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Literatenfunk

Karla Paul
Kulturjournalistin
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piqer: Karla Paul
Samstag, 19.09.2020

Die Kunst, die Künstler*in und die Komplexität

Was passiert, wenn das Fandom zusammenbricht? Bestseller-Autorin J. K. Rowling wird jetzt zum Opfer der eigenen Reichweite und ihre Fans stolpern über die Enge der eigenen Anbetung. Theresa Bäuerlein erklärt von Anfang an, wie und weshalb es eigentlich dazu kam, dass die von Millionen Fans weltweit geliebte Schriftstellerin Rowling auf einmal Hass erfährt: 

Wiederholt hatte sie sich transfeindlich geäußert und das nicht etwa aus Unkenntnis, sondern aus Mangel an Empathie und Willen, andere Möglichkeiten als die ihres binären Geschlechtsverständnisses anzuerkennen: 

Rowling weiß das, denn sie beschäftigt sich seit Jahren mit Transthemen. Ihr Tweet ist absichtlich bissig. Denn sie hat ein großes Problem mit geschlechtsneutralen Formulierungen für körperliche Aspekte, die für sie eindeutig weiblich oder männlich sind.

Beständige Versuche, ihr das Problem an ihrer Sicht zu erklären und welche Folgen ihre reichweitenstarke Einstellung und ihre beharrliche, beleidigende Verteidigung für trans Menschen weltweit hat (d. h. eine Verfestigung von Vorurteilen, eine Bestätigung rechts-konservativer Weltbilder und Politik etc.) scheiterten: 

TERF ist eine Abkürzung für „Trans-exclusionary Radical Feminist“, im Deutschen spricht man von einem „trans-ausschließenden radikalen Feminismus“. Dahinter steckt der Glaube, dass Transfrauen nicht wirklich Frauen und Transmänner keine echten Männer seien. Rowling schickte ihren Blogpost mit dem Label „TERF-Wars“ ins Internet. Das war eine Kampfansage. Selbst die Hauptdarsteller aus den Harry-Potter-Filmen distanzierten sich danach von den Äußerungen der Autorin. 

Nun setzt Rowling noch einen drauf: 

Diese Woche hat sie unter ihrem Pseudonym Robert Galbraith einen Krimi veröffentlicht: „Troubled Blood“, zu Deutsch „Böses Blut“. Der Mörder darin: Ein Mann, der Frauenkleider trägt und in gestohlene Damenunterhosen masturbiert.

Es wäre nun eine Sache, wenn sie sich aufgrund ihrer Unkenntnis zurückzieht – so hat sie aber nicht nur den Unmut der Fans auf sich gezogen inkl. derer, die ihre "Harry-Potter"-Reihe stets für ein seitenreiches Fest der Diversität hielten, sondern nach den Twitter-Auseinandersetzungen tatsächlich absichtlich ihre literarische Stimme gegen trans Menschen genutzt. Damit spricht hier nicht mehr nur der Mensch J. K. Rowling, sondern auch die Autorin, die Kunst wird als Mittel verwendet, in diesem Fall leider gegen die Werte, die sie in ihren früheren Romanen angeblich vermitteln wollte. 

Journalistin Theresa Bäuerlein spricht aber final auch das Problem der Komplexität an, die wir oft mit Kunst und Künstler*in haben – dass wir weder trennen können, noch trennen wollen und es für uns oft schwer auszuhalten oder gar zu verstehen ist, wenn wir Literatur, Musik, Malerei lieben und diese künstlerische Arbeit als übermenschlich verehren, den Menschen dahinter aber nicht als solchen sehen wollen: 

Man kann nicht vielschichtige Ansichten zu Geschlechtern gut finden und erwarten, dass Menschen ansonsten einfach sind. Rowlings Sündenfall bedeutet, dass ihre Fans, die eigentlich längst erwachsen sind, es nun wirklich werden und verstehen müssen, dass ein guter Mensch zu sein, eine komplizierte Sache ist. Man wird es nicht dadurch, dass man sich auf die Seite des richtigen Hashtags schlägt. 

 

Die Kunst, die Künstler*in und die Komplexität

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