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Medien und Gesellschaft

Journalismus

Wieso gibt’s noch keinen Bravo-Starschnitt für Investigativ-Reporter und Whistleblower? Liefern Bots die besseren Storys? Was liken wir – und was lesen wir wirklich? Gemeinsam mit euch wollen wir nach Wegen suchen, Journalismus zukunftsfähig zu machen. Wir stellen euch smarte Apps und Startups vor und diskutieren über digitale Geschäftsmodelle. Denn hey, auch die Lügenpresse muss sehen, wo sie bleibt ...

Weitere Informationen zum Thema Journalismus

Journalismus leitet sich von Journal ab. Ein Journal ist eine Zeitung oder Zeitschrift. Ein Journal schafft also Öffentlichkeit für Meldungen. In einem Journal gibt es neben Nachrichten auch Themen, Meinungen und Debatten. Hinter dem Wort Journal steckt übrigens das lateinische Wort diurnus, deutsch: täglich. Und in der Tat gibt es auf täglicher Basis arbeitende Berichterstatter schon seit dem Römischen Reich. Der Journalismus der Neuzeit geht jedoch auf das 17. Jh. zurück, als in Frankreich die ersten Zeitungen aufkamen.

Der Journalismus ist so wichtig, dass er sogar schon als vierte Gewalt im Staat bezeichnet worden ist. Die öffentliche Meinung wird durch unterschiedliche journalistische Darstellungsformen mitgeprägt. Wer sich für Politik interessiert, sollte sich also auch mit Journalismus beschäftigen. Wer beruflich Journalismus betreibt, ist Journalist beziehungsweise Journalistin. Journalisten kennen sich in den unterschiedlichen theoretischen Auffassungen über dieses Berufsfeld aus. Außerdem beherrschen sie die verschiedenen journalistischen Darstellungsformen.

Unterschiedliche Grundkonzeptionen von Journalismus sind beispielsweise Gonzo-Journalismus und Datenjournalismus. Der Gonzo-Journalismus ist eine extreme Berichterstattungsvariante aus den USA, die auch sehr viele subjektive, autobiografische und fiktive Elemente enthält. Der Datenjournalismus befasst sich hauptsächlich mit maschinenlesbaren Daten, deren Zusammenfassung in Grafiken und nachfolgende Kommentierung. Datenjournalismus ist eines der Nebenprodukte der durch das Internet geschaffenen großen Rechnerkapazitäten. Eine in den 1990er Jahren entstandene Form von Journalismus ist der Ambush-Journalismus. Hier probieren Reporter, besonders aggressiv, unerwartet und forsch auf Politiker zuzugehen, um so überraschende Erkenntnisse zu erhalten.

Um Journalismus zu verstehen, muss man die journalistischen Darstellungsformen kennen. Denn Journalismus ist Form und Inhalt. Um den Inhalt adäquat zu beurteilen, ist Kenntnis der Darstellungsform unbedingt notwendig. Eine Nachricht ist eine knappe und objektive Mitteilung. Bei einer Analyse fließt hingegen mehr Hintergrundwissen ein, das die Nachricht in einen größeren Gesamtzusammenhang stellt. Besonders interessant sind auch Interviews, bei denen die Journalisten lediglich Fragen stellen und ausgesuchte Personen diese beantworten. Oft beziehen sich die bis jetzt genannten objektiven Darstellungsformen zur Übermittlung von Faktenwissen auch auf für Verbraucher relevante Themen, beispielsweise die Vor- und Nachteile von bestimmten Dienstleistungen.

Neben dem Nachrichtenjournalismus gibt es dann auch noch den Meinungsjournalismus. Eine ganze Anzahl von journalistischen Darstellungsformen befasst sich gar nicht mit der Mitteilung von Fakten, sondern hat den Ausdruck von Meinungen zum Ziel. In diese Sparte gehört der Kommentar. Er stammt von einem Journalisten und gibt dessen persönliche Meinung wieder. Ein besonders wichtiger und aktueller Kommentar wird oft groß als Leitartikel in den Vordergrund gestellt und publiziert. Weitere journalistische Darstellungsformen, durch die Meinungen zum Ausdruck kommen, sind die eher humorvollen Glossen und Karikaturen. Kritiken und Rezensionen zu Büchern, Filmen und Veranstaltungen enthalten ebenfalls die Meinung der Verfasser. Neben diesen reinen Darstellungsformen gibt es journalistische Mischformen, zum Beispiel Reportagen und Features, die ein bestimmtes Thema besonders gründlich aufarbeiten und dabei Nachricht, Hintergrundfakten und Meinung vermischen.