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Liebe, Sex und Wir

Judka Strittmatter
piqer: Judka Strittmatter
Mittwoch, 07.06.2017

"Schmerz macht böse"

Der Psychiater Günter H. Seidler ist Traumaforscher – und als solcher beschäftigt er sich mit den Auswirkungen des Liebeskummers. Ja, richtig gehört: Liebeskummer kann traumatisch sein. Gut, dass der Fachmann es hier noch einmal explizit ausspricht, die Leidenden selbst werden ja schnell der Dramatisierung bezichtigt. "Schon die Bezeichnung", sagt Seidler, ist im Grunde bagatellisierend: Liebeskummer, das klingt nach einem Teenagerproblem, das sich auf dem Schulhof abspielt. Dabei sprechen wir von einem seelischen Leiden, das auch viele Erwachsene aus der Bahn wirft." In diesem Geo-Wissen-Interview spricht Seidler zwar auch schon bekannte Fakten dieses besonderen Herzschmerzes an, bringt aber auch weniger Bekanntes: Wie sehr uns eine gescheiterte Beziehung schmerzt, wenn wir in ihr eine Liebe suchen, die wir schon von Mutter und Vater nicht bekommen haben. Wie brutal sich das Verlassenwerden anfühlt, wenn wir unseren Partner (absichtslos) als unseren Therapeuten gesehen haben, als unseren Retter vor uns selbst. Sicherlich sinnvoll ist es, sich das gesamte Interview mit Seidler zu besorgen, um noch tiefer in eine Materie einzudringen, die keinem von uns fremd ist, die wir aber alle noch besser verstehen könnten. Auch um die Aggression und die Wut der Leidenden als das zu verstehen, was sie wirklich sind: Ausdruck höllischer Schmerzen. Und nicht Boshaftigkeit per se. 

"Schmerz macht böse"
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Kommentare 2
  1. Monika Kohlross
    Monika Kohlross · vor mehr als einem Jahr

    Sehr informatives Interview!
    Aus eigener Erfahrung ist es unbedingt notwendig, sich bei mangelnder Liebe im Elternhaus professionell behandeln zu lassen. Wenn man sich abfinden, dass man diese Beziehung nicht mehr erfahren oder nachholen kann, wird man auch zum erwachsenen Partner in einer Liebesbeziehung.

    1. Judka Strittmatter
      Judka Strittmatter · vor mehr als einem Jahr

      Stimmt absolut! Vielen Dank, Frau Kohlross!