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Ideen und Lösungen

Wie Kühe zu CO2-Senken werden könnten

Daniela Becker
Umweltwissenschaftlerin und Journalistin

"Wie kann die Klimakrise gelöst werden?" ist die Frage, die mich beruflich am meisten beschäftigt. Ich bin Mitglied von RiffReporter, einem Autorenkollektiv und einer Genossenschaft für freien Journalismus.

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Daniela BeckerMittwoch, 29.09.2021

Die Herstellung von Kohle aus Holz und anderer Biomasse (Pflanzenkohle) gilt Experten schon länger als hoffnungsvoller Hebel für Klimaschutz.

Wie das funktioniert hat der Mit-Piqer Ralph Diermann in der NZZ beschrieben:

Biomasse wird in einem Pyrolyseprozess bei Temperaturen von mehreren hundert Grad unter Luftabschluss verschwelt. Die dabei ebenfalls entstehenden Gase und Öle werden jedoch, anders als vor 3000 Jahren, nicht in die Umwelt entlassen, sondern verbrannt. Dabei wird Wärme gewonnen.

Wird die Kohle dann anschließend nicht verbrannt (sonst würde ja CO2 wieder frei), sondern in den Erdboden eingebracht, erzielt man sogenannte „negative Emissionen“.

Das Prinzip ist weitestgehend bekannt. Im Wesentlichen scheitert die Skalierung im Moment daran, dass die Methode „nicht wirtschaftlich ist“.

Neu ist – zumindest mir – die Anwendung eines Schweizer Bauern.

Zeit fürs Mittagessen auf dem Hof von Robert Baumli. Mit seinen kräftigen Händen greift er in einen großen Sack mit zerstückelter Holzkohle. Diese steht auf dem Speiseplan seiner Kühe: «Ich benutze die Holzkohle seit rund 10 Monaten, vor allem für die Gesundheit meiner Tiere. Ihre Verdauung hat sich dramatisch verbessert, ihr Gewicht nimmt schneller zu und ich gebe weniger Geld für den Tierarzt aus», erklärt Baumli.

Die Kühe pupsen weniger = geringere Methanemissionen.

Die Tiere verdauen die Kohle nicht, sondern scheiden sie als Mist auf den Weiden wieder aus. Das sei der zweite, positive Effekt: Die Kühe «düngen» so die Wiesen. «Da Kohle viele Stoffe aufnimmt und langsam wieder abgibt, macht sie die Felder fruchtbarer. Ich sehe nur Vorteile in der Verwendung von Holzkohle», sagt Baumli zum neuen Futter-Zusatzstoff.

Und – drittens – das Klima profitiert ebenfalls. Und das geht so: Bäume nehmen klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) aus der Luft auf und spalten es in Sauerstoff und Kohlestoff. Den Kohlestoff verarbeiten die Bäume zu Nährstoff und lagern ihn zum Beispiel im Holz ab. Wenn das Holz vom Menschen kontrolliert – ohne Abgase! – verbrannt und zu Holzkohle verarbeitet wird, bleibt der schädliche Kohlestoff weiterhin im Material.

Natürlich ist das eigentliche Problem des Klimas die völlig außer Kontrolle geratene globale Fleischindustrie und der überbordende Fleischkonsum. Dennoch ist diese Anwendung von Pflanzenkohle ein gelungenes Beispiel dafür, wie man mit altem Wissen moderne Probleme angehen kann.

Wie Kühe zu CO2-Senken werden könnten

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