Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Community-Kanal:

Literatenfunk

Bettina Schnerr
Bettina Schnerr
Community piq
Donnerstag, 17.01.2019

Die positiven Utopien sind verschwunden

Margaret Atwood sagte über ihre Literatur, die gerne von Zukunftsvisionen handelt: “I’m not a prophet. Prophecies are really about now. In science fiction it’s always about now. What else could it be about? There is no future.”

In den Programmen der Verlage tauchen vermehrt (und in den aktuellen Frühjahrsprogrammen der Verlage auffällig oft) Zukunftsvisionen auf. Für Deutschlandfunk Kultur unterhielt sich Joachim Scholl mit der Publizistin und Literaturkritikerin Sigird Löffler über diese literarische Welle, in der kein Platz für rosige Visionen ist. Es sind ausnahmslos Dystopien, in denen sich aktuelle Strömungen auf negative Weise entwickeln und die keinen Raum für echte Verbesserungen lassen: Roboter, die uns die Arbeitsplätze wegnehmen, Überwachungsdiktatur oder Überbevölkerung.

Warum sind Dystopien gerade so groß im Kommen und was bedeutet ihre Präsenz im Literaturmarkt?

Die positiven Utopien sind verschwunden
9,2
11 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Kommentare 2
  1. Moritz Orendt
    Moritz Orendt · vor etwa einem Monat

    Interessanter piq, danke. Was ich mich immer frage: Gab es früher mehr Utopien in Buchform?

    Vielleicht sind Utopien einfach langweiliger als Dystopien und wir gruseln uns einfach gerne.

    1. Bettina Schnerr
      Bettina Schnerr · vor etwa einem Monat

      Das mag mitunter stimmen. Wenn alles in Butter ist, das Buch gefällig, dann langweilt man sich als Leser eben auch schnell. Von einer guten Dramaturgie leben eigentlich alle guten Bücher, gerade jene, die in uns nachhallen.

      Dystopien nehme ich etwa so wahr wie Atwood: Sie sind Risikoanalysen des Heute. Über die Zukunft kann man nicht schreiben, weil man sie tatsächlich nicht kennt. Die Autoren extrapolieren zeitgenössische Ideen und Konzepte und überlegen, wohin sie führen könnten. Löfflers Kommentar dazu finde ich darum wichtig: "Die Autoren wollen uns zur Umkehr, zum Umdenken zwingen. Und sie dringen auf radikale Lösungen, möglicherweise auf weitaus radikalere Lösungen, als die Politiker es je wagen würden, zu denken." Über Literatur kann man, weil Fiktion, ganz andere Denkanstöße geben.