Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kuratoren aus Journalismus, Wissenschaft und Politik empfehlen
und kommentieren die besten Inhalte im Netz.

Du befindest dich im Community-Kanal:

Liebe, Sex und Wir

Robert Fendt
Dieser User hat noch keine Qualifikation eingetragen.
Zum User-Profil
Robert Fendt
Freitag, 06.05.2016
Community piq

Intoleranz als "Menschenrecht"

In den USA wird derzeit stark um sogenannte "Bathroom Bills" gekämpft. Bei der Debatte geht es vorgeblich darum, ob transidente (bzw. trans) Menschen (insbesondere Transfrauen), eine öffentliche Gefahr darstellen. Dahinter steckt vor allem eine zutiefst regressive Einstellung, die eigene Freiheit darüber definiert, was andere Menschen nicht dürfen; ein besonders eindrückliches Beispiel dafür findet sich derzeit im Bundesstaat Illinois.

Die Frage ist als solche nicht neu. Ob es um Evolutionsunterricht an Schulen geht, die Ehe für alle oder das Tanzverbot an Karfreitag: es gibt in unseren westlichen Gesellschaften stark konservativ eingestellte Minderheiten, für die allein die Existenz bestimmter Ansichten oder Lebensmodelle eine beinahe nicht zu ertragende Zumutung darstellt.

Besonderer Verfolgung ausgesetzt sind traditionell dabei neben Menschen mit anderer Hautfarbe oftmals trans Menschen, also Personen, deren Geschlechtsidentität nicht mit der anhand äußerer Merkmale nach der Geburt "zugewiesenen" Identität übereinstimmt. (Das Wort "trans" wird hier als Oberbegriff benutzt, der ein weites Spektrum an Identitäten umfasst, insbesondere auch die von Menschen, die sich im klassischen Geschlechter-Raster überhaupt nicht wieder finden.)

Bei den "Bathroom Bills" geht es grob gesagt darum, dass Menschen bei der Benutzung von öffentlichen Toiletten oder Umkleiden auf ihr bei Geburt eingetragenes Geschlecht festgelegt werden sollen; begründet wird dies u.a. mit Männern, die sich ansonsten verkleiden würden und auf der Toilette dann Frauen und Mädchen auflauern.

Der Bundesstaat Illinois hatte kürzlich einen einschlägigen Rechtsstreit verloren und musste einer jungen Transfrau in der Folge ermöglichen, sich in den Mädchen-Umkleiden ihrer Schule umzuziehen. Nun haben konservative Eltern dagegen geklagt. Ihr Argument: die Anwesenheit der jungen Frau verstöre ihre Kinder und sei beinahe schon sexueller Missbrauch.

Letztlich klagen Menschen also gegen die Existenz eines Menschen.

Intoleranz als "Menschenrecht"
8,3
4 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied für unter 4€ pro Monat!

Kommentare 1
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · vor mehr als einem Jahr

    Sehr wichtiger Text. Vielen Dank!