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Klima und Wandel

Thomas Wahl
Dr. Phil, Dipl. Ing.
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Thomas Wahl
Community piq
Montag, 08.07.2019

Unsere Energiewende von außen betrachtet

Michael Shellenberger ist ein US-amerikanischer Umweltaktivist und Chef des Breakthrough Institutes. Er kritisiert hier die einst hoch gelobte deutsche Energiewende. Letztendlich ist er der Meinung, dass Windkraft, Solar- und Bioenergien nicht in der Lage sind allein eine moderne Industriegesellschaft zu erhalten und fortzuentwickeln. Sie sind sowohl zu raum- als auch zu ressourcenintensiv:

Heidegger hätte (in Übereinstimmung mit den meisten heutigen Umweltschützern) das, was aus der Energiewende geworden ist, gehasst: Ein Alibi für die Zerstörung von Landschaft und lokalen Gemeinschaften. Der Widerstand gegen erneuerbare Energie kommt von der Landbevölkerung, von Menschen, die Heidegger als authentischer idealisiert hat, die mehr „geerdet“ sind als die urbane kosmopolitische Elite, jene Solardach-Fetischisten mit ihren Teslas als sichtbare Zeichen ihrer Tugend.

Letztendlich werden die Menschen nicht bereit sein in einer vorindustriellen Gesellschaft zu leben - weder in den westlichen noch in den aufstrebenden  Ländern. Seine eigenen Vorschläge findet man u.a. im „Ecomodernist Manifesto“.

Unsere Energiewende von außen betrachtet
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Kommentare 23
  1. Dominique Lenné
    Dominique Lenné · vor einem Jahr

    Ich finde den Artikel unausgegoren und direkt ärgerlich.
    Heidegger hat hier nichts zu suchen, meiner bescheidenen Meinung nach.
    Dass es mit den Erneuerbaren überall zwickt und zwackt und hakt - geschenkt.
    Daraus einen deutschen Sonderweg zu konstruieren - den es nicht gibt - ist einfach blöde.
    Wir sind in der Nutzung der Regenerativen in Bezug auf den gesamten Enenergieverbrauch in Europa an zwanzigster Stelle und liegen noch unter dem europäischen Durchschnitt! Das bitte einsinken lassen. (https://www.cleanenerg...)
    Den Link auf den Artikel über Kenia finde ich übrigens auch gut.
    https://e360.yale.edu/...

  2. Hansi Trab
    Hansi Trab · vor einem Jahr · bearbeitet vor einem Jahr

    Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie leichtfertig im Bezug auf die Notwendigkeit der Energiewende mittels Tertium non Datur eine postindustrielle Apokalypse an die Wand gemalt wird: "Atomkraft oder Untergang! Sein oder Nichtsein!"

    Ja, erneuerbare Energien werden unseren aktuellen oder prognostizierten Energiebedarf nicht sättigen können! Fakt! Aber damit bleibt noch immer der Beweis zu erbringen, dass eine weniger ressourcenverbrauchende, bescheidenere Gesellschaft tatsächlich ein so schrecklicher Ort wäre, wie er hier hingestellt wird. Denn diese Wahrnehmung basiert nicht auf Empirie, sondern lediglich auf anerzogener, hedonistisch fetischisierter Konsum-, Wachstums- und Technologiehörigkeit. Sie ist kein Wissen, sondern Glaube!

    1. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor einem Jahr

      Alles was in der Zukunft liegt ist mehr oder weniger Glauben, auch die Apokalypse. Was heißt denn „unser“, ein Großteil der Menschen sind arm. Und „unsere“ Jugend wird sich bedanken, wenn sie wieder ihre Lebensmittel ohne moderne Technologien erzeugen müsste. Also wir leben in einer Demokratie. Wenn Sie ihre Vision von der bescheideneren Gesellschaft mit nachvollziehbaren Szenarien belegen und eine Mehrheit bekommen , dann können wir versuchen, den empirischen Nachweis zu erbringen.
      Mir ist eine ressourcenschonende aber unbescheidene Gesellschaft lieber.

    2. Hansi Trab
      Hansi Trab · vor einem Jahr · bearbeitet vor einem Jahr

      @Thomas Wahl Also ich sehe in dem Manifest nur Wege wie wir schneller ans Ziel kommen... Atomkraft, GMF und v.a. Wachstum, Wachstum, Wachstum...

      Und mit ans Ziel meine ich genau den Zustand, den Sie oben mit "„unsere“ Jugend wird sich bedanken, wenn sie wieder ihre Lebensmittel ohne moderne Technologien erzeugen müsste" bezeichnen.

      Wer sagt denn, dass die Lösungen, die ein "bescheidenerer Weg" hervorbringt nicht modern und nicht lebenswert sein werden, nur weil sie aktuell dem Leitbild des Kapitalismus zu widersprechen scheinen?

