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Klima und Wandel

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
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piqer: Nick Reimer
Mittwoch, 11.03.2020

Wetterbilanz für 2019: Ein Jahr mit Schrecken

Die Welt-Meteorologie-Organisation WMO ist so etwas wie die oberste Wetterbehörde der Welt. Der UNO-Sonderorganisation gehören 193 Staaten an, also fast alle UN-Mitglieder. Einmal im Jahr veröffentlicht die WMO den Bericht "State of the Global Climate", in dem sie Bilanz der aktuellen Messdaten sowie der Auswirkungen des Klimawandels auf Natur, Gesundheit, Ernährungssicherheit und Migration zieht. Der aktuelle Bericht ist jetzt erschienen, und er liest sich wie ein Schreckensszenario:

Die Jahre 2015 bis 2019 sind demnach die fünf wärmsten Jahre seit Beginn der Messungen, das vergangene Jahrzehnt das wärmste Jahrzehnt seit Messbeginn. Die globale Durchschnittstemperatur ist 2019 bereits auf 1,1 Grad über das vorindustrielle Niveau angestiegen, weshalb 2019 als zweitwärmstes Jahr in die Geschichte eingeht. Wärmer war bislang nur 2016, aber damals führte ein sehr starkes El-Niño-Ereignis zu einer Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur, ein Sondereffekt also.

Die Auswirkungen auf die Natur waren 2019 dramatisch: Das Meereis in der Arktis schrumpfte im September – dem Höhepunkt des arktischen Sommers – auf die drittgeringste je gemessene Ausdehnung. Grönland büßte dem Bericht zufolge mit 329 Gigatonnen überdurchschnittlich viel Eis ein, die Gletscher in aller Welt schrumpften das 32. Jahr in Folge. Auch in Sibirien und Alaska brannte es stärker als sonst, teils weit innerhalb des Polarkreises, wo Brände bislang sehr selten waren. Der Zyklon Idai, der im März 2019 auf Malawi, Mosambik und Zimbabwe in Ostafrika zuraste, war einer der stärksten, die je in dieser Region registriert wurden.

Auch auf den Menschen waren die Auswirkungen beträchtlich. Marlene Weiß schreibt in der Süddeutschen Zeitung:

Indien, Japan, Europa und besonders Australien erlebten 2019 Hitzewellen mit neuen Rekordtemperaturen. In Japan mussten wegen einer Hitzewelle 18 000 Menschen ins Krankenhaus; Frankreich verzeichnete nach den beiden Hitzewellen des Sommers 1462 zusätzliche Todesfälle. Australien hatte 2018/2019 den heißesten je erfassten Sommer. Weitverbreitete Trockenheit und Hitze waren auch die Grundlage der verheerenden australischen Waldbrandsaison mit 33 Toten bis Anfang 2020.

"Dieser Report fasst die neueste Forschung zusammen und zeigt die Dringlichkeit weitreichender Klimaschutzmaßnahmen", schreibt UN-Generalsekretär Antonio Guterres im Vorwort zum WMO-Bericht. Die Welt sei weit davon entfernt, die Erwärmung unterhalb von zwei Grad Celsius zu begrenzen – obwohl sie das doch eigentlich im Paris-Protokoll beschlossen hatte.

Passenderweise veröffentlichte die Welt-Meteorologie-Organisation eine aktuelle Grafik, die einen neuen Konzentrationsrekord der Treibhausgase in der Atmosphäre aufzeigt: 414, 11 ppm am Messpunkt Mauna Loa (Hawaii). Das sind 2,36 ppm mehr binnen eines Jahres. Auch das ist rekordverdächtig und wird wohl dafür sorgen, dass der nächste Bericht "State of the Global Climate" im kommenden Jahr wieder eine dramatische Bilanz ziehen wird.

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