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Leopold Ploner
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Mittwoch, 19.12.2018

Was Nespresso anrichtet (und was nicht)

Nespresso gilt als eines der Symbole rücksichtsloser Resourcenverschwendung schlechthin. Hermes Trismegistos hat mit Stromzähler und einigen Berechnungen Nespresso mit einer klassischen Siebträgermaschine verglichen. Er kommt zu durchaus überraschenden Ergebnissen. Ich habe diesen Text schon einmal auf sozialen Netzen geteilt, und dafür einiges an Häme geerntet. Man könne sich alles schönrechnen, hieß es, sogar die Umweltverträglichkeit von Nespresso. Darum geht es aber gar nicht. Es geht darum, wie komplex das Thema Umweltbelastung wird, wenn man genauer hinschaut. Trismegistos: "Eine vollständige Umweltbilanz ist eben doch mehr als das schnelle und verkürzte Hinausschreien eines Kampfbegriffs."

Was Nespresso anrichtet (und was nicht)
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Kommentare 13
  1. David Simeth
    David Simeth · vor 3 Monaten

    Nette Rechnung... die aber die Kapselherstellung, also das Befüllen mit Kaffee, außer Acht lässt und implizit davon ausgeht, dass das Aluminium vollständig wiederverwertet wird, was kaum möglich sein dürfte.
    Nestle beteuert immer wieder, man wolle eine 100% Recyclingquote erreichen, aber das halte ich für kaum durchführbar... in den Großraumbüros, in denen ich bisher Zeuge solcher Maschinen war, wurden die Kapseln zu hunderten im Restmüll entsorgt.

    1. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor 3 Monaten

      Und Metallrecycling und -produktion ist einer der energieintensivsten Industriezweige überhaupt.

    2. Leopold Ploner
      Leopold Ploner · vor 3 Monaten

      "... implizit davon ausgeht, dass das Aluminium vollständig wiederverwertet wird". Nein, das tut der Beitrag nicht. Die Berechnung geht von Reinaluminium aus. Erst am Ende (nach der letzten Bildunterschrift) wird eine mögliche weitere Energieeinsparung durch Recyclingaluminium ins Spiel gebracht.
      Nestle wird übrigens schon aus wirtschaftlichen Überlegungen möglichst viel Recyclingaluminium verwenden, weil das weniger als die Hälfte kostet.

    3. David Simeth
      David Simeth · vor 3 Monaten

      @Leopold Ploner Hm... dann lass es mich umformulieren: der den eigentlichen Vorwurf der sinnlosen Alumüllproduktion ignoriert bzw. negiert: " Die Argumentation gegen Kaffeekapseln und für klassische Espressomaschinen mit dem Argument der Müllvermeidung ist damit kompletter Blödsinn."
      Das Argument dafür sehe ich nirgends, denn egal, ob ein Joghurtbecher ähnliche Mengen Aluminiummüll produziert, ist es doch ein ziemlich überflüssiger Haufen Aluminium - sämtliche anderen Arten der Kaffeezubereitung erzeugen diesen Müll explizit nicht.
      Wie gesagt, interessanter Gedanke zum Energieverbrauch, der hat aber keinerlei Relevanz für den überflüssigen Alumüll. Und mit dieser Beispielrechnung, in der sich der Idealnutzer um vollständiges Recycling bemüht, ist man von der Realität außerdem Meilenweit entfernt...

    4. Leopold Ploner
      Leopold Ploner · vor 2 Monaten

      @David Simeth So meilenweit von der Realität scheint das nicht entfernt zu sein. Laut Statista lag die Recyclingquote von Aluminiumverpackungen 2016 bei rund 92 Prozent der Verbrauchsmenge. https://de.statista.co...

  2. Chris St
    Chris St · vor 3 Monaten

    Die Frage: Warum überhapt Aluminium?
    Es gab/gibt Senseo, die mit Papierpads das selbe Ergebnis erzeugt.
    Und der Abfall ist kompostierbar.

    Insofern bleibt die Frage nach Energieverschwendung und Abfallvermeidung zweigeteilt und lässt sich nicht ausschließlich über den Energieverbrauch erklären.

    1. Moritz Orendt
      Moritz Orendt · vor 3 Monaten

      Wenn ich mich an meine Studentenzeit richtig erinnere, dann hat der Senseo-Kaffee nie so richtig gut geschmeckt. Nespresso war schon ne andere Nummer, rein geschmacklich.

    2. Leopold Ploner
      Leopold Ploner · vor 3 Monaten

      Vom Geschmack her finde ich persönlich Nespresso um Welten besser als Senseo.

  3. Ralph Diermann
    Ralph Diermann · vor 3 Monaten

    Danke für den Hinweis auf die Komplexität von Umweltbilanzierungen. Das sind sie in der Tat. Und genau das macht einfache Wahrheiten mitunter so problematisch. Auch beim Klimaschutz.

  4. Robert Hilger
    Robert Hilger · vor 3 Monaten

    Die Rechnung ist doch völlig unrealistisch. Niemand hat so eine italienische Espressomachine und heizt jedesmal für einen einzigen Espresso die ganze Machine auf. Und wenn ja, dann ist das natürlich nicht gescheit. Entweder das Aufheizen muss auf eine größere Anzahl Portionen geteilt werden oder eine andere Vergleichsmachine genommen werden. Ich hab eine Siebträgermachine, die in kaum 30 Sekunden aufgeheizt ist. Ähnlich lange wie die Kapselmachine, die ich zuvor hatte.
    Es ist auch einfach nicht OK, in einem Fall tatsächlichen Strom zu messen und im anderen etwas anzunehmen.
    Auch ist es mit dem Erzeugen von Aluminium ja nicht getan. Bauxit muss abgebaut werden, transportiert, Aluminium geformt, gestanzt, wieder transportiert, .... Die Kapseln brauchen viel mehr Platz, der vermehrte Papierkartonmüll, etc. Und schließlich fallen beim Entsorgen oder Recyceln auch noch Energie und Kosten an ...
    Insgesamt ein sehr tendenzieller und keineswegs wissenschaftlicher Beitrag.
    My 2 cents

    1. Leopold Ploner
      Leopold Ploner · vor 3 Monaten

      Die Gaggia Classic ist eine durchaus gängige Siebträgermaschine für den Haushalt. Ich selber habe ein ähnliches Modell von Saeco. Bei dieser habe ich tatsächlich einmal die Leistungsaufnahme gemessen. Ich kam auf 135.000 Ws für die erste Tasse. Das ist zwar etwas weniger als in dem Beitrag für die Gaggia errechnet, liegt aber durchaus in dem Bereich. Und wie gesagt, dass sind ganz übliche Haushaltsmaschinen.

    2. Christian Holberg
      Christian Holberg · vor 3 Monaten

      Das interessante an dem Artikel ist ja die Anregung mal anders um die Ecke zu denken. Sicher könnte man das "Studiendesign" wissenschaftlicher gestalten. Außer dem Argument der generellen Müllvermeidung würde dies aber vermutlich nicht viel ändern. Ich habe einen Vollautomaten, der neben dem Kaffeemachen viel pflegerische Zuwendung benötigt, regelmäßig in die Reparatur muss und dessen Brühgruppe sensibel ist. Gefühlt hebt das die teuren Kapselpreise auf. Ein Totalschaden der Nespressomaschine schlägt mit 80 Euro zu Buche, der des Vollautomaten mit dem 10 fachen. Auch das sind nur Gedankenspiele. Nicht wissenschaftlich aber nachdenkenswert. Ich bin trotzdem Robert nahe. Alumüll ist Alumüll. Wenn der vermieden werden soll, gehört die Nespresso nicht in die Küche. Allein deswegen. Damit wandelt sich die wissenschaftliche Frage in eine politische.

  5. Christian Holberg
    Christian Holberg · vor 3 Monaten

    Ein bemerkenswerter Beitrag und der Unterschied der Herstellungskosten für eine klassischen Kaffeevollautomaten und einer Nespresso Maschine wurde gar nicht berechnet. Abgesehen davon dürfte der Kaffee aus der Nespresso mit der teuerste sein. ;-)