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Einwurf – Fußball könnte im Kampf gegen die Klimakrise mitspielen

Maximilian Rosch
Chefredakteur bei piqd

Seit März 2017 bei piqd in der Redaktion. Seit Herbst 2021 als Chefredakteur. Wöchentlicher Newsletter über alle Video- und Podcastempfehlungen auf piqd über den untenstehenden Link.

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Maximilian RoschDonnerstag, 21.04.2022

Vor eineinhalb Jahren fragte Ralph Diermann in einem piq: Klimaschutz im Fußball: War da was? Es sei komisch, "dass der Klimaschutz ausgerechnet bei unser aller liebstem Hobby, dem Fußball, praktisch kein Thema ist." Seitdem ist nicht nichts, aber wohl zu wenig passiert. Denn die Fragen, die Diermann und Tim Walters, der Autor des von ihm gepiqden Textes, aufwerfen, bleiben weitgehend unbeantwortet. Stattdessen geht es weiter um "mehr Spiele, mehr Großturniere, mehr Merchandise, mehr Reisen, mehr Profitspanne, mehr Geld." (Alina Schwermer) Dabei müsse sich ein klimagerechter Fußball in die genau andere Richtung bewegen.

Einige wohlklingende Klimanachrichten gebe es aber, schreibt Alina Schwermer im hier gepiqden Text für die taz. In Deutschland kündigte der DFB einen Aktionsplan für Klimaschutz im Amateurbereich an, die DFL flankiert mit Nachhaltigkeitskriterien für die Vergabe der Lizenzen im Profibereich. Aber wie zwingend ist das?

Unabhängig von diesen neu einzuführenden Auflagen gibt es Vorstöße wie den Stadionneubau in Freiburg, bei dem die nach eigenen Angaben weltgrößte Photovoltaikanlage auf einen Stadiondach umgesetzt wurde. Damit könne der derzeit prognostizierte Stromverbrauch des Stadions gedeckt werden. Gar nicht schlecht. Auch auf das Dach des Berliner Olympiastadions wurde Anfang des Jahres eine ähnliche Anlage montiert. Trotzdem stößt

der globale Sport [...] laut einer Kalkulation des Sportjournalisten David Goldblatt immerhin rund 30 Millionen Tonnen CO2 jährlich aus, so viel wie ganz Dänemark, und die Textil- und Fernsehbranche etwa sind da nicht einmal eingerechnet.

Der Fußball könnte eine erhebliche Vorbildwirkung haben. Doch auch, wenn fast jeder Bundesligist einen Ansprechpartner für Umwelt und Klima hat, wird eher Symbolpolitik betrieben, als einen tatsächlichen Wandel herbeizuführen. "Nicht der Fußball ändert gerade die Gesellschaft, sondern diese den Fußball", schreibt Schwermer. Ihr gelingt eine kritische Analyse der aktuellen Klimaschutzbemühungen im Fußball-Business. Ihr Resumé fällt so aus:

Zu vermuten steht eher: Wenn eines Tages grundlegender Wandel im Fußball kommt, ist er gesellschaftlich längst da. Erst dann wohl wird die Stärke des Fußballs wirksam – die gewachsene Akzeptanz in die Winkel der Republik zu tragen, ähnlich wie im Kampf gegen Rassismus oder Homophobie. Doch das Zeitfenster ist diesmal klein.

BONUSMATERIAL:

David Goldblatt: Playing against the clock: Global sport, the climate emergency and the case for rapid change (Rapid Transition)

Der SWR hat eine Doku über den Stadionbau in Freiburg gedreht und dafür vor allem den "Polier" der Stadionbaustelle begleitet. Die Einblicke in diesen aufreibenden und stressigen Job sind sehr interessant. (Youtube)

Das Sport- und vor allem Fußballformat "Einwurf" wurde von Florian Holler ins Leben gerufen und von mir seit 2020 unregelmäßig fortgeführt.

Einwurf – Fußball könnte im Kampf gegen die Klimakrise mitspielen

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