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Klima und Wandel

Tanja Krämer, RiffReporter
Journalistin

Ich bin freie Journalistin und Vorstand von RiffReporter - die Genossenschaft für freien Journalismus.

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piqer: Tanja Krämer, RiffReporter
Dienstag, 07.08.2018

Warum der Text „Losing Earth“ unter Klimaschützern so heftig diskutiert wird

Der monumentale Text „Losing Earth“, erschienen im „New York Times Magazine“ und auch hier bei piqd empfohlen, wird von einigen Klimaschützern heftig kritisiert.

Warum das? Kernaussage von Autor Nathaniel Rich ist, dass am 7. November 1989 im holländischen Noordwijk ein Weltklimavertrag hätte abgeschlossen werden können. Sogar die USA waren dafür, zogen aber in letzter Minute zurück. Das Abkommen enthielt dann nur noch die Zusage, die Emissionen so bald wie möglich zu „stabilisieren“.

Dass die Tagung in Noordwijk schief ging, sei aber weder explizit die Schuld der Ölindustrie noch die der Republikaner, so Rich. Genau diesen Punkt wollen Klimaschützer aber so nicht gelten lassen, wie zum Beispiel dieser Thread auf Twitter zeigt.

Doch die Kritiker tun sich schwer damit, Richs Recherche in konkreten Punkten zu widerlegen, sagt Alexander Mäder, der die Debatte in diesem Text auf RiffReporter analysiert.

Warum ist es überhaupt wichtig, wer vor 30 Jahren einen Klimavertrag verhindert hat? Die Vehemenz der Debatte ist nur verständlich, so Mäder, wenn man sich klar macht, wie erbittert in den USA über den Klimawandel gestritten wird.

Man stelle sich vor, die Kanzlerin würde den Klimawandel als chinesische Verschwörung bezeichnen und Unionsabgeordnete würden den Meeresspiegelanstieg mit den großen Mengen Sand erklären, die durch die Erosion in die Ozeane gelangen. Ein republikanischer Kongressabgeordneter hat das kürzlich getan. Dann würden wir vermutlich auch in Deutschland anders diskutieren.

In diesem rauen Diskussionsklima fordern viele, sich erst einmal auf Grundlegendes zu verständigen: dass durch die Erwärmung ernste Folgen drohen. 

Doch Nathaniel Rich will aus Sicht von Mäder etwas anderes, nämlich den Blick auf uns alle richten: Damals wie heute gab es keinen einzelnen Schuldigen. Vielmehr sei die Ursache für die Klimakatastrophe, dass wir den auf fossiler Basis erreichten Wohlstand nicht wieder aufgeben wollen. Und hier müsse auch die Lösungsstrategie ansetzen.

Warum der Text „Losing Earth“ unter Klimaschützern so heftig diskutiert wird
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Kommentare 1
  1. Christoph Weigel
    Christoph Weigel · vor 2 Monaten

    guter piq, danke! auch der text von naomi klein gehört imho in diese debatte >theintercept.com/2018/08/0...