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Medien und Gesellschaft

Bots

Wenn's gut läuft können Ro-BOT-er uns Menschen entlasten und uns monotone Arbeiten abnehmen. Mit Bots funktioniert das auch schon am Computer und im Netz. Roboterjournalismus und komplett automatisch generierte Nachrichten gehen aber schon weit darüber hinaus und wirken auf Manchen bedrohlich.

Weitere Informationen zum Thema Bots

Bots sind eigentlich Robots, davon leitet sich dieses Wort ab. Es handelt sich um Computerprogramme, die weitgehend automatisch im Internet Aufgaben abarbeiten, ohne dass ein Mensch eingreifen muss. Es gibt sehr nützliche Bots wie die Webcrawler der Internet-Suchmaschinen. Dieses besuchen selbstständig Webseiten, folgen dabei den vorhandenen Links und werten die Inhalte der Seiten aus. Sie werden “gutartige“ Bots genannt, weil sie sich an definierte Robot Exclusion Standards halten. Doch diesen stehen etliche “bösartige“ Bots gegenüber, die Spam versenden, E-Mail-Adressen für die Werbung sammeln oder massenhaft und unautorisiert Webinhalte kopieren. Schlimmstenfalls spionieren sie systematisch Softwarelücken von Servern für Hackerangriffe aus oder legen als Botnet auch mal einen Server durch überbordende Anfragen lahm.

Bots können in Computerspielen als computergesteuerte Akteure fungieren. Im Mehrspielermodus übernehmen sie die Rollen von menschlichen Spielern, sie stellen Nicht-Spieler-Charaktere dar. Davon zu unterscheiden ist der Aimbot, der im Actionspiel nicht ein automatisierter Spieler ist, sondern eine Zielhilfe (Cheat), die ein externes Programm bewerkstelligt. Im Internet Relay Chat kontrollieren Bots die Channels, unterhalten sie und halten sie offen. Im Onlinepoker können Pokerbots gegen menschliche Spieler gewinnen. Die Anbieter solcher Spiele versuchen sie natürlich zu identifizieren und untersagen strikt ihren Einsatz. In sozialen Medien können mit Bots automatische Antworten gesetzt werden, bei Twitter sind sie schon relativ bekannt. Ein Social Bot reagiert dort auf spezifische Hashtags, auf die er vorprogrammierte Informationen absetzt. Dieser Bot wird wie ein echter Mensch mit einer Legende inklusive Profil-Foto, Posts und Followern getarnt. Das Ziel ist, über solche Bots Werbung oder auch politische Propaganda zu verbreiten. Es könnte gerade bei Twitter eine große Zahl solcher Bots geben, die den Betreibern des Social Networks vermutlich wenigstens zum Teil auch bekannt sind. Da diese Fake-Accounts aber die Nutzerzahlen erhöhen und das wiederum den Unternehmenswert von Twitter steigert, hat der Kurznachrichtendienst kein Interesse daran, diese Zahlen offenzulegen.

Bots schließen sich oft zu Botnets zusammen, indem sie vernetzte Rechner - teilweise ohne Wissen der Inhaber - nutzen. Die Zahl der Botnets dürfte allein in Deutschland über einer halben Million liegen, täglich sind einige Tausend Botnets aktiv. Nach Stichprobenkontrollen der Initiative botfrei.de könnten unter Umständen 40 % aller Rechner verseucht sein und unbemerkt als Teil eines Botnets fungieren. Die einzelnen Rechner werden von außen gesteuert und versenden beispielsweise Spam-Mails, ohne dass ihr Besitzer das merkt. Verwendungsmöglichkeiten von Botnets sind Angriffe auf externe Opfersysteme, das Verschleiern des Online-Verkehrs (Proxy-Funktion), das Lahmlegen von Servern (zum Beispiel Regierungsservern) mit massenhaften Mails, DDoS- und DRDoS-Attacken, Klickbetrug und natürlich auch das Ausspähen der infizierten Rechner. Dabei können Passwörter abgegriffen werden, mit denen unter Umständen sogar Zugriffe auf Online-Konten möglich werden.

Bots und Botnets liefern die Infrastruktur für Internetkriminalität, deshalb werden sie ständig neu geschaffen und in Umlauf gebracht. Doch eine Verteufelung von Bots an sich wäre nicht hilfreich und auch nicht richtig, denn an sich können diese Programme sehr nützlich sein (siehe oben). Dennoch ist angesichts der vielen bösartigen Bots Vorsicht geboten, zumal sich deren Technik schneller zu entwickeln scheint als die dagegen konzipierten Abwehrprogramme. Auf diese Programme für die Online-Sicherheit sollte dennoch niemand verzichten, weil er sonst den Bots vollkommen hilflos ausgeliefert wäre.