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Klima und Wandel

Studie: Die tropischen Wälder verlieren ihre Fähigkeit, CO2 aufzunehmen

Alexandra Endres
Journalistin
Zum piqer-Profil
Alexandra EndresDonnerstag, 05.03.2020

Schon in der Mitte des kommenden Jahrzehnts könnten die tropischen Wälder am Amazonas ihre Fähigkeit verlieren, Kohlendioxid aus der Luft aufzunehmen und zu speichern. Stattdessen könnten sie zu einer Quelle von CO2 werden – was den Klimawandel noch weiter beschleunigen würde.

Zu dem Ergebnis kommt eine Studie, die Wissenschaftler verschiedener Forschungseinrichtungen in den Wäldern des Amazonas und des Kongobeckens durchgeführt haben. Gerade wurde sie in der Zeitschrift Nature veröffentlicht. (Hier gibt es eine Zusammenfassung der Studie von der Universität Leeds.)

“We’ve found that one of the most worrying impacts of climate change has already begun,” said Simon Lewis, professor in the school of geography at Leeds University, one of the senior authors of the research. “This is decades ahead of even the most pessimistic climate models.”

Schon seit etwa 30 Jahren verlieren die Wälder demnach ihre Fähigkeit, CO2 zu speichern. Zuerst betraf das nur das Amazonasgebiet, aber später war im Tropenwald Afrikas der gleiche Wandel zu beobachten:

Forests lose their ability to absorb carbon as trees die and dry out from drought and higher temperatures, but the loss of forest area from logging, burning and other forms of exploitation is also a leading factor in the loss of carbon sinks.

Die Forscher schließen daraus, dass es gegen den Klimawandel kaum noch hilft, Bäume zu pflanzen. Simon Lewis nennt das Aufforsten gar ein "Marketingtool für Unternehmen, die weitermachen wollen wie bisher." Umso wichtiger sei es nun, die Emissionen entschlossen zu senken, bevor die Wälder kippen.

Studie: Die tropischen Wälder verlieren ihre Fähigkeit, CO2 aufzunehmen

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Kommentare 10
  1. Maximilian Rosch
    Maximilian Rosch · vor mehr als 2 Jahre · bearbeitet vor mehr als 2 Jahre

    Weißt du, warum ausgerechnet die Methode mit den Aluminium-Nägeln ausgewählt wurde? Auf Facebook schrieb ein Leser, dass man stattdessen auch Stomata hätte zählen können:

    "ja, jetzt müsste man wissen was Stomata sind. Auflösung: Die Rezeptoren für CO2 werden Stomata genannt. Ist die Pflanze gut, oder sehr gut versorgt, sind sie klein, oder wenig. Da wir eine bessere Versorgung mit CO2 für die Pflanzen haben, als vor 200 Jahren, wachsen die Pflanzen besser. Doch ist das weit entfernt von einem befriedigendem Zustand, der bei 1200ppm CO2 und mehr liegt." https://www.facebook.c...

    Vermutlich wäre das deutlich aufwendiger gewesen und nicht bei 300.000 Bäumen über 30 Jahre zu leisten?

    1. Alexandra Endres
      Alexandra Endres · vor mehr als 2 Jahre

      Hallo Max, ich hab gerade nochmal in die oben verlinkte Zusammenfassung der Studie von der Uni Leeds geschaut. Da steht:

      "To calculate changes in carbon storage the scientists measured the diameter and estimated the height of every individual tree in 565 patches of forest, returning every few years to re-measure them. By calculating the carbon stored in the trees that survived and those that died, the researchers tracked the changes in carbon storage over time."

      Die Forscher haben also gemessen, wie sehr die Bäume wachsen (und wie viel Masse sie ursprünglich hatten). Das scheint mir verlässlichere Ergebnisse zu bringen als das Zählen von Rezeptoren. Vermutlich war das der Grund.

      Der Leser hat übrigens Recht, wenn er sagt, dass mehr CO2 in der Luft das Wachstum der Bäume fördert (Aber, Achtung: Pflanzen reagieren unterschiedlich auf mehr CO2, ein Überblick hier: https://www.klimafakte...).

      Ebenfalls aus der oben zitierten Zusammenfassung:

      Study lead author Dr. Wannes Hubau ... said: "We show that peak carbon uptake into intact tropical forests occurred in the 1990s.

