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Liebe, Sex und Wir

Antje Schrupp
Politikwissenschaftlerin, Journalistin
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piqer: Antje Schrupp
Samstag, 28.01.2017

Warum nach dem ersten Kind die Geschlechterfalle zuschlägt — und es dafür keine simple Lösung gibt

Viele heterosexuelle Paare starten heute mit dem Wunsch, eine gleichberechtigte Beziehung zu führen. Aber nach der Geburt des ersten Kindes finden sich sehr viele dann doch in der klassischen Geschlechterfalle wieder: Sie versorgt (überwiegend) die Kinder, er verdient (überwiegend) das Geld. 

Manche fordern deshalb, die staatlich unterstützte Elternzeit verpflichtend Fifty-Fifty zwischen Vätern und Müttern aufzuteilen. Dann könnte jeder Elternteil nur maximal sieben Monate Elternzeit nehmen. Aber würde das wirklich dazu führen, dass mehr Männer in Vollzeit Kinder versorgen? Oder würde das einfach nur Frauen Elternzeitmonate wegnehmen?

Ausgehend von dieser Frage dröselt Barbara Vorsamer auf, warum es beim Thema Kinderversorgung und Geschlechterrollen keine einfachen Antworten gibt. Nicht die eine richtige Lösung, sondern viele Wege, die alle Licht und Schattenseiten haben. Tausend Faktoren spielen dabei eine Rolle, ökonomische, kulturelle, individuelle, politische. Und das ist es, was Veränderung blockiert.

Weil alle ein bisschen schuld sind, ist keiner verantwortlich, keiner muss was ändern und das Karussell dreht sich weiter in die Richtung, in die es immer schon gefahren ist. Die Richtung ändern ginge nur, wenn alle gleichzeitig umdrehen – wer es alleine versucht, wird umgefahren.

Was für ein schönes Bild: Wann alle mal aufhören würden, mit den Fingern auf die anderen zu zeigen? Wenn Unternehmen, Männer, Frauen, Stammtische, Medien und Politiker_innen bei diesem Thema allesamt mal innehalten würden, tief Luft holen — und sich dann ganz langsam in die Gegenrichtung in Bewegung setzen?

Warum nach dem ersten Kind die Geschlechterfalle zuschlägt — und es dafür keine simple Lösung gibt
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