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The German War. A Nation under Arms, 1939-45.
Ulrike Draesner
piqer: Ulrike Draesner
Dienstag, 24.11.2015

The German War. A Nation under Arms, 1939-45.

Der Autor: Nicholas Stargardt, Oxford, Spezialist für Modern European History

Das Buch: 704 Seiten. Die Summe aus 20 Jahren wissenschaftlicher Beschäftigung mit dem Zweiten Weltkrieg – im Hinblick auf Deutschland. Eine Mischung aus Überblick, wissenschaftlichen Fragen und „oral history“.

Der Aufbau: Stargardt folgt den Lebensläufen von 13 Männern und 10 Frauen aus unterschiedlichsten Milieus.

Die Quellen: die Briefe dieser Menschen. Briefe zwischen Liebenden, Freunden, Eltern und Kindern, Ehepaaren.

Die Frage: Wie erklärten sich (die) Deutsche(n) selbst den Krieg in den Jahren 1939-45? Wie gingen sie um mit ihren Hoffnungen und Ängsten? Wie motivierten sie sich?

Die Ergebnisse: Ablehnung des Krieges 1939. Aber auch eine Art Generationenvertag: Die Söhne ziehen in den Kampf, um zu beenden, was ihre Väter im Ersten Weltkrieg nicht beendet haben. Dann die „mid-war crisis“ 1943: Stalingrad und erste schwere Luftangriffe auf deutsche Städte. Eine Krise, die zu erhöhter Kriegs- und Opferbereitschaft führt. Denn auch die Angst wächst, dass die Verbrechen an Juden und anderen verfolgten und ermordeten Menschengruppen gerächt werden könnten. Man weiß davon.

Das Besondere: Die spürbar von außen kommende Perspektive des Autors, gebunden an eine mitfühlende, aber keineswegs gefühlig behandelte Fragestellung: Wie haben sie es ausgehalten, so zu kämpfen und den Krieg bis zu seinem bitteren Ende fortzusetzen?

Ausstattung: Karten, Fotos, Fußnoten. Reiches Material, klare Gliederung und Gedankenführung. Fundus. 

Resumee: Ein Brennglas. Hilfreich, wenn man wahrnehmen will, wo und in welcher Weise unsere Auseinandersetzung mit dem 3. Reich (nolens volens) „deutsch“ ist.

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