      Mit einfach noch mehr Vollgas gegen die Wand, sehe zumindest ich persönlich für keinen guten Weg an.

    3. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor einem Jahr · bearbeitet vor einem Jahr

      @Hansi Trab In der Vergangenheit haben „bescheidenere“ Gesellschaften pro Kopf immer erheblich mehr Natur verbraucht. Genau das beschreibt eigentlich das Manifest sehr gut. Die Ur-Amerikaner haben ihre Groß-Fauna ausgerottet, die Griechen ihre Inseln entwaldet, der europäische Wald war nach dem Mittelalter so gut wie verschwunden. Und ohne Kohle und den Nachhaltigkeitsgedanken wäre er auch nicht wieder aufgeforstet. Ohne den kapitalistischen Wohlstand hätten wir weder zunehmend saubere Luft, noch Wölfe in den wachsenden Wäldern noch wieder saubere Flüsse und Seen.

      Es geht nicht um Volldampf gegen die Wand. Bitte noch mal das Manifesto lesen.

    4. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor einem Jahr

      mir auch alles nebulös...es geht um qualitatives Wachstum, statt quantitativem Wachstum. Ums Bessermachen statt ums Mehrmachen. Und diese Idee, dass deshalb alle wieder auf die Bäume müssten scheint mir tatsächlich angstgetrieben oder sogar kalkuliert. Aus was sie sich sinnvoll speisen würde, entgeht mir jedenfalls.

  3. Leopold Ploner
    Leopold Ploner · vor einem Jahr

    Sehr schwungvoll argumentiert, nur Pech für den Autor, dass die Realität nicht zu seinem Horrorszenario passt. Deutschland ist augenscheinlich nicht auf dem Weg zurück in die vorindustrielle Gesellschaft.

    1. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor einem Jahr

      Noch funktionieren unsere energetischen Infrastrukturen halbwegs, wir sind noch drin und die Nachbarn helfen noch. Aber der Umbau stockt und unsere Schwerindustrie verschwindet gerade endgültig. Automobilindustrie, mal sehen. Gentechnik, Biotechnologien, KI, IT fast Fehlanzeige. Was ist an modernen High Tech seit SAP in D an größeren Unternehmen entstanden? Es wird vielleicht noch ein paar zehn Jahre dauern. Wir schaffen das .....

    2. Moritz Orendt
      Moritz Orendt · vor einem Jahr

      @Thomas Wahl Und das liegt an der Energiewende? Hmm, kommt mir sehr verzweifelt argumentiert vor.

      Automobil schießt sich doch einfach selbst mit großem Schwung ins Abseits, IT braucht jetzt nicht unbedingt supergünstigen Strom, sondern einfach stabiles Internet, KI Daten und Biotech wird jetzt auch nicht so wahnsinnig viel Strom brauchen (das weiß ich aber einfach nicht).

    3. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor einem Jahr

      @Moritz Orendt Es liegt natürlich nicht allein an der Energiewende. Es liegt an der deutschen Angst vor komplizierter Technik, vor der Offenheit der Zukunft und an der Sehnsucht nach scheinbar einfachen Lösungen .... Im übrigen ist das Internet etc. inzwischen einer der größten Energiesenken. Und ohne sicheren Strom kein sicheres Internet. Das aber nur nebenbei.

    4. Moritz Orendt
      Moritz Orendt · vor einem Jahr

      @Thomas Wahl Warum sollte es nur ein winzig kleines Bisschen an der Energiewende liegen?

      Mir fällt kein einziger Grund ein. Auch wenn die Energiewende sicherlich zu kritisieren ist, diffamiert es für mich jede berechtigte Kritik, wenn pauschal die Liste Deutschlands industriepolitischen Versagens bei der Energiewende abgeladen wird.

    5. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor einem Jahr · bearbeitet vor einem Jahr

      @Moritz Orendt Es ist umgedreht, die Energiewende gehört zur Liste und bildet ggf. (Wenn sie nicht angepasst wird) den Schlußstein des industriepol. Versagens .....

    6. Leopold Ploner
      Leopold Ploner · vor einem Jahr

      @Thomas Wahl Der technisch recht komplexe Umstieg auf erneuerbare Energien lässt sich wohl kam mit einer „Sehnsucht nach scheinbar einfachen Lösungen“ erklären. Diese Sehnsucht zeigt sich doch eher im Festhalten an fossilen Brennstoffen.

    7. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor einem Jahr

      @Leopold Ploner Das komplexe an dem Umstieg auf erneuerbare Energien wird ja gar nicht erklärt. Die wenigsten Bürger wissen überhaupt wie unser konventionelles Energiesystem funktioniert oder wie es stabil gehalten wird. Wie und unter welchen Randbedingungen ein dezentrales, auf erneuerbaren Quellen basierendes System, dass in der Tat wesentlich komplexer ist, das wird doch schön verschleiert. Die Medien klären jedenfalls nicht auf ....

