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Klima und Wandel

Was passiert da eigentlich gerade Irres am Strommarkt?

Ralph Diermann
Energiejournalist

Strom, Wärme und Mobilität – das sind meine Themen. Ich arbeite seit 2008 als freier Energiejournalist u.a. für die Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online, die Neue Zürcher Zeitung sowie für einige Fachzeitschriften.

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Ralph DiermannMontag, 27.12.2021

Die Preise an der Strombörse schießen durch die Decke: Bewegte sich der Preis viele Jahre lang meist irgendwo zwischen 2 und 5 Cent pro Kilowattstunde, pendelte er im letzten Sommer schon vielfach um die 10-Cent-Marke. Seit September ist es richtig wild, regelmäßig treten Preise um die 20 oder 30 Cent auf. Kurz vor Weihnachten fiel gar die 60-Cent-Marke.

Auch wenn die meisten Unternehmen einen Großteil des Stroms langfristig einkaufen, so macht sich diese Entwicklung dennoch bereits bei vielen Verbrauchern bemerkbar.

Eine kritische Situation für die Energiewende, meint Christoph Podewils, bis vor wenigen Monaten Kommunikationschef des Thinktanks Agora Energiewende, in seinem Blog – die aber zugleich eine große Chance berge:

Gelingt es der Politik zu erklären, was da los ist, so kann der Sturm ((Podewils spricht von einem "perfekten Sturm" an der Strombörse)) der Energiewende einen nie gekannten Schub geben und damit das endgültige Ende der fossilen Energiesystems einläuten.

Was den Strom gerade teuer macht, liege weitgehend außerhalb der Einfluss-Sphäre der deutschen Politik: an hohen Preisen für Kohle und Erdgas, beides wesentlich bedingt durch eine große Nachfrage aus Asien sowie bei Erdgas durch Russlands Drosselung der Liefermengen und dem Förderrückgang in Norwegen und den Niederlanden; dazu kommen noch die hohen Preise im EU-CO2-Zertifikatehandel, die sich am Markt bilden.

Einen starken Hebel hat die Politik jedoch, preisdämpfend einzugreifen, sagt Podewils: den schnellen, massiven Ausbau von Photovoltaik und Windenergie. Um zu verdeutlichen, wie ein hoher Erneuerbare-Anteil im Strommix die Börsenpreise drückt, zieht er das vierte Adventswochenende heran. Binnen weniger Stunden sank da der Preis von 30 auf 2 Cent, weil ein kräftiger Sturm über Teilen von Deutschland sehr viel Windstrom in den Markt brachte.

(Kurzer Einschub: Podewils lässt unerwähnt, dass ein weiterer Grund für die hohen Preise am Spotmarkt in den – wegen vielen Flauten zuletzt schwachen – Erträgen der Windenergieanlagen liegt. Was aber die Stichhaltigkeit seiner Argumentation kaum beeinträchtigt, da mehr Windräder auch bei Flauten, von krassen Ausnahme-Wetterlagen abgesehen, mehr Stromangebot bedeuten.)

Podewils ist überzeugt: Wenn es Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck schafft, deutlich zu machen, dass Wind- und Solaranlagen aus der Energiepreiskrise führen können, könnte er den Ausbau der Erneuerbaren erheblich beschleunigen. Dann würde Deutschland dauerhaft niedrigen Strompreise entgegensehen. Und wenn nicht?

„Misslingt es der Bundesregierung, den Ausbau der Erneuerbaren zu beschleunigen, so könnte es sein, dass wir bald über Dinge reden, mit denen wir eigentlich abschließen wollten: den Preis für Klimaschutz und eine Renaissance der Atomenergie.“

Was passiert da eigentlich gerade Irres am Strommarkt?

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Kommentare 3
  1. Thomas Wahl
    Thomas Wahl · vor 7 Monaten

    Das ist alles nur ein Vorspiel - der Preis des Klimaschutzes bei der verkorksten deutschen Energiepolitik ist tendenziell unbezahlbar. War aber klar.

  2. Meike Leopold
    Meike Leopold · vor 7 Monaten

    Lieber Ralph, und dann kam die EU-Taxonomie? lg, Meike

    1. Ralph Diermann
      Ralph Diermann · vor 7 Monaten

      ...sehe ich, zumindest was den Erdgas-Part betrifft, nicht ganz so dramatisch...

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