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Liebe, Sex und Wir

Katrin Rönicke
Autorin und Podcasterin
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piqer: Katrin Rönicke
Mittwoch, 15.02.2017

„Fräulein Ficki-Ficki"

Wie sagte Alice Schwarzer, wie titelte die Reflex-Presse? Achja: „Gangbang-Party" und „Sex-Mob" — muslimischer, arabischer, nordafrikanischer „Sex-Mob", so nannte man die Männer, die in der Silvesternacht 2015 junge Frauen am Bahnhof in Köln belästigten, sexuell misshandelten, Gewalt ausübten, straftätig wurden. In Sachen Köln kann man auch mehr als ein Jahr nach den Ereignissen meist beobachten, wie die eine Seite „falsche Toleranz" anprangert und als Allheilmittel fordert, „Nafris" abzuschieben — Vorurteile dienen hier meist als Argumente. Während die andere Seite ganz nach dem Sprichwort „ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem" an ihrer Toleranz festhält, aber auch nicht so recht weiß, wie man eigentlich reagieren soll. Was hilft denn wirklich? Der lange Erfahrungsbericht von Sophie Roznblatt im ZEIT Magazin gibt eine Antwort: Sexualaufklärung! Sie stellt aufgrund jahrelanger Erfahrung als Sexual-Lehrerin in Indien und in der Arbeit mit Flüchtlingen fest: „Sexuelles Unwissen wird häufig in hypersexuelles Verhalten und Aggressivität übersetzt." Also geht sie es entsprechend an. Keine Frage ist dumm, alle werden beantwortet, ernst genommen. Sie erklärt und zeigt. Den Text zu lesen, macht einerseits Spaß, denn Roznblatts Humor ist entwaffnend und schmerzfrei. Aber mir kamen auch die Tränen beim Lesen — wie sie mir immer kommen, wenn es um Bildung geht und mir wieder einmal klar wird, wie dramatisch die Folgen sein können, wenn Bildung ein Luxusgut ist, keine Selbstverständlichkeit. „Jeder Mensch hat ein Recht darauf, über seinen Körper Bescheid zu wissen und seine sexuellen Bedürfnisse artikulieren zu können." So einfach könnte es sein, wenn mehr beherzte Menschen wie Roznblatt anpackten, wenn weder Vorurteile noch Ratlosigkeit die Macht ergreiften. Ein wichtiger Text, ein wichtiger Schritt. 

„Fräulein Ficki-Ficki"

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