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Liebe, Sex und Wir

Theresa Bäuerlein
Journalistin. Autorin. Seit (gefühlt) schon immer.
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piqer: Theresa Bäuerlein
Dienstag, 19.04.2016

Ist der Islam sexfeindlich?

Es gibt wohl kaum jemanden, der diese Frage qualifizierter beantworten könnte als Shereen El Feki. Die Journalistin ist Tochter einer Waliserin und eines Ägypters, wuchs in Kanada auf und lebt in Kairo. Sie ist außerdem praktizierende Muslima. 

El Feki hat fünf Jahre lang Frauen und Männer in den arabischen Ländern gefragt, was sie über Sex denken. Die Ergebnisse hat sie in ihrem Buch "Sex und die Zitadelle" aufgeschrieben, das jetzt natürlich brandaktuell ist. Ja, sagt sie, die islamische Welt akzeptiert nur heteronormative Sexualität wirklich: 

"Ihr Grundpfeiler ist die familiär befürwortete, religiös genehmigte und staatlich anerkannte Ehe. Dies ist eine soziale Zitadelle, wie jene unbezwingbaren Festungen, die einst die islamische Welt stützten, von Marrakesch bis Kaschgar, die jedem öffentlichen Angriff, jeder Infragestellung des sexuellen Status quo widersteht. Und rund um die Zitadelle erstreckt sich ein weites Gelände von Tabus – gegen Sex vor der Ehe, Homosexualität, uneheliche Mutterschaft, Abtreibung, Sexarbeit – sowie eine Kultur der Zensur und des Schweigens, propagiert von der Religion, gestützt vom Gesetz und vollstreckt durch soziale Gepflogenheiten." 

Soweit bestätigt sie damit, was die meisten sowieso denken. Aber, Überraschung: Sexfeindlich sei der Islam nicht, meint sie. Warum, erklärt sie in diesem Gastbeitrag für die ZEIT. Kleiner Teaser: Ein Ausschnitt aus einer Geschichtensammlung des Islamgelehrten Abd al-Rahman al-Suyuti aus dem 15. Jahrhundert: 

"Ich zeigte ihr meine Rute aus Eisen, deren Ausmaße in Umfang und Länge gewaltig waren. Oh prachtvolles Werkzeug, bereit, kraftvoll, aufrecht und stramm! Ein Ding, das, wäre es ein Minarett, selbst die Toten zum Gebet zu rufen vermöchte."

Ist der Islam sexfeindlich?
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