Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Ideen und Lösungen

Michaela Haas
Reporterin. Autorin. Coach.
Zum piqer-Profil
piqer: Michaela Haas
Mittwoch, 09.01.2019

Wie eine kleine bayerische Gemeinde zum Vorbild für Biodiversität wurde

Alles so grün hier! Das Kainzbachtal ist wieder ein Naturjuwel, das so seltene Libellen wie die Grüne Keiljungfer besiedeln. Auch Schwarzstörche und Waldwasserläufer haben dort Reviere. Und auf den sonnigen Wiesen am Talrand kann man den Violetten Feuerfalter beobachten. Die Art ist hoch gefährdet. Genau wie das Brand-Knabenkraut, das wieder an den Hängen des Kainzbachtals gedeiht. So beschreibt SZ-Reporter Christian Sebald seinen Besuch im oberpfälzischen Tännesberg, einer kleinen ländlichen Gemeinde mit 1.600 Einwohnern.

Das Wichtigste: Die Tännesberger haben sich dieses Naturjuwel selbst geschaffen, und zwar mit so viel Einsatz, dass sie zur allerersten Modellgemeinde für Biodiversität wurden.

Wie viele bayerischen Gemeinden forsteten auch die Tännesberger Mitte des 20. Jahrhunderts auf, begradigten den Bach, entwässerten die Feuchtwiesen. Bauern und Förster erwarteten sich davon bessere Erträge. Stattdessen verschmutzte der Bach, die Fichtenwälder verkümmerten, die Verluste an Flora und Fauna waren immens.

Aus dem Kainzbach verschwanden die Bachforellen. Dann waren Kiebitze, Ziegenmelker und andere Vogelarten weg. Auch Kröten und Frösche wurden immer seltener.

Anfang der Neunzigerjahre wollte Wolf den Niedergang des Kainzbachtals nicht länger hinnehmen. Er suchte sich Mitstreiter in Tännesberg, im Bund Naturschutz und im Landesbund für Vogelschutz. Miteinander starteten sie die Renaturierung des Tals. Sie rodeten die maroden Fichtenwälder, ließen dem Bach wieder seinen ursprünglichen Lauf und erneuerten Feuchtwiesen und Moore. Sie pflanzten Moorbirken, Erlen und Eschen, wie sie früher an den Rändern des Tals wuchsen.

Was mir an dieser Geschichte besonders gut gefällt, ist, dass es die Tännesberger selbst waren, die auf die Idee kamen und das Ganze umsetzten. Und dass es gar nicht so schwer war. Alle reden von Biodiversität, hier ist ein konkretes Erfolgsbeispiel. Das Ergebnis ist so großartig, dass zehn Gemeinden das Erfolgsmodell jetzt nachmachen.

Wie eine kleine bayerische Gemeinde zum Vorbild für Biodiversität wurde
9,2
10 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Kommentare 1
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · Erstellt vor 5 Monaten ·

    Schön:) Solche "kleinen" Heldengeschichten kann es gar nicht genug geben. Ich war im letzten Jahr für das KoDorf (kodorf.de) viel in deutschen Gemeinden unterwegs und fast überall begegneten mir engagierte BürgermeisterInnen, innovative Bürgerprojekte und Unternehmen mit Verantwortungsgefühl. Wenn man den Blick einmal von der großen Bühne schwenkt, bekommt man ein viel freundlicheres Bild unserer Gesellschaft.

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Ideen und Lösungen als Newsletter.