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Klima und Wandel

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
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piqer: Nick Reimer
Donnerstag, 26.10.2017

Wenn der Ozean sauer wird

Sie sind so etwas wie der Ursprung des aquaren Lebens: Korallen, die die Kinderstube für viele Fische sind und so der Ausgangspunkt unzähliger Nahrungsketten. Natürlich fallen einem sofort große tropische Korallenriffe ein, etwa das Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens - das größte Korallenriff der Erde. Aber auch in unseren Breiten bauen Kaltwasser-Korallen riesige Riffe, etwa die "Lophelia pertusa", die vor Norwegen zu finden ist.

Wissenschaftler aus 20 deutschen Forschungseinrichtungen haben sich vor acht Jahren zusammengetan, um in dem Projekt Bioacid zu ergründen, wie Lebewesen wie "Lophelia pertusa" auf den Klimawandel reagieren. Denn rund ein Drittel des Kohlendioxids, das die Menschheit seit Beginn der Industrialisierung in die Atmosphäre geblasen hat, löste sich im Meerwasser, was zu einer zunehmenden Versauerung führt und damit das Leben der Kalkbildner schwerer macht.

Bis heute sank der ph-Wert an der Meeresoberfläche von im Schnitt 8,2 auf 8,1 – das entspreche einem Anstieg des Säuregehalts um 30 Prozent, schreiben die Bioacid-Wissenschaftler rund um das Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Zudem wird das Meereswasser immer wärmer, zu warmes Wasser setzt den Korallen zusätzlich zu – sodass ihre riesigen, vom Menschen kaum beachteten Kolonien bedroht sind.

Eine dramatische Entwicklung: Bereits bei einer globalen Erwärmung von im Schnitt 1,2 Grad – die sich nicht mehr verhindern lässt – geht die Hälfte der tropischen Korallenriffe verloren.

Die Wissenschaftler leiten aus ihren Ergebnissen direkte Forderungen ab. Etwa die, den Klimawandel endlich in den Fischereiverordnungen zu berücksichtigen, weil nur so „Fischbestände auf lange Sicht ökonomisch und ökologisch nachhaltig genutzt werden können“. Im Grunde geht es bei der Versauerung der Meere nämlich explizit um den Speiseplan der Menschheit. Und in der Konsequenz um Hunger und Migration.

Wenn der Ozean sauer wird
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Kommentare 2
  1. Nutzer gelöscht
    Nutzer gelöscht · vor 12 Monaten

    Wen's interessiert:
    Das Bild hat mit der Forschung nichts zu tun.
    english.sina.com/life/p/20...
    Es zeigt eine Skulptur von Jason deCaires Taylor im Resort Cancun in Mexiko.
    www.underwatersculpture.com
    www.underwatersculpture.com/wp-conten...

    1. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor 12 Monaten

      Mich interessiert's. Danke für den Hinweis.