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Ideen und Lösungen

"Ich hab recht!", "Nein, ich!" Ein Plädoyer für's Anerkennen

Veit Nottebaum
Geograph
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Veit NottebaumMontag, 21.09.2020

Rainer Hank fragt sich, warum man immer meint, recht zu haben. Woher kommt die Überzeugung und woher die, dass der/die Andere im Unrecht liegt. Anhand Klima-, Kapitalismus- und Coronakrise werden polarisierte Meinungsbilder offenbar, die kein Grau erlauben. Hank stellt beispielhaft für den Konflikt zwischen marktliberalem Konservatismus und öko-linken Strömungen die Meinungen zweier Publizisten gegenüber: Die des Kapitalismusverfechters Andrew McAfee und die der progressiven Transformationsforscherin Maja Göpel. Interessant ist nun, dass Hank sich eher Ersterem zugeneigt sieht während ich selbst eher Göpel nahestehe und den Text trotzdem für gut befinde. So bestätigt sich der Text für mich hintenraus bereits selbst. Der Moralpsychologe Jonathan Haidt liefert Ansätze zum Verständnis dieser allgegenwärtigen Konfrontation: "Während es der Linken vor allem um Sorge für die Schwachen und Fairness geht, haben Konservative ein weiteres Spektrum moralischer Grundüberzeugungen (Loyalität, Autorität, Heiligkeit), gewichten dagegen Leidvermeidung und Fairness weniger prominent. Mehr und mehr verabsolutieren alle ihre jeweilige Weltsicht." Und daraus folgt (für mich) ein Plädoyer gegen 'Entweder-oder' und für Empathie und Verständnis, Kompromissbereitschaft und eben auch für starkes Durchhaltevermögen im Aushandeln. Ein wohltuender Text aus der FAZ, der so ähnlich auch in einem Buch von Philosoph und Berufspolitiker Robert Habeck stehen könnte. Wrnn das nicht Mut macht. Fast schon kitschig... 

"Ich hab recht!", "Nein, ich!" Ein Plädoyer für's Anerkennen

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Kommentare 8
  1. Christoph Zensen
    Christoph Zensen · vor 8 Monaten

    Ist natürlich auch sehr gönnerhaft ein Plädoyer fürs gegenseitige Anerkennen zu schreiben, wenn die eine Überzeugung gerade Realität ist und die andere eben nicht.

    Next Up:
    Jeff Bezos says we should simply agree to disagree on the tax issue.

  2. Christoph Zensen
    Christoph Zensen · vor 8 Monaten

    Ich finde, dass Loyalität, Autorität und Heiligkeit ziemlich kaputte moralische Grundüberzeugungen sind.

    Da wären für mich direkt die Anschlußfragen: Ist das angeboren? Kann man das ändern? Was müsste passieren, dass weniger Menschen diese moralischen Grundüberzeugungen in sich verankern?

    1. Veit Nottebaum
      Veit Nottebaum · vor 8 Monaten

      Genau darum geht es ja! Das sind die Initialen der inneren Kompassrosen, wenn man so will. Und ob man nun mag, dass jemand an einem gewissen Punkt in dem Koordinatensystem steht oder nicht: Gesamtgesellschaftlich muss man das ausloten. Mir liegen Autorität und Heiligkeit auch fern. Loyalität, solange sie nicht blind ist, kann ich ja nich was abgewinnen. Aber (leider... :D) muss man anerkennen, dass andere diesen Werten hohe Bedeutung beimessen... Angeboren, keine Ahnung, da müsste man Haidt mal im Detail lesen...

    2. Christoph Zensen
      Christoph Zensen · vor 8 Monaten

      @Veit Nottebaum Ich meine ja nur, dass man sich damit ja nicht zufriedengeben muss. Jonathan Haidt und Rainer Hank wollen die vielleicht wie Ying und Yang versöhnt wissen, ich nicht. Ich würde nach Wegen suchen wollen, um das gesellschaftliche Koordinatensystem in Richtung Fairness und Fürsorge zu verschieben. Das wär offensichtlich für alle besser.

    3. Veit Nottebaum
      Veit Nottebaum · vor 8 Monaten

      @Christoph Zensen Ja, versteh ich nur zu gut! Mir wäre eine Welt aus rein sozialen, fairen Wertekanons auch lieber! Aber da ist man an einem heiklen Punkt, weil Du Dir damit anmaßt, zu entscheiden, woran sich die Vorstellungen der Menschen zu orientieren haben. Man kann gegen diese Strömungen andebattieren, aber "Ausmerzen" ist ja wiederum nicht fair, weil ja jeder glauben können soll, was er möchte. Religionsfreiheit, im weitesten Sinne.

    4. Christoph Zensen
      Christoph Zensen · vor 8 Monaten · bearbeitet vor 8 Monaten

      @Veit Nottebaum "Ausmerzen" klingt brutal. Das liegt mir fern. Aber anmaßen, will ich es mir schon. Soll mir mal einer erklären, warum Heiligkeit > Fairness sein soll. Oder Autorität > Fürsorge.

      Ich habe aber mal die Geschichte gehört, dass Menschen, denen man Angst macht, für einige Zeit konservativer werden. Und Menschen, denen man das Gefühl gibt, unverwundbar, wie ein Superheld zu sein, werden für einige Zeit progressiver.

      Es wäre doch schön, wenn man die Tendenz der Koordinatensysteme durch die richtige Umwelt positiv beeinflussen könnte.

    5. Veit Nottebaum
      Veit Nottebaum · vor 8 Monaten

      @Christoph Zensen Ja, coole Erkenntnis! Letztlich läuft das aber auf "trickreiches Überzeugen" hinaus ;) ich denke, dann liegen wir gar nicht so weit auseinander.

  3. Dominique Lenné
    Dominique Lenné · vor 8 Monaten

    Hätt ich um 1 Haar auch gepiqt, weil es so bedenkenswert ist.
    Es gibt vielleicht verschiedene Wertsysteme, die inkompatibel sind, Geschmackssache sozusagen. Diese sind oft, aber nicht immer, mit persönlichen oder Gruppen-Interessen verknüpft. Trotzdem braucht man eine gemeinsame Grundlage, um nicht in einem gnadenlosen Kampf zu enden, sozusagen ein Meta-Wertsystem. Gewaltenteilung, zivile Debatte, Checks and Balances, Grundrechte &c gehören dazu.

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