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Betonformsteine
Jochen Schmidt
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piqer: Jochen Schmidt

Betonformsteine

Auf meinen Reisen durch Ostdeutschland habe ich nach und nach Geschmack an den faszinierenden, das Auge verwirrenden Oberflächen der Betonformsteinwände gefunden und wollte mehr darüber wissen. Zumal diese Bauform heute so gut wie keine Lobby mehr hat, weil die meisten Betrachter über solche Oberflächen ein sehr oberflächliches Urteil fällen. Wie schön, dass es sogar zu so etwas Fachliteratur gibt (Luise Helas, Wilma Rambow, Felix Rössl: "Kunstvolle Oberflächen des Sozialismus: Wandbilder und Betonformsteine", Forschungen zum baukulturellen Erbe der DDR, Nr.3, Bauhaus-Universitätsverlag Weimar). Das Buch enthält eine Arbeit über das umstrittene Werk von Walter Womacka, das teilweise geschützt ist, wie das Wandbild am Haus des Lehrers, aber teilweise auch zerstört wurde, wie die Wandbilder "Der Mensch schafft sich seine Welt" im abgerissenen Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten (für das sich 1995 noch niemand eingesetzt hat). Eine zweite Arbeit gibt einen Überblick über baugebundene Kunst in der DDR, u.a. die faszinierenden Keramik-Monumentalbilder von Josep Renau in Halle-Neustadt. Der dritte Text widmet sich dem Werk von Hubert Schiefelbein, einem der Meister der Betonformsteinkunst, die für den Laien meistens anonym bleiben. Man erfährt etwas über die Ursprünge dieses Phänomens zwischen Plastik und Tektonik und es gibt einen Überblick über Formen von der Halbschale SE 2 bis zur Kreuzkehre, der Mona Lisa der Betonformsteine. Es macht Spaß, sich daraufhin auf die Jagd nach weiteren überwucherten, halb abgerissenen, vergessenenen, der Wissenschaft vielleicht noch unbekannten, in den meisten Fällen aber von den Menschen missachteten Beispielen einer einzigartigen Kunstform zu begeben.

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