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Klima und Wandel

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
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piqer: Nick Reimer
Montag, 30.01.2017

Wie die Offshore-Windräder die Nordsee beleben

Rund 700 Windräder stehen mittlerweile Offshore — also im Meer vor Deutschlands Küsten. Und weil dort die Winde sehr stabil blasen (und das Investment vor allem für große Konzerne, Pensionsfonds oder Investoren lukrativ ist), sollen in den nächsten 15 Jahren tausende folgen. Fragt sich: Wie wirkt sich das auf die Nord- und Ostsee aus?

Jens Lüdecke beschäftigt sich im Rahmen seiner Doktorarbeit mit den Auswirkungen auf die Umwelt. Und die sind offensichtlich überaus positiv: "In der deutschen Nordsee finden sich hauptsächlich Sandbiotope und damit vergleichsweise ausgeräumte Meereslandschaften", sagt Jens Lüdecke im Interview mit enorm. "Das Einbringen von Turbinen in diese Biotope führt dazu, dass sich neue Tierwelt ansiedelt, die es bis dato in der Menge dort nicht gegeben hat."

Die Windräder wirken demnach wie neue geschaffene Riffe, wodurch sich die Diversität in den Off-Shore-Windparks enorm erhöhe. Der Doktorand: "Zuerst siedeln sich Muscheln und Benthoslebewesen – also Meeresbodenbewohner wie Krustentiere und Würmer – an den Turbinen an. Diese locken Fische an und die Fische wiederum ziehen, möglicherweise, Schweinswale und Vögel an. Insgesamt führt das dazu, dass sich in den Windparks mehr Lebewesen wiederfinden als vorher in der Region waren."

Wenn sich das bewahrheitet und durch weitere Forschungen erhärtet, hat der Naturschutzbund NABU ein Problem: Der hatte 2014 gegen das Projekt Butendiek geklagt, ursprünglich angelegt als Bürgerwindpark. Der NABU argumentierte bei seiner Klage: "Das Gebiet ist die Kinderstube des Schweinswals in der südlichen Nordsee."

Doktorand Jens Lüdecke kommt jetzt zu dem Schluss, die Schweinswale würden durch den Betriebsschall der Windparks nicht beeinträchtigt. "Die Schallemissionen sind offenbar so gering, dass sie das nicht als Störung wahrnehmen." Allerdings bleibt da noch der Baulärm, der nicht wegzudiskutieren ist. Lüdecke: "Aber nach der Rammung kommen sie genauso gerne wieder, wie sie vorher da waren.

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