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Literatenfunk

Veränderung am Buchmarkt kommt eben, weil Frauen sich "anstellen."

Marcus von Jordan
piqd cofounder
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Marcus von JordanMontag, 25.03.2019

Die Überschrift ist ein verkürztes Zitat von Literaturwissenschaftlerin Berit Glanz aus dem verlinkten Interview. Die Moderatorin fragt provokativ danach, ob, da ja jetzt gerade zwei Frauen die Preise bei der Leipziger Büchermesse bekommen haben und die Gleichberechtigung am Buchmarkt also ja gerade passiert, man sich nicht so "anstellen" muss vielleicht...Glanz stellt klar: die Veränderungen kommen, weil Frauen sich anstellen, sich querstellen und einfordern. Keine neue Erkenntnis, aber immer wieder betonenswert finde ich - "aua" sagen meist Leute, denen etwas weh tut.

Es geht hier um die bessere Sichtbarkeit weiblicher Literatur. Und zwar gerade auch in der Retrospektive. Das fand ich besonders interessant, weil es zunächst eine "Abstoßungsreaktion" bei mir bewirkt hat - ich empfinde es oft als dünnes Eis, wenn Menschen versuchen ihren Zeitgeist und ihre eigene Wahrnehmung gesellschaftlicher Werte in die Vergangenheit zu skalieren. Aber das hier macht schon sehr neugierig und klingt fast wie eine Art historisches "repair-kit" in der Angelegenheit:

"Es gibt Literatur von Frauen aus allen Jahrhunderten - viel davon ist eben nicht kanonisiert worden."

Denn klar: Klassiker-Leselisten sind männlich, aber das ist eben vielleicht gar nicht so "klar" - sagt Berit Glanz. Unter dem hashtag #wirlesenfrauen und #frauenlesen kann ab sofort gesucht werden und sowieso bei mojoreads.

Kennt Ihr vergessene weibliche "Klassiker"? 

Für mich war es nie ein Kriterium, welches Geschlecht die VerfasserIn eines Buches hatte. Manche Bücher fand ich beim Lesen dann "besonders" wegen einer weiblichen Perspektive und bei manchen fehlte mir genau deshalb der Zugang. Es könnte ja aber ein sehr gutes Kriterium sein und die entsprechende Kuration des Kontextes (z.B. historisch) scheint mir da entscheidend. Buchmarkt hat vermutlich eine ganz besondere Rolle bezüglich unserer Bemühungen um das "Gleichberechtigungsgeschäft".



Veränderung am Buchmarkt kommt eben, weil Frauen sich "anstellen."

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Kommentare 7
  1. Nina Weber
    Nina Weber · vor fast 3 Jahre

    Wo wir bei dem Thema sind: Es wäre schön, wenn sich mal ein Medium mit dem Löschen der SF-Autorinnen Liste durch (männliche) Moderatoren der Wikipedia beschäftigen würde. Ausgerechnet zeitgleich zur Leipziger Buchmesse ist das passiert.
    Das gehört für mich zum "Querstellen" nämlich dazu.
    Die deutsche Wikipedia fällt im internationalen Vergleich immer häufiger durch Relevanz-Diskussionen und dem folgende Löschungen auf. Im aktuellen Fall ging ein Aufschrei durch die Sozialen Medien, dass die Liste, die auf SF Autorinnen verlinkt, als "unrelevant" gelöscht werden soll -- obwohl es diese Liste schon lange und völlig unumstritten in der englischen Wikipedia gibt. Erst hieß es: "Regt auch ab. Wir löschen nicht." Dann ist es aber doch passiert. Mit u.a. der Begründung, dass die Autorin, die die Liste angelegt hat, selber draufsteht. Wer soll denn bitte SF Autorinnen listen, wenn nicht jemand, der sich für das Genre interessiert? Und man kann dann ja über einzelne Einträge diskutieren, aber doch nicht alle löschen.
    Wenn man das zusammennimmt mit dem Artikel über die NASA, die den "all female spacewalk" gestern abgesagt hat, da sie leider nicht über zwei Raumanzüge verfügt, die Frauen passen, hat man das Gefühl, wir sollen gerade in die 1950 zurückgeschoben werden.

  2. Daniela Becker
    Daniela Becker · vor fast 3 Jahre

    Dazu auch dieses aktuelle Beispiel https://annette-juretz...

    1. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor fast 3 Jahre

      cool - ich stelle fest: das ist mindestens teilweise schon Kuration genug - weibliche SciFi von 1840? Will lesen!
      Bei zeitgenössischen Werken reicht es mir aber nicht als Empfehlung, dass sie weiblich verfasst sind...dir?

    2. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor fast 3 Jahre

      @Marcus von Jordan Nö, das ist mir wumpe. Was mich wütend macht sind die Strukturen, die nach wie vor verhindern, dass Werke von Frauen überhaupt angemessen sichtbar sind. Männer besprechen Männer, Männer verlegen Männer, Männer meinen, Listen mit Autorinnen seien nicht relevant.

    3. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor fast 3 Jahre

      @Daniela Becker Ist ja erstmal erklärbar, dass Männer sich für männliche Perspektive interessieren und da einen unmittelbareren und oberflächlich einfacheren Zugang haben. Wird Frauen vermutlich ähnlich gehen. Will sagen - das hat ja nicht immer eine politische Komponente. Ist oft einfach nur faul. Besonders ist es ja aber auch wirtschaftlich doof, wenn es um Verleger geht.
      Als User jedenfalls ist es extrem ärgerlich sich vorzustellen, dass solche Gründe dazu führen, dass man irgendetwas an Büchern nicht zu sehen bekommt, was einen inhaltlich brennend interessieren würde.

    4. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor fast 3 Jahre

      @Marcus von Jordan Belletristik hat für mich gar fast nichts mit männlicher/weiblicher Perspektive zu tun. Entweder kann ich mich als Leser*in in eine Romanfigur - egal, ob diese ein Mann oder eine Frau ist - hineinversetzen, oder eben nicht. Wenn nicht, ist die Autor*in schlecht.
      Relevant hingegen ist, ob ich auf das Buch überhaupt irgendwo hingewiesen werde. Und da geht es dann um festgefahrene Strukturen.

    5. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor fast 3 Jahre

      @Daniela Becker Interessant: wenn z.B. eine Autorin einen männlichen Erzähler/ Hauptfigur wählt. Hatte ich zuletzt bewusst beim "Distelfink" - hat mich nur beschäftigt, weil ich es eine erstaunliche kreative Entscheidung fand. Ich konnte aber keinerlei Auffälligkeit zuordnen in dem Fall (btw: unfassbar großartiges Buch!).

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