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Literatenfunk

Ein Lieblingsautor
Jochen Schmidt
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piqer: Jochen Schmidt
Donnerstag, 19.11.2015

Ein Lieblingsautor

Seit ich bei einem Aufenthalt in Sarajevo im Winter 2003/2004 im großartigen Buchladen "Buybook" unbekannterweise Aleksandars Hemons "The question of Bruno" gekauft, und dann in einem heruntergekommenen Hotel in Belgrad gelesen habe, warte ich sehnsüchtig auf jedes neue Buch von ihm, wie es mir früher höchstens mit Platten von Lou Reed ging. "Das Buch meiner Leben" soll eine Art Autobiographie in längeren Erzählungen sein. Die Kindheit und Jugend waren eine Idylle aus Rockmusik, Bandenkämpfen, Großfamilie: "Wie viele junge Menschen, die in der Sicherheit des Sozialismus aufwuchsen, war ich ein Nihilist und wohnte bei den Eltern." Der letzte Text erzählt vom Krebstod seiner kleinen Tochter, was eigentlich unmöglich scheint: "Ihre unauslöschliche Abwesenheit ist nun ein Organ un unseren Körpern, dessen Funktion einzig darin besteht, unablässig Schmerz zu verursachen." Dazwischen lag der Weggang aus Sarajevo nach Chicago, genau zum Beginn des Kriegs. "Eines Abends ging ich in das Olympic Museum Café, einen unserer alten Treffpunkte, und beobachtete, wie die Leute gläsernen Blicks vor sich hinstarrten, kaum miteinander sprachen, manche vollgedröhnt, andere wie gelähmt, alle beunruhigt, denn es war nicht mehr zu leugnen – es war aus. Der Krieg war gekommen, und nun warteten wir darauf, wer überleben, wer töten und wer sterben würde." Immer wieder muß erzählt werden, wie es zum Krieg kam, ohne es je erklären zu können: "Ich löschte diesen wertvollen, jugendlichen Teil von mir, der geglaubt hatte, daß man die Geschichte ignorieren und sich mit Hilfe der Kunst vor dem Bösen verstecken könnte."

8,3
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Kommentare 1
  1. J. Schneider-Maessen
    J. Schneider-Maessen · Erstellt vor 25 Tagen ·

    (2).

    ...es ist nicht das, was im Verlaufe der Zeit gewesen ist, überprüft im Angebot der Überraschungen oder der Wunder dieser Welt; es ist weder das Grandiose noch das Beindruckende; es ist nicht einmal unbedingt das Fremde: im Gegenteil, es dürfte eher das wiedergefundene vertraute sein....

    (G.Perec)

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