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Dirk Liesemer
Autor und Reporter
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Dirk Liesemer
Community piq
Dienstag, 08.01.2019

Besser als reine Elektroautos: Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb

Man kann über die deutsche Autoindustrie und die Verkehrspolitik sowieso nur den Kopf schütteln, vor allem wenn man am Wochenende diese kostenpflichtige Langstrecke in der SZ gelesen hat: Wunsch und Wirklichkeit. Nach der Lektüre ist ziemlich klar, dass Innovationen nicht von den großen Konzernen zu erwarten sind, selbst wenn die jetzt hastig einige E-Autos auf den Markt werfen, sondern von kleinen, dynamischen Unternehmen. Denn letztere können frei von Aktionärsinteressen agieren und brauchen sich auch nicht vor einer feindlichen Übernahme zu fürchten. Treffend heißt es: "Wenn eine Industrie revolutioniert wird, dann ist es nie die bestehende Industrie, die diese Revolution vorantreibt. Das ist eine der zentralen Thesen des US-Ökonomen Jeremy Rifkin. Sie ist schon ein paar Jahre alt, aber sie klingt, als sei sie für die Entwicklung der E-Antriebe formuliert." Verweisen möchte ich hier auf eine andere, wohl bessere Technologie, die in einem halbstündigen Video von Auto Motor Sport sehr verständlich erklärt wird: Es geht um die in der derzeitigen Diskussion unterschätzten, allerdings noch recht teuren Wasserstoffantriebe. Dass große Unternehmen wie Toyota und Hyundai unterdessen gewaltige Summen in Wasserstoff investieren, widerspricht der These Rifkins.

Besser als reine Elektroautos: Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb
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Kommentare 10
  1. Daniela Becker
    Daniela Becker · Erstellt vor 2 Monaten · Bearbeitet vor 2 Monaten

    Ich verstehe nicht, warum es immer ein EntwederOder sein muss. Elektrifizierung wird in vielen Bereichen sinnvoll sein, Brennstoffzellen in anderen. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Gemeinsam haben beide, dass die deutsche Industrie beides verbummelt hat, weil es keine regulativen Vorgaben von der Politik gab.

    1. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · Erstellt vor 2 Monaten · Bearbeitet vor 2 Monaten

      Die Vorteile der Brennstoffzelle gegenüber dem reinen E-Antrieb sind hier noch mal knapp zusammengefasst: https://www.faz.net/ak...

    2. Daniela Becker
      Daniela Becker · Erstellt vor 2 Monaten · Bearbeitet vor 2 Monaten

      @Dirk Liesemer Der Text stützt ja nochmal meine These "Mix aus Antriebstypen besser für die Netze".

    3. Frank Zunderer
      Frank Zunderer · Erstellt vor 2 Monaten · Bearbeitet vor 2 Monaten

      @Dirk Liesemer @Dirk Liesemer, der Text in der FAZ streift nur kurz den geringen Wirkungsgrad. Kleine Rechnung: Verbrauch eines Brennstoffzellen-Autos ist ca. 1 kg/100 km, dafür sind ca. 60 kWh Strom nötig, ein akkubetriebenes Kfz braucht nur 20 kWh. Wenn man von einer endlichen Menge an verfügbarem Ökostrom ausgeht, dann muss der Mehrverbrauch konventionell bereitgestellt werden, das macht bei 1 kg CO2 pro kWh (Braunkohle) 40 kg, also 400 g CO2 pro km, das ist deutlich mehr als jeder Verbrenner erzeugt. Stimmt die Rechnung soweit? Das wäre anders wenn Überschuss-Strom verwendet wird, aber aktuelle Elektrolyse-Anlagen müssen meines Wissens nach durchlaufen und können daher nicht ausschließlich Überschuss-Strom verwenden.

    4. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · Erstellt vor 2 Monaten · Bearbeitet vor 2 Monaten

      @Frank Zunderer Merci für die Kalkulation! Die ich mir später mal in Ruhe anschaue, aber klar wird, dass es alles komplizierter ist, als man es gerne hätte.

    5. Daniela Becker
      Daniela Becker · Erstellt vor 2 Monaten · Bearbeitet vor 2 Monaten

      @Dirk Liesemer Das ist auch ein interessant Text (sehr lang, aber einfach zur Brennstoffzelle vorspringen). Ich denke, die Brennstoffzelle hat sehr großes Potenzial im Bereich der Bau- und Landmaschinen und der Wärmeversorgung. Im Individualverkehr sehe ich sie nicht so.
      https://medium.com/@lu...

    6. David Simeth
      David Simeth · Erstellt vor 2 Monaten · Bearbeitet vor 2 Monaten

      Mir ist auch nicht nachvollziehbar, weshalb BMW schon vor über 10 Jahren den 7er mit Wasserstoffantrieb fast bis zur Serienreife getrieben hat, davon aber bislang nichts mehr verlauten lässt... das müsste ja eigentlich leicht wieder aus der Schublade herauszuholen sein...

    7. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · Erstellt vor 2 Monaten · Bearbeitet vor 2 Monaten

      @David Simeth Man hätte große Investitionen tätigen müssen und damit den kurzfristigen Gewinn beschnitten. So einfach dürfte es gewesen sein.

    8. Daniela Becker
      Daniela Becker · Erstellt vor 2 Monaten · Bearbeitet vor 2 Monaten

      @Dirk Liesemer Das meinte ich mit "es gab keine regulativen Vorgaben". Ich kann mich noch sehr gut an die ersten Vorstöße von BMW vor 15 Jahren oder so erinnern. Die Entwürfe sind wohl in den Schubladen gelandet, stattdessen gab es SUV.

  2. Ralph Diermann
    Ralph Diermann · Erstellt vor 2 Monaten · Bearbeitet vor 2 Monaten

    Informativer Beitrag, vielen Dank. Was er nur leider nicht anspricht ist die Frage, wo der Wasserstoff (oder genauer gesagt der Wind- und Solarstrom, der für die Elektrolyse nötig ist) eigentlich herkommen soll. Um nennenswerte Mengen zu produzieren, müssen die Unternehmen ins Ausland gehen, da in Deutschland die Flächen für die Stromerzeugung fehlen. Zumal der grüne Wasserstoff auch noch für andere Anwendungen wie etwa die Produktion synthetischer Kraftstoffe oder für die Industrie benötigt wird. Immer wieder werden Nordafrika und der arabische Raum als Produktionsstandorte genannt - Desertec 2.0 sozusagen. Was allerdings die Frage nach der Logistik hervorruft. Zudem bleibt die Abhängigkeit von Energieimporten - die ja mit der Energiewende eigentlich verringert werden sollte - bestehen.