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Klima und Wandel

Ralph Diermann
Energiejournalist

Strom, Wärme und Mobilität – das sind meine Themen. Ich arbeite seit 2008 als freier Energiejournalist u.a. für die Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online, die Neue Zürcher Zeitung und Technology Review.

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piqer: Ralph Diermann
Montag, 10.06.2019

Warum Klimaschutz Wachstum braucht

Klimaschutz verlangt, die Logik des steten Wachstums zu durchbrechen – das ist Common Sense in weiten Teilen der Umweltbewegung. Ralf Fücks – ehemaliger Grünen-Spitzenpolitiker, langjähriger Geschäftsführer der Heinrich-Böll-Stiftung und Streiter für einen progressiven, undogmatischen Liberalismus – hat daran aber so seine Zweifel. In einem Interview mit dem IPG-Journal (herausgegeben von der Friedrich-Ebert-Stiftung) liefert er einige interessante Thesen zum Zusammenhang von Klimaschutz und Wirtschaftswachstum.

So argumentiert Fücks vereinfacht zusammengefasst, dass der ökologische Umbau enorme öffentliche wie privatwirtschaftliche Investitionen erfordert. In einer schrumpfenden Volkswirtschaft würden dafür aber die Mittel fehlen. Was in den Augen mancher Klimaschützer aber kein Problem wäre, weil auch das Schrumpfen zu einer Minderung der CO2-Emissionen führt. Für Fücks ist das der falsche Ansatz, da dies zu einer Spaltung der Gesellschaft führen würde. In der Folge käme es zu einer Blockade notwendiger Klimaschutz-Maßnahmen – siehe Gelbwesten-Proteste.

In diesem Zusammenhang warnt Fücks auch vor einer „moralischen Überhöhung der ökologischen Frage“. Klimaschutz dürfe nicht zu einem „Kulturkampf zwischen den ökologisch Einsichtigen und den Verstockten und Zurückgebliebenen“ werden. Klimaschutz sei nicht in erster Linie eine Frage der privaten Lebensführung. Stattdessen sei vor allem die Politik gefordert: Sie müsse die Voraussetzungen für eine grüne industrielle Revolution schaffen - zum Beispiel über die Internalisierung von ökologischen Kosten in die Marktpreise.

Nachtrag: Eine indirekte Gegenrede zu den Thesen von Fücks gibt es hier.

Warum Klimaschutz Wachstum braucht
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Kommentare 1
  1. Cornelia Gliem
    Cornelia Gliem · Erstellt vor 5 Monaten ·

    Das sehe ich übrigens genauso: Ökologie bedeutet mitnichten Verzichts-Wirtschaft (auch wenn Verzicht bzw. neue Prioritäten gut für uns sein kann); ich habe aber auch keineswegs den Eindruck, die Klimaschützer täten tatsächlich nur Schrumpfen der Wirtschaft fordern - im Gegenteil. Es ist oft die rede von der grünen Wirtschaft den potentiellen und längst vorhandenen Arbeitsplätzen des Alternativen-EnergieSektors etc. Nein: abgesehen von den wenigen die einen neuen Stil von individuellem Verzicht und Besinnung mit den Aufgaben der gesamt Gesellschaft verwechseln, vermute ich dass viele der Öko-Aktivisten mit dergleichen Verkündungen die These "Verzicht und Schrumpfung als Lösung" nur aus Resignation äußern - wenn sie grad verständlicherweise befürchten dass sich nix ändert. .. "Dann eben das als Plan Z: spätestens beim Zusammenbruch der bisherigen wachstumsgesellschaft reduziert sich der Müll...".

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