Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Liebe, Sex und Wir

Antje Schrupp
Politikwissenschaftlerin, Journalistin
Zum piqer-Profil
piqer: Antje Schrupp
Montag, 17.04.2017

Vorschlag: Flexibles Zeitkonto (nicht nur) für Familienarbeit

Die Nicht-Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist nach wie vor eines der größten Probleme, vor dem Menschen stehen, die Kinder haben wollen. Als Alleinerziehende gehen sie ein großes Armutsrisiko ein und stehen riesigen Anstrengungen gegenüber. Als Paare müssen sie ein Arrangement der Aufteilung von Erwerbsarbeit und Fürsorgearbeit finden, was häufig konfliktreich ist und zu Stress oder Ungerechtigkeiten in Beziehungen führt.

Die Soziologin Karin Jurczyk schlägt in diesem Interview vor, das Problem durch Einführung eines flexiblen Zeitkontos für Arbeitnehmer_innen zu lösen: Jeder Mensch hätte im Lauf des Arbeitslebens fünf bis acht Jahre „Zeit", um sich anderen Aufgaben zu widmen. Das kann das Erziehen von Kindern oder die Pflege von Angehörigen sein, aber auch politisches oder ehrenamtliches Engagement. Die Auszeit würde durch Sozialabgaben oder Steuern finanziert. 

Da die Ansprüche individuell sind, wäre das ein Anreiz, Sorgearbeiten zwischen Männern und Frauen gleichmäßiger zu verteilen. Und da die Auszeit nicht, wie das heutige Elterngeld, ans Kinderhaben geknüpft wäre, bestünde eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass auch Nicht-Eltern sie in Anspruch nehmen würden — und so das Ungleichgewicht zwischen den beiden Gruppen am Arbeitsplatz etwas gemindert würde.

Interessanter Vorschlag, über den es sich lohnt, nachzudenken. 

Vorschlag: Flexibles Zeitkonto (nicht nur) für Familienarbeit
8
3 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied für unter 4€ pro Monat!

Kommentare 1
  1. Marion Bruchhäuser
    Marion Bruchhäuser · vor 9 Monaten

    Vielen Dank für den Lesetipp. Was spannend wäre, im Originalartikel jedoch dann nicht mehr wirklich angesprochen wird, ist die Nutzung des Zeitkontontos für politisches Engagement. Wenn man durch so eine Maßnahme eine breitgefächertere Repräsentation der Gesellschaft in der Politik erreichen könnte wäre das sicher ein großes Plus. Auch für Lehrtätigkeitein stelle ich es mir spannend vor. So könnte man Lehrer entlasten und frischen Wind in den Unterricht bringen.