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Fische im Reisfeld schützen das Klima – ein bisschen

Alexandra Endres
Journalistin
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Alexandra EndresSonntag, 14.03.2021

Zwei Drittel der Weltbevölkerung ernähren sich von Reis. Ein Fünftel der weltweiten Kalorienzufuhr kommt vom Reis. Und dessen Klimabilanz ist leider ziemlich schlecht. Denn Reisanbau verursacht Methan, wie die Kollegen vom österreichischen Standard hier schreiben:

Das Methangas ..., das aus den gefluteten Reisfeldern dünstet, ist in seiner Wirkung rund 25-mal stärker als Kohlendioxid. Zwischen zehn und 20 Prozent des Methans in unserer Atmosphäre entspringen dem Reisanbau.

Die gute Nachricht: Das ließe sich ändern. Fische könnten eine Lösung sein. Hält man sie auf den überfluteten Reisfeldern, könnte das die Methanemissionen deutlich senken. In China wird das laut Standard seit Jahrtausenden praktiziert – nicht wegen des Klimas, sondern weil Karpfen im Reisfeld den Ertrag erhöhen.

Die NGO Resource Renewal Institut hat nun gemeinsam mit dem Ökologen Shawn Dewlin Institute getestet, inwieweit Fische in kalifornischen Reisfeldern deren Treibhausgasemissionen beeinflussen. Auch in anderen Ländern laufen ähnliche Versuche.

Im US-Experiment sollen die Methanemissionen jedenfalls um mehr als die Hälfte reduziert worden sein. Nicht nur der Methan-, sondern auch der CO2-Gehalt in der Luft ließ sich damit verbessern: Denn das Plankton, das den Fischen als Futter dient, nimmt CO2 aus der Atmosphäre auf und dient so als Kohlenstoffspeicher, so die NGO.

Wie profitabel das Fisch-Reis-Konzept sein kann, zeigte sich in Bangladesch. Dort konnten sich Farmer über 50-prozentige Einkommenszuwächse freuen.

Allerdings scheint die Methode nicht unbedingt für den großflächigen, weltweiten Einsatz geeignet zu sein. Manche Experten sind jedenfalls skeptisch. Zum Beispiel Reiner Wassmann, emeritierter Wissenschaftler am Internationalen Reisforschungsinstitut. Er schlägt eine andere Lösung vor, um den Ausstoß von Methan im Reisanbau zu senken:

Die bisher erfolgreichsten Strategien zur Reduzierung von Emissionen seien deshalb jene, die auf kürzere Flutungsperioden abzielen, so der Experte. Dabei werden die Felder abwechselnd getrocknet und geflutet, was die Methanemissionen annähernd halbiere.

Und Steven Weiss, Biologe an der Universität Graz, sagt: Viel hänge davon ab, wie die Fische gezüchtet werden und was sie zu fressen bekommen. Es brauche viel Zeit, das perfekt auf die regionalen klimatischen Verhältnisse anzupassen. Die aber hätten viele Landwirte nicht.

Um mit den neuen Methoden zu experimentieren, brauche es daher neue Unterstützungs- und Finanzierungsmodelle für Landwirte.

Und, übrigens: Auch am Müggelsee in Berlin experimentiert man damit, Fischzucht und Pflanzenanbau zu kombinieren. Dort geht es allerdings nicht um Reis, sondern um Tomaten. Und um Buntbarsche, die nicht unter den Tomatenstauden schwimmen, sondern in separaten Tanks, deren nährstoffreiches Wasser man später nutzt, um die Tomaten zu bewässern. Das spart Wasser und Dünger.

Kollegin Maria Mast hat drüben bei ZEIT ONLINE (Disclaimer: Für die ich auch regelmäßig schreibe) darüber berichtet und ordnet das Experiment in ihrem Text auch ein.

Wassersparend und gut fürs Klima: ein Buntbarsch, der Tomaten mit seinen Ausscheidungen düngt. Am Müggelsee geht es dem Biologen Werner Kloas um die globale Ernährung.

Fische im Reisfeld schützen das Klima – ein bisschen

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Kommentare 2
  1. Wiebke Reißig-Dwenger
    Wiebke Reißig-Dwenger · vor 27 Tagen

    Spannender Lösungsansätze. Und gut dargelegte Einschränkungen und Bedenken. Danke für diesen Piq !

    1. Alexandra Endres
      Alexandra Endres · vor 26 Tagen

      Vielen Dank! :-)

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