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Klima und Wandel

Warum die Energiewende schneller vorankommt als es aussieht

Ralph Diermann
Energiejournalist

Strom, Wärme und Mobilität – das sind meine Themen. Ich arbeite seit 2008 als freier Energiejournalist u.a. für die Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online, die Neue Zürcher Zeitung, für Riffreporter sowie für einige Fachzeitschriften.

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Ralph DiermannSonntag, 13.11.2022

Malte Kreutzfeldt weist in einem taz-Kommentar auf einen Denkfehler hin, den viele machen, die ein langsames Fortschreiten der Energiewende beklagen. So wird immer wieder kritisiert, dass die erneuerbaren Energien trotz des starken Zubaus von Windenergie-Anlagen und Solarkraftwerken bislang erst einen einstelligen Anteil am deutschen Endenergieaufkommen haben. Bis zu den für 2045 anvisierten 100 Prozent ist demnach also noch ein sehr weiter Weg.

Dabei wird aber außer Acht gelassen, dass mit der Elektrifizierung des Verkehrs und der Wärmeversorgung der Energiebedarf massiv sinken wird, so Kreutzfeldt. Ein Elektroauto zum Beispiel kommt mit einer Kilowattstunde Energie rund drei Mal so weit wie ein vergleichbarer Verbrenner mit einer Kilowattstunde Benzin, Wärmepumpen machen aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Zudem wird der Energiebedarf auch deshalb zurückgehen, weil Technologien effizienter und Gebäude gedämmt werden. All das wird dazu führen, dass der Erneuerbare-Anteil schon in wenigen Jahren weit höher liegen wird als heute.

Was aber nicht heißt, dass wir nicht mehr Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren brauchen, schreibt Kreutzfeldt. Er ist aber optimistisch, dass sich die nötige Geschwindigkeit einstellen wird. Denn Photovoltaik und Windenergie sind so billig geworden, dass vielfach keine Förderung mehr nötig ist. Und der Preissprung bei fossilen Energien beschleunigt Investitionen in Elektroautos, Wärmepumpen und Batteriespeicher drastisch.

Warum die Energiewende schneller vorankommt als es aussieht

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Kommentare 5
  1. Martin Döring
    Martin Döring · vor 11 Tagen

    Meine Frau und ich gehen den Weg, unser Auto abzuschaffen. Weil unsere Stadt investiert hat, gibt es jetzt eine Tram, die in 10 Minuten Entfernung liegt, alle Lebensmittel-Einkäufe machen wir mit dem Rad. Auch solche Gedanken können zu persönlichen Einsparungen führen.

    Andererseits können Einsparungen im privaten Bereich nicht den nach wie vor hohen Energiebedarf der Industrie kompensieren. Egal, wie hoch die zukünftige Stromproduktion aus erneuerbaren Energien sein wird, laut Aussagen von Ulrike Herrmann und anderen Experten, wird es nicht reichen. Hierfür gibt es offenbar noch keine Lösung und mir ist auch keine Idee bekannt, wie ein Land wie unseres seinen Lebensstandard einigermaßen waren kann, wenn es diese heutige Industrie nicht mehr gibt.

    All das bedeutet nicht, dass wir aufhören können zu versuchen, uns weitestmöglich von externen Rohstoffabhängigkeiten zu befreien. 100% wird es nie gehen. Der Weg der Erneuerbaren ist also auf jeden Fall richtig.

  2. Thomas Wahl
    Thomas Wahl · vor 16 Tagen

    Das ein Elektroauto mit einer Kilowattstunde Strom weiter kommt als ein Verbrenner ist sicher richtig. Aber momentan hat es nicht nur bei Gas einen Preissprung gegeben sondern auch bei Strom. Bei Öl eigentlich weniger. Bis jetzt ist der billige Strompreis, der aus den Windrädern kommt, jedenfalls nicht in unseren Steckdosen angekommen. Weil natürlich dazwischen eine zunehmend komplexe und teure Infrastruktur incl. Back Up liegt.

    Und die Preise für Wind- und Solaranlagen sinken, weil wir sie bzw. die Rohstoffe und Teile großteils importieren. Z.B. aus China. Wo sie mit welchem Energiemix produziert werden? Sicher nicht vor allem mit EE?

    Also Vorsicht mit zu viel Optimismus und einfachem weiter so. Auch wenn ich grundsätzlich glaube, die Welt wird eine gute Lösung finden. Ob es die deutsche ist, das werden wir sehen.

  3. Dominik Lenné
    Dominik Lenné · vor 16 Tagen

    Ein Plädoyer dafür, weder Primär, noch End-, sondern Nutzenergie zu betrachten. Da sehen wir, dass wir schon ein wenig weiter sind als bei den anderen beiden Größen.
    Ansonsten geht es darum, einfach weiterzumachen mit der Dekarbonisierung und der Diskussion dafür und darüber. Ob wir schon weit - oder noch nicht so weit - sind ist eine weniger wichtige Frage, als wie wir z.B. das Mieter-Vermieter-Dilemma lösen, oder eine Emissionsobergrenze für Kraft- und Brennstoffe einführen, oder sogar auch für Landnutzungsemissionen.

  4. Michael Bauer-Leeb
    Michael Bauer-Leeb · vor 16 Tagen

    Jeder Funken (Zweck-)Optimismus ist gut und dringend nötig für die anstehende Transformation. Ich frage mich allerdings, ob bzw. inwieweit in Hrn. Kreutzfeldts Analyse Rebound-Effekte mitgedacht sind. Aus der Geschichte wissen wir, wie schnell Effizienzgewinne anderweitig durch Mehrkonsum überkompensiert werden. Das Auto ist da gleich ein warnendes Beispiel. Verbrenner sind heute deutlich effizienter als vor 20 Jahren. Aber anstatt, sagen wir, nur mehr die Hälfte Treibstoff auf die bisherige KM-Leistung zu verbrauchen ist die KM-Leistung ums doppelte (oder sogar mehr) angestiegen bzw. die Autos wurden größer und schwerer, wodurch sie erst recht wieder mehr Energie benötigen. In einer immer noch vorherrschenden ökonomischen Logik des "schneller, höher, weiter, mehr" sehe ich nicht, dass zB durch den Umstieg auf EVs die beschriebenen Einsparungen erzielbar wären. Schließlich geht's ja immer noch darum, in der nächsten Periode noch mehr (fettere) Fahrzeuge zu verkaufen als in der vorangegangenen.

    1. Ralph Diermann
      Ralph Diermann · vor 16 Tagen

      guter Punkt, Rebound-Effekte verlangsamen den Prozess natürlich

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