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Klima und Wandel

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
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piqer: Nick Reimer
Dienstag, 15.03.2016

Treibhausgase: Neuer Konzentrationsrekord in der Atmosphäre

404,02 ppm - auf diesen neuen Rekordwert ist die Treibhausgas-Konzentration im Februar 2016 angestiegen. Die Maßeinheit ppm steht für „parts per million“ - Teile Treibhausgas pro Atmosphäreneinheit. Ein erschreckender Wert!

In den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts begann ein junger Chemiker namens Charles Keeling an der US-Pazifikküste mit einem selbstgebauten Manometer die CO2-Konzentration der Luft zu messen. Professor Roger Revelle von der Scripps Institution of Oceanography schickte Keeling 1958 nach Hawaii, um am 4.170 Meter hohen Vulkan Mauna Loa eine Messreihe aufzubauen. Die Lage des Laboratoriums ist für atmosphärische Untersuchungen ideal, die Höhenluft unterliegt kaum lokalen oder von Menschen verursachten Einflüssen.

Seit Beginn der Messreihe veränderte sich an der Ausrüstung und den Methoden nichts Wesentliches. Keeling und sein Team nehmen vier Proben pro Stunde. 1958 waren darin 315 Teile Kohlendioxid pro Million Teile Luft enthalten, 1970 waren es schon 324 ppm. Als die Klimarahmenkonvention 1992 beschlossen wurde, registrierten die Wissenschaftler bereits 354 ppm. Nun also 404,02 ppm.

Die Wissenschaft ermittelte, ab welcher Konzentration die globale Oberflächentemperatur um zwei Grad Celsius ansteigen wird: 450 ppm. Ab diesem Punkt verselbständigt sich die Erderwärmung, weil so genannte Kipp-Elemente in Gang gesetzt werden, die den Klimawandel verselbständigen. Aktuell 404,02 ppm - und im Durchschnitt kommen jährlich 2 ppm dazu.

Allerdings sinkt die Konzentration im Jahresverlauf wieder etwas ab: Setzt im Frühling auf der Nordhalbkugel die Vegetation ein, entzieht sie der Atmosphäre über die Photosynthese wieder Treibhausgase bis zum Herbst. Beängstigend ist diesmal allerdings die rasante Zunahme innerhalb eines Jahres um 3,76 ppm – in den Jahren zuvor lag das Plus jeweils bei etwa 2,2 ppm. „So etwas haben wir noch nie gesehen“, sagte der leitende NOAA-Forscher Pieter Tans der Washington Post. Eine Erklärung sei das Wetterphänomen El Niño.

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