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Literatenfunk

Igels Licht
Jan Kuhlbrodt
Autor und Philosoph

*1966 in Karl-Marx-Stadt
Studium in Leipzig und Frankfurt am Main
Redakteur bei EDIT und Ostraghege
freier Autor
letzte Veröffentlichungen: Kaiseralbum (Verlagshaus Berlin), Das Modell (Edition Nautilus)

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piqer: Jan Kuhlbrodt
Sonntag, 28.06.2020

Igels Licht

Licht!

Wir sollten kurz über Lyrik reden, weil Lyrik auf dieser Seite immer zu kurz kommt. Dabei ist sie durchaus im Netz vertreten, dabei ist Lyrik in der aktuell sehr kurzlebigen Zeit im Grunde das Genre der Stunde. Um ein kurzes Gedicht zu lesen, braucht es kaum Zeit, ein paar Minuten, manchmal sogar weniger als eine Minute. Und dennoch scheinen es Gedichte zu sein, die sich aufgrund eben ihrer Kürze ins Gedächtnis einbrennen, die sich über den Moment hinaus im Gedächtnis erhalten, und nicht nur im Gedächtnis Einzelner, sondern im kulturellen Gedächtnis der Gattung.

Und manchmal sind es nur Reste von Gedichten, die fragmentarisch überdauerten, auf Resten eines Trägermaterials. Einzelne Worte nur, kaum zu entziffern auf dem Papyrus. Sapphos Worte zum Beispiel.

Gedichte werden heute vergleichsweise wenig gelesen und Gedichtbücher kaum verkauft, sieht man das Phänomen aber überzeitlich, dann holen sie ihren Rückstand zu den Romanen locker auf, sie können dieser Prosaform im Wettkampf sogar einen gewissen Vorsprung einräumen, werden den aber immer wieder herausholen.

Diese Vorrede hier ist länger als die meisten der Gedichte Jayne-Ann Igels, auf die ich in diesem Beitrag mit Nachdruck verweisen möchte. Die Autorin bewegt sich nunmehr seit über dreißig Jahren mit ihren Spotlights durch die lyrische Landschaft im deutschsprachigen Raum, belieferte ost- wie westdeutsche Verlage, als es noch Sinn machte, von einer solchen Trennung zu sprechen, weil die Hemisphären realiter getrennt waren, ging dann zu einem deutschsprachigen Schweizer Verlag und fand sich zuletzt im Frankfurter gutleut verlag ein, wo sie gerade mit ihrem Band "alles lichter winter" die reihe licht eröffnete.

Die Texte des Buches changieren zwischen kurzem Prosagedicht und rhythmisch abgeziekelten freien Versen. Vielleicht kann man sie oft als Naturgedichte bezeichnen, wenn man unter Natur mehr versteht, als die Ansammlung organischen Materials außerhalb unserer Städte. Natur beginnt in Igels Dichtung unmittelbar vor den Augen und unter der Hand, hat sich in das menschliche Siedlungswesen geschlichen, und was dem einen als Makel erscheint,wird der anderen zum Ausweg. Ich möchte, um das zu illustrieren, an dieser Stelle einen Text des Bandes komplett zitieren:

Schönschrift der ordnungder tröstung landschaft – die zeile kam mir, als ich dasgelände des fontane centers passierte, dieser mehrwert –deponie, in der die bäume in reihe und von gleich hohemwuchs, eine art schönschrift der ordnung darstellen, der zuteilung und anmutung …

Igel betreibt auch einen lyrischen Blog, auf dem man sich in ihr als Splittern gefügtes Weltbild lesen kann. Das oder der Blog heißt [umtriebe] und hier kann man sich der aktuellen Gedankenbewegungen der Autorin versichern, oder man kann, um es in der Sprache des Netzes auszudrücken, ihnen folgen. Doch bleibt auch das Buch in jedem Fall auch als solches Ereignis. Die gestalterische Qualität der Produkte des gutleut verlags sind Legion.

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