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Klima und Wandel

Daniela Becker
Umweltwissenschaftlerin und Journalistin
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piqer: Daniela Becker
Donnerstag, 11.05.2017

Solarworld ist tot, es lebe die Solarenergie

Solarworld war die letzte Hoