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Medien und Gesellschaft

Internet-Geschichte

So jung das Internet auch ist, es hat jetzt schon eine spannende Geschichte. Wie haben Neuentdeckungen das Internet verändert und zu dem gemacht, was es heute ist? Was ist aus Persönlichkeiten des Internets von gestern geworden?

Weitere Informationen zum Thema Internet-Geschichte

Das Internet besteht nicht erst seit dem Web 2.0 aus einer Vielzahl an Geschichten, die seine User schreiben. Und doch ist es interessant sich auch einmal die Internet-Geschichte anzuschauen. Viele Nutzer wissen nicht, dass die Internet-Geschichte bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts zurückreicht und nicht das Spielzeug der jüngsten Generation darstellt. Aus unserer modernen Welt ist das Internet nicht mehr wegzudenken. Weder als Mittel zur Unterhaltung noch als Kommunikations-, Finanz- und Wirtschaftsnetzwerk. Seine Bedeutung erlangte es Schritt für Schritt, nachdem es als Kommunikationssystem vom us-amerikanischen Militär entwickelt wurde.

Das erste bedeutende Datum in der Internet-Geschichte ist der 4. Oktober 1957. An diesem Tag sandte die Sowjetunion den ersten Satelliten „Sputnik 1“ in die Umlaufbahn der Erde. Dieses Ereignis war nicht aufgrund seiner infrastrukturellen Möglichkeiten bedeutend, denn der Satellit führte keine kommunikativen Operationen durch, die das Internet irgendwie ermöglicht hätten. Ausschlaggebend für die Entwicklung computergestützter Kommunikationssysteme war der Sputnikschock, den dieses Ereignis hervorgerufen hatte. Die USA und ihre Verbündeten stellten fest, dass sie nicht mehr die führende Rolle in der Entwicklung von Technologie und Wissenschaft in der Welt für sich alleine beanspruchen konnten. Als Reaktion darauf wurde die „Advanced Research Projects Agency“ mit dem Auftrag militärische Forschungseinrichtungen untereinander zu vernetzen gegründet. Aus ihren Bemühungen ging das ARPAnet hervor. Diese Anfangszeit der Internet-Geschichte ist geprägt von der Vernetzung von Großrechnern und der Suche nach einem geeigneten Protokoll für den Informationsaustausch verschieden gearteter Computer.

Mit der Einführung des Usenet (Unix User Network) wurde eine nächste entscheidende Phase in der Internet-Geschichte eingeleitet. Denn hier konnten sich Nutzer wie auf einem Schwarzen Brett direkt miteinander austauschen, indem Inhalte eines Computers für einen anderen sichtbar gemacht werden konnten. Damit beginnt die Internet-Geschichte der Inhalte, die von seinen Nutzern selbst erdacht und bereitgestellt werden. Das geschah in den 1980er Jahren, die noch weit weg von einer flächendeckenden Versorgung von Internetanschlüssen für private Haushalte standen. Über Anschlüsse ans Netz verfügten an diesem Punkt der Internet-Geschichte hauptsächlich Universitäten. Die Netzkultur der Usenet-Newsgruppen wurde also maßgeblich von denen geprägt, die am Campus wohnhaft waren und neben der technischen Möglichkeit online zu sein auch über die nötige Zeit verfügten, um intensiv Inhalte ins Netz zu stellen. In dieser Phase bildete sich auch die Verwandtschaft des Hackergeistes mit dem Freigeist, der Strebsamkeit und der Einzelgängerattitüde des akademischen Forschers.

Die Wende von der elitären wissenschaftlichen und avantgardistischen Nutzung zum kommerzialisierten Massenbetrieb fand in den 1990er Jahren statt. 1990 wurde das ARPAnet abgeschaltet und die Bereitstellung und Verwaltung des internationalen Datenverkehrs aus der staatlichen Hand an private Unternehmen abgegeben. Damit endete auch die von der National Science Foundation erlassene „Acceptable Use Policy“ und durch die Internetprotokolle durfte Werbung gespielt werden. Das Internet wurde zunehmend gewerblich genutzt und durch Unternehmen mit kommerziellen Interessen weiter ausgebaut. Das hatte einen starken Einschlag auf die im Netz geteilten Inhalte. Anstatt interessebezogener Nutzerinhalte und der Kommunikation von Forschungs- und Verteidigungsanlagen wurde zunehmend die Werbung zum Mittelpunkt zirkulierender Inhalte und die primäre Information veränderte sich zur Illustration oder Beihilfe von Werbezirkulation. Die hohen Einnahmen der Werbetreibenden und die Ansicht, dass es sich beim Internet um einen zentralen und bedeutenden Wirtschaftssektor handle, trieben die weltweite Vernetzung immer weiter voran. Heute sind DSL-Anschlüsse und die Versorgung mit WiFi und mobilem Internet in städtischen Gegenden überall auf der Welt zum Normalfall geworden. Durch Cloud-Computing und vielfältige Endgeräte ist die Vernetzung der Dinge auch ohne Beteiligung des Nutzers permanent. Im Web 2.0 beginnen die Inhalte der Nutzer wieder Vorrang vor den Werbeanzeigen zu bekommen, aber dieser Vorsprung ist nur augenscheinlich. Es sind immer noch die Werbeinhalte, die das Web bewegen und im Mittelpunkt der Zirkulation stehen. Aber auch dieser Zustand könnte nur ein Durchgangspunkt in der Internet-Geschichte sein.