      (...)

      "Extra carbon dioxide boosts tree growth, but every year this effect is being increasingly countered by the negative impacts of higher temperatures and droughts which slow growth and can kill trees.

      "Our modelling of these factors shows a long-term future decline in the African sink and that the Amazonian sink will continue to rapidly weaken, which we predict to become a carbon source in the mid-2030s."

      Ich weiß aber nicht, woher die Behauptung kommt, ein "befriedigender Zustand" liege "bei 1200 ppm CO2 und mehr". Zur Einordnung der Zahl: Die vorindustrielle Konzentration von CO2 in der Atmosphäre liegt bei 280 ppm. Derzeit sind wir bei etwas über 400 ppm angekommen. In Gewächshäusern wird manchmal "Kohlendioxid-Düngung" durch die Erhöhung der CO2-Konzentration auf 600 ppm betrieben, soweit ich weiß - aber wenn wir das in der Natur hätten, dann müssten wir wohl mit einer Erderwärmung von drei bis vier Grad rechnen, wenn ich die Zahlen richtig erinnere.

    2. Maximilian Rosch
      Maximilian Rosch · vor mehr als 2 Jahre
    3. Maximilian Rosch
      Maximilian Rosch · vor mehr als 2 Jahre · bearbeitet vor mehr als 2 Jahre

      @Maximilian Rosch Ich habe gestern noch mit einem Forstwirt gesprochen, der meinte, die Nägel in die Bäume zu schlagen würde den Bäumen abgesehen von der mechanischen Verletzung nicht schaden. Farbliche Markierungen seien deutlich aufwendiger, weil sie alle paar Jahre erneuert werden müssten. Heute würde man die Bäume wohl per GPS einmessen, aber das war vor 30 Jahren ja so noch nicht möglich.

    4. Alexandra Endres
      Alexandra Endres · vor mehr als 2 Jahre

      @Maximilian Rosch Danke für die Zusatzinfo! :-)

  2. Dominik Lenné
    Dominik Lenné · vor mehr als 2 Jahre

    Genau den wollte ich auch piqen. Da hat mich das System aufmerksam gemacht, dass du schon dran arbeitetest. Aber du hast es wahrscheinlich besser gemacht, als ich es gekonnt hätte.
    Ansonsten: man hat das Gefühl dass die Einschläge dichter werden. Die Dringlichkeit steigt und steigt (, bei denen, die sich damit beschäftigen). Kürzlich sprach ich eine Freundin, die viel zum Tauchen fliegt, auf Kompensation an. War ihr völlig unbekannt. Für viele sind es "die da oben" , die "was machen" müssen. Stimmt ja auch. Einerseits.

    1. Alexandra Endres
      Alexandra Endres · vor mehr als 2 Jahre

      Und, kompensiert sie jetzt? Ich finde die Verlagerung von Verantwortung auf die individuelle Ebene auch problematisch. Na klar kann und sollte jeder was tun. Aber im großen Maßstab kommen wir eben nur voran, wenn "die da oben" sich bewegen.

    2. Dominik Lenné
      Dominik Lenné · vor mehr als 2 Jahre

      @Alexandra Endres Ich will nicht so in sie dringen wegen der Kompensation, habe ihr halt den Link zu atmosfair.de geschickt.
      Ansonsten: die da oben bewegen sich nicht ohne Druck von denen da unten...

    3. Alexandra Endres
      Alexandra Endres · vor mehr als 2 Jahre

      @Dominik Lenné Ja, ich meinte auch nicht den politischen Druck, sondern eher diese Erzählung, dass die Verantwortung bei uns allen liegt und nicht bei der Politik.

    4. Christoph Weigel
      Christoph Weigel · vor mehr als 2 Jahre

      alexandra und dominique, ihr seid ja gar nicht so weit auseinander, und in eurem ping-pong klingt es ja auch deutlich an: die komplementarität der "verantwortung des/der einzelnen" und die verantwortung" der politik. das eine nicht ohne das andere (nein, kein ausflug zu heidegger et al.), und die jeweils spezifische verantwortung zu benennen ohne schuldzuweisungen vorzunehmen kann ein brauchbares journalistisches narrativ für die nähere zukunft sein.

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