    8. Leopold Ploner
      Leopold Ploner · vor einem Jahr

      @Thomas Wahl Es stimmt wahrscheinlich, dass die wenigsten Leute wissen wie unser Stromnetz heute genau funktioniert. Trotzdem habe ich noch nie jemand getroffen, der den Umbau auf dezentrale, erneuerbare Energiequellen für eine einfache Lösung gehalten hätte. Auch ohne genaue Kenntnis der technischen Grundlagen ist den meisten klar, dass das eine ganz schöne Herausforderung ist. Hinter dem Wunsch nach einer Energiewende mögen verschiedenste Überlegungen stecken, aber wohl kaum die "Sehnsucht nach einer einfachen Lösung".

    9. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor einem Jahr

      @Leopold Ploner Also ich treffe andauernd Menschen, die mir erklären, dass wir ja heute schon fast genug Strom aus Alternativen Quellen übers Jahr produzieren und das es überhaupt kein Problem sei die Kohle- und Atomkraft abzuschalten. Und die Medien melden oft genug ähnlichen Unsinn ....

    10. Leopold Ploner
      Leopold Ploner · vor einem Jahr

      @Thomas Wahl Was wahrscheinlich zeigt, dass wir in unterschiedlichen Filterblasen leben.

    11. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor einem Jahr · bearbeitet vor einem Jahr

      @Leopold Ploner In meiner Filterblase treffe ich diese Menschen nicht. Aber im täglichen Leben überall ...... 😏

    12. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor einem Jahr

      @Thomas Wahl Manchmal hab ich den Eindruck, die „deutsche Angst“ hat vor allem Angst vor der „deutschen Angst“. Seit Jahrzehnten höre ich die Predigt von unserem wirtschaftlichen Untergang. Immer ist es der Totschlag-Narrativ, der auftaucht, wenn Strukturen in Frage gestellt werden, die eben aktuell Geld verdienen. Ich halte das mittlerweile für einen reaktionären Trick.

    13. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor einem Jahr

      @Marcus von Jordan Gentechnik und KI haben in Deutschland doch noch nie Geld verdient. Und die anderen Strukturen, Stahl, Kohle, Textil, Elektronik usw. sind verschwunden, weil andere besser und billiger waren, gerade kein Geld mehr verdient wurde. Nun kann kein Land der Welt die ganze Palette der Arbeitsteilung abdecken (vielleicht China) und andere Nationen müssen auch Wirtschaftszweige haben, von denen sie leben können. Aber unser Wohlstand basiert doch weitgehend auf der Industrie und zunehmend entsprechenden Dienstleistungen. Das bedarf einer energetischen Basis und Zukunftsforschung. Ich halte die Angst vor neuen Technologien zumindest in Teilen für eine Strategie um soziale Utopien durchzusetzen. Für fortschrittlich halte ich das nicht - man könnte auch das „reaktionär“ nennen.

    14. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor einem Jahr · bearbeitet vor einem Jahr

      @Thomas Wahl ich kann das gar nicht beurteilen, ob KI und Gentechnik in D Geld verdienen...mindestens bei letzterem hätte ich es aber gedacht.
      Chemie, Pharma, Robotik...überall wird Geld verdient. Exportweltmeister. Und nochmal: seit Jahrzehnten les ich alle 5 Minuten, dass wir totgeweiht sind und zwar immer dann, wenn jemand irgendeine Art von Änderung zu Gunsten von Umwelt und oder Sozialem einfordert. Wenn die Angst vor Technologie eine Strategie für soziale Utopien ist, dann ist sie scheinbar verdammt erfolglos oder?

    15. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · vor einem Jahr

      @Marcus von Jordan Wir sind gut in traditionellen Industriezweigen - Automobil, Maschinenbau, Chemie, Elektrotechnik, das stimmt. Haben einige traditionelle Zweige auch verloren. Aber man täusche sich nicht, da wo wir gut sind, hängt auch sehr viel vom Import ab und von der Produktion im Ausland. VW produziert den größeren Teil seiner Autos nicht in Deutschland.
      In den kommenden Technologien, die zukünftige Kondratievwellen prägen werden, da stehen wir nicht so gut da.
      Wieso ist denn die Angst vor Technologien erfolglos - Atomkraft, grüne Gentechnik, Biotechnologien, viele Felder der Software, KI, Plattformtechnologien (Google, Amazon, Microsoft, Facebook), Telekommunikation usw., da gruseln wir uns und haben auch kaum was zu bieten.

  4. Andreas P.
    Andreas P. · vor einem Jahr

    Toller piq. Einer von ganz wenigen deutschsprachigen, die den deutschen Energiewende Nicht aus der Sicht ökonomischer Analphabeten verherrlichen.

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