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Literatenfunk

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Jan Kuhlbrodt
Autor und Philosoph

*1966 in Karl-Marx-Stadt
Studium in Leipzig und Frankfurt am Main
Redakteur bei EDIT und Ostraghege
freier Autor
letzte Veröffentlichungen: Kaiseralbum (Verlagshaus Berlin), Das Modell (Edition Nautilus), Die Rückkehr der Tiere (Verlagshaus Berlin)

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piqer: Jan Kuhlbrodt
Donnerstag, 01.10.2020

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Eigentlich und ursprünglich wollte ich diesen kurzen Text „Paul Jandl sucht das Glück“ nennen, aber es ist ja der Leser, der das Glück sucht. Und klar, in Passagen des Buches zeigt sich Paul Jandl selbst als Leser.

Zuweilen, kann man vermuten, ist er auf seiner Glückssuche sogar glücklich, vor allem dann, wenn er liest. Zum Beispiel, wenn er Kafka liest, diesen vielleicht unglücklichsten der Literaten, aber auf jeden Fall unglücklichen Sohn.

Schon merkwürdig, dass die Lektüre, die ein Unglück beschreibt, jenen der liest, zuweilen zum glücklichen Leser macht. Zum glücklichen Leser aber machte mich auch Jandls Buch, das in der gerade eröffneten Reihe Gedankenspiele des Verlags Droschl erschienen ist.

Droschl ist, so lange ich den Verlag kenne, eine Heimstatt der Essayistik. Allein die Büchlein der Reihe Essay hatten es mir angetan, und schon das erste, das ich daraus las. Es war eines mit zwei Essays des amerikanischen Autors Willam H. Gass, in denen er über literarische Selbstgespräche und Gespräche nachdachte, katapultierte mich in einen gewissen Leserhimmel.

Jetzt hat der Verlag also eine Reihe mit handlichen Büchern unter dem Übertitel „Gedankenspiele über ...“ aufgelegt. Und in der ersten Runde, in der Texte von Eva Manesse, Ilja Trojanow und Lotte Tobisch präsentiert werden, legt Paul Jandl einen Text über das Glück vor. (Eva Manesse behandelt in dieser Reihe übrigens den Begriff „Kompromiss“. Vor diesem Buch fürchte ich mich ein wenig, weil ich gerade die so kompromisslose Art der Autorin schätze. Wahrscheinlich werde ich es lesen müssen, gerade darum.)

Aber zurück zu Paul Jandl und zum Glück. In sieben (!) Kapiteln umkreist der Autor also einen Begriff, der uns als Wort wohl täglich mehrmals über die Lippen kommt, und der wohl deshalb in seiner Bedeutung so flüchtig ist, so schwer zu fassen. Wahrscheinlich ist Paul Jandl, der Kritiker und Feuilletonist, gerade aber eben darum der Richtige, mit diesem Begriff zu spielen, denn in aller gedanklichen Beweglichkeit, die einem essayistischen feuilletonistischen Text, und so auch diesem eignet, grundiert der Autor diese Bewegung mit Ernst.

Allerdings ist es keine drohende oder dräuende Ernsthaftigkeit, sondern eine, die ins Spiel eingewoben ist. Auch die Dialektik, die den Text damit durchzieht, ist eine, die sich aus dem Zusammenspiel von Schilderung und Reflexion ergibt, zum Beispiel der Beschreibung eines abendlichen Abschiedsrituals des Liebespaares Friederike Mayröcker / Ernst Jandl. Der Text gleitet hier in eine Reflexion über physische Nähe und die Komplexität des Zusammenlebens.

An derer Stelle untersucht Jandl, wie sich das eigene Glücksempfinden zur Beobachtung des Glücks der anderen verhält oder zum Verstauen einer Hotelmahlzeit im engen Kofferraum eines Sportwagens.

Und natürlich ergibt sich dann fast geschwisterlich ein Zusammenhang von Glück; Melancholie und Humor.

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