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Liebe, Sex und Wir

Natalie Mayroth
Journalistin, Kulturwissenschaftlerin, Netizen
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piqer: Natalie Mayroth
Montag, 25.03.2019

Wie deutsche Wikipedianerinnen für unser freies Wissen im Netz kämpfen

Wann habt ihr das letzte Mal einen Brockhaus in der Hand gehabt und wann eine Person oder einen Begriff auf Wiki(pedia) nachgeschlagen? Das mit dem Lexikon ist bei mir schon ein paar Jahre her. Und selbst in einer der größten Bibliotheken in Berlin konnte ich kein Nachschlagewerk finden, das für meine Zwecke aktuell genug gewesen wäre. Wie ich heute mit dem Wissen aus dem Netz arbeite, ist ganz anders, als wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, in der wir gewarnt worden sind, nicht zu viel auf Wikipedia zu gucken. Das kam von allen Seiten, außer von unserem Chemielehrer. Heute nutze ich Wikipedia oft für weitere Referenzen oder einen schnellen Überblick. 

Dabei bin ich vor ein paar Jahren auf den Gender Gap auf Wikipedia aufmerksam geworden: 1. Gibt es viel weniger Frauen, die auf der Plattform editieren, also schreiben und 2. gibt es viel weniger Artikel über Frauen. Warum das so ist, hat auch damit zu tun, aus welcher Ecke die WikipedianerInnen ursprünglich kommen (männliche Computernerds), doch heute hat es mehr damit zu tun, wer die Edits von und über Frauen versucht zu manipulieren. „Wenn Männer bestimmen, was sinnvoll ist, was Relevanz hat, dann tauchen Frauenthemen eben nicht auf“, sagt Sandra, die seit 2012 an Artikeln für die deutsche Wikipedia (weiter-)schreibt. Wie schnell ein Eintrag über eine Frau beziehungsweise ein weibliches Kollektiv verschwinden kann, habe auch ich persönlich gemerkt. Nachdem unser Bloggerkollektiv Selbstdarstellungssucht 2015 einen Preis der Bundesregierung gewann, legte eine Wikipedianerin uns einen Eintrag in der quasi Hall of Fame des Netzes an. Es dauerte einen Tag, bis ein Mann veranlasste, dass er gelöscht wurde. Doch es gibt Frauen, die weiter dagegen anschreiben. Und das ist gut so, sonst würde Wikipedia ganz anders aussehen. Hier könnt ihr mehr über Saskia, Corinna, Sandra und ihre wichtige Arbeit lesen. 

Wie deutsche Wikipedianerinnen für unser freies Wissen im Netz kämpfen
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