Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kuratoren aus Journalismus, Wissenschaft und Politik empfehlen
und kommentieren die besten Inhalte im Netz.

Du befindest dich im Kanal:

Liebe, Sex und Wir

Theresa Bäuerlein
Journalistin. Autorin. Seit (gefühlt) schon immer.
Zum piqer-Profil
piqer: Theresa Bäuerlein
Samstag, 23.04.2016

Das bessere Fremdgehen

Werden monogame Beziehungen bald aussterben? In Großstädten und bestimmten Altersgruppen (= jung) mag das manchmal so aussehen. Aber wenn man sich anschaut, wie viele Menschen jedes Jahr heiraten, ist klar, dass dieses Beziehungsmodell trotz aller damit verbundenen Schwierigkeiten weiterhin stark ist. Die Zahl der Eheschließungen scheint sogar einen leichten Aufwärtstrend zu erleben. Viel spricht trotzdem dafür, dass in Zukunft noch andere Beziehungsformen, die mehr als einen Partner einschließen, in der Normalität ankommen werden. Und da wir Menschen nun einmal gerne alles kategorisieren, gibt es bereits jetzt eine verwirrende Anzahl von Bezeichnungen für solche Modelle: Polyamorie, freie Liebe, offene Beziehungen, Polygamie, Monogam-ish undsoweiter. Über allen schwebt aber immer die Frage: Funktioniert das? Natürlich gibt es darauf keine eindeutige Antwort. Denn dann müsste man gleich noch eine Frage beantworten: "Funktioniert" Monogamie? "Jein" ist auf beides die einzig ehrliche Erwiderung. Weil Menschen komplex sind. Weil kein Beziehungsmodell für alle passt. Und weil das auch von Lebensphasen abhängen kann. 

Dieser Artikel macht einen gelungen Versuch, das Thema zu umkreisen. Indem er über zwei Frauen und einen Mann berichtet, die polyamourös zusammenleben. Dabei stößt die Autorin auf spannende Aspekte. Zum Beispiel den, dass Eifersucht nicht eine alles verzehrendes Leidenschaft sein muss, sondern dass man sie auch wie Kopfschmerzen behandeln kann. Die man halt mal hat, die aber auch vorbeigehen. Oder die überaus interessante Feststellung, dass Menschen in offenen Beziehungen sexuell unzufriedener sind als Monogamisten, während polyamore Partner sexuell ebenso glücklich oder noch glücklicher als diese sind. Und dann wäre da natürlich auch diese goldene Einsicht von Josh aus dem Dreiergespann: "The stuff in poly that’s difficult is not the sex. It’s where the goddamn spoons get put away.”

Das bessere Fremdgehen
8
3 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied!

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Liebe, Sex und Wir als Newsletter.