedien aus der Vor-Internet-Zeitalter kann die Medienethik unterlaufen werden, indem Akteure beispielsweise betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte überproportional der Informationspflicht und dem Bildungsauftrag voranstellen. Viele Massenmedien sind von politischer Manipulation eingefärbt. Bei der Vermengung von Werbung, PR und Information lässt sich in einigen Fällen der Begriff Korruption nicht vermeiden.

Ein heikles Thema innerhalb der Medienethik ist das der Zensur. Speziell seit den Terroranschlägen vom 11. September sehen viele sogar in westlichen Ländern die Medienfreiheit im Kern als bedroht. Über Verkettung von Medien und Konzernen werden viele Themen aus wirtschaftlichen Interessen und Eigennutz geschönt, Skandale werden mitunter klein gehalten, Enthüllungsjournalismus unter Umständen kriminalisiert. Die Medienethik ist deshalb nur ein Ideal, an das sich die beteiligten Akteure allenfalls annähern können. Da das Internet zu einer neuen Ausgangslage in der Medienwelt geführt hat, muss die Medienethik ihr Koordinatensystem ständig neu ausrichten, um Erscheinungen wie Sexismus, Hasstiraden, Spamming und Datenmissbrauch zu unterbinden oder zumindest einzudämmen. Hilfreich sind in diesem Zusammenhang eine konsequente Netiquette und Gütesiegel für Publikationsplattformen. Zensur sollte im Rahmen der Medienethik nur angewendet werden, um ethisch verwerfliche und kriminelle Publikationen wie ausufernde Hasskommentare, Nazi-Blogger und sexuelle Perversionen zu stoppen oder dementsprechend mit Warnhinweisen oder Kommentaren zu markieren.