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Klima und Wandel

Alexandra Endres
Journalistin und Volkswirtin
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piqer: Alexandra Endres
Montag, 20.07.2020

Was die deutsche EU-Ratspräsidentschaft mit den Bränden im Amazonas zu tun hat

Deutschland will in der Zeit seiner EU-Ratspräsidentschaft das Handelsabkommen mit dem südamerikanischen Staatenverbund Mercosur so weit wie möglich abschließen. "Wir streben zügige Fortschritte bei der Finalisierung des Abkommens mit dem Mercosur und des modernisierten Abkommens mit Mexiko an", heißt es im deutschen Arbeitsprogramm für die Präsidentschaft, und weiter: Europa müsse das "offene und regelbasierte" internationale Handelssystem stärken.

Jetzt belegt eine neue Studie, frisch im Magazin Science veröffentlicht: In Brasilien, dem größten Mitgliedsland des Mercosur, geht es offenbar nicht so regelbasiert zu, zumindest nicht, wenn es um die Rodung des Amazonas-Regenwaldes geht.

Drüben bei den Klimareportern berichtet Verena Kern darüber:

Ein Fünftel des Soja, das die EU aus Brasilien als Futtermittel für die Massentierhaltung bezieht, stammt demnach von Waldflächen, die kürzlich illegal gerodet wurden. Bei den Fleischimporten liegt die Quote bei 17 Prozent.

Damit weisen die Forschenden erstmals den Zusammenhang zwischen Agrarhandel und Abholzung nach. Anders gesagt: Auch die EU und die europäischen Konsument:innen tragen eine Mitverantwortung für die Entwaldung in Brasilien.

Laut Studie werden so 58 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr zusätzlich freigesetzt, die zuvor in den gerodeten Wäldern gebunden waren.

(...) Dabei zeigte sich, dass nur zwei Prozent der Agrarunternehmen für 62 Prozent aller illegalen Rodungen im Amazonas-Regenwald und im Cerrado verantwortlich waren.

Zuletzt hat Brasiliens Regierung zwar angekündigt, den Amazonas-Regenwald besser schützen zu wollen. Bisher aber brannte im laufenden Jahr in Brasilien so viel Wald wie lange nicht mehr.

Wichtig ist das, weil der Wald des Amazonas eine überragende Bedeutung für das Weltklima hat - beispielsweise entstehen über seinen Kronen durch Verdunstung Regenwolken, die das Klima bis nach Nordamerika beeinflussen. Forscher warnen, wenn die Abholzung im Amazonasgebiet einen bestimmten Schwellenwert überschreite, könnte das ganze System kippen. Der Wald könne dann zu einer Savanne werden, der Regenkreislauf würde nicht mehr funktionieren. Womöglich sind wir davon gar nicht mehr so weit entfernt.

Präsident Jair Bolsonaro aber sieht den Amazonas vor allem als wirtschaftlich noch unerschlossenes Gebiet, und er hat enge Beziehungen zur Agrarindustrie, die ein großes Interesse daran hat, das Land für sich zu nutzen.

Deshalb könnte gerade wirtschaftlicher Druck von außen helfen, die brasilianischen Wälder zu bewahren. Bevor Bolsonaros Regierung ankündigte, den Amazonas künftig besser zu schützen, hatten Käufer brasilianischer Agrarexportprodukte mit Boykott gedroht. Und Investoren sagten, sie würden ihr Kapital abziehen, wenn der Wald weiter so gerodet würde.

Man könnte nun auch im Handelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur festlegen, dass Rindfleisch oder Soja nur dann nach Europa exportiert werden darf, wenn durch ihre Erzeugung keine Umweltregeln verletzt werden. Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller plädiert für "entwaldungsfreie Lieferketten", ebenso wie viele Umwelt- und Menschenrechtsverbände.

Im deutschen Arbeitsprogramm für die EU-Ratspräsidentschaft heißt es zwar, man strebe eine international ehrgeizige, engagierte Klimadiplomatie an. Was das für den Amazonas bedeutet, muss man aber wohl abwarten.

Was die deutsche EU-Ratspräsidentschaft mit den Bränden im Amazonas zu tun hat

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