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Liebe, Sex und Wir

Wie wir in Zukunft Kinder kriegen

Jennifer Sutholt
Blogger

Seit vier Jahren habe ich mit einem Co-Vater eine kleine Tochter und blogge über unsere etwas andere Familie. Anderen Frauen und Männern Mut machen, neue Ansätze finden, das Aufbrechen verkrusteter Strukturen, das ist meine Intention.

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Jennifer SutholtMontag, 29.11.2021

In der FAZ gibt es eine Serie zum Thema Kinderkriegen in der Zukunft. Da sich auf diesem Gebiet ziemlich viel ändert, andere Familienmodelle außer der heteronormativen Kleinfamilie immer mehr in die Öffentlichkeit rücken, gibt es genug Themen und Wege zum Wunschkind, die vorgestellt werden könnten. Auf diese Änderungen geht der Einstiegsartikel auch ein:

Jetzt gibt es immer mehr Bücher für die Jüngsten, in denen nicht mehr die traditionelle Familie im Mittelpunkt steht. Mama, Papa und zwei Kinder, das waren einmal die Protagonisten. Immer häufiger werden Geschichten mit zwei Papas oder Mamas oder nur einem Elternteil erzählt. Für die, die jetzt noch auf kleinen Füßen durch die Welt laufen, werden diese Familienmodelle nichts Neues oder gar Fremdes mehr sein.

Und dann folgen Artikel über Adoption, über den Weg ins Kinderwunschzentrum, aus männlicher Sicht, über ein schwules Paar mit einer Leihmutter. Außerdem ein kurzer Bericht von einer Frau, die nach einer Trennung ihr zweites Kind von einem privaten Samenspender bekommt. Schade finde ich, dass alternative Familienmodelle wie Co-Elternschaft oder den Weg der Solomutter gar nicht berichtet wird. Denn alternative Familienmodelle werden immer bekannter und beliebter. Auch Pflegekinder fehlen in dieser Reihe.

Es gibt einen Artikel zum Thema Solomutter in der FAZ, schon von April 2021, in dem das Modell gut erklärt wird, auch die Co-Elternschaft ist vertreten.

Und dann gehört der Serie noch ein Artikel an, der leider unfassbar ignorant ist. In „Das Gewese um die Schwangerschaft“ lässt sich eine Ärztin mit verändertem Namen darüber aus, wie schrecklich sie heutige Mütter und deren Selbstverständnis findet. Außerdem äußert sie sich abfällig darüber, wie Frauen ihre Geburten planen und, Skandal, selber über ihren Körper bestimmen und gewaltsame und unnötige Eingriffe ausschließen möchten:

Und trotzdem ist selbst die Geburt längst Teil des Hypes. „Das ist meiner Meinung nach ein kritischer Moment im Leben von zwei Menschen“, sagt Annika Schutt. „Es ist etwas Gefährliches für Mutter und Kind, aber es wird wahrgenommen wie eine Zeremonie.“ in der Zeit, als Schutt in der Klinik tätig war, schlugen Frauen zunehmend mit Geburtsplänen auf; sie hatten aufgeschrieben, was sie alles wollen, was sie nicht wollen. „Vor allem, dass wir alles mit dem Partner absprechen müssen“, sagt Schutt. außerdem: keinen Dammschnitt, keine Saugglocke, nicht von oben mitdrücken, nach eigenem Tempo atmen.

Zum Glück gibt es gleich einen Gegenartikel von hebammenblog.de, die diese Aussagen nicht unkommentiert stehen lassen möchten:

Das hier soll eigentlich kein Rant sein. Im Gegenteil, ich denke darüber nach, wie man diese schädliche Sicht auf Geburten endlich verändern kann. Die Medien haben ja eine große Macht und entsprechend eine Verantwortung. Ja, ich habe mich wirklich über den Artikel geärgert. Ich finde es auch echt schade, dass dieser Artikel unter der Rubrik „Neue Trends“ veröffentlicht wurde, was ja impliziert, dass der Text eine gesellschaftliche Strömung beschreibt. Dabei handelt es sich lediglich um die Meinung einer einzelnen Ärztin (auch wenn ich fürchte, dass sie mit ihrer Meinung nicht allein ist). Diese Meinung wurde weder hinterfragt, noch wurde ihr etwas entgegengestellt.
Beim zweiten Lesen hat es mich dann irritiert, dass der Name der Ärztin geändert wurde. Denn, wenn man von etwas überzeugt ist, kann man doch zumindest dahinterstehen. Ihr muss also schon klar gewesen sein, dass sie sich damit auf unsicheres Terrain begibt. Evidenzbasiert sind ihre Ansichten jedenfalls nicht.

Der Artikel von Jennifer Wiebking zeigt leider nur zu deutlich, wie weit der Weg noch ist, bis Themen rund ums Kinderkriegen tolerant, Frauen zugewandt und offen besprochen werden können.

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Kommentare 1
  1. Theresa Bäuerlein
    Theresa Bäuerlein · vor 8 Monaten

    Sehr interessante Serie. Können wir kurz erwähnen, dass es eigentlich schon ziemlich viel aussagt, dass bereits die FAZ eine gute Serie gibt, in denen alternative Familienmodelle positiv vorkommen? Vor zehn Jahren noch undenkbar, oder? Zum Thema Geburten finde ich es sehr schade, dass die Diskussion oft so in Empörung kippt. Absolut nachvollziehbar aus Sicht jedes Menschen, der schon einmal eine schlechte Erfahrung beim Gebären gemacht hat, leider sind es viele. Dass Ärzt:innen Geburten vor allem aus medizinischer Sicht betrachten, ist schade, aber für mich nicht überraschend. Ob die Ärztin ihren Namen geändert hat, weil sie nicht mit hartem Gegenwind gerechnet hat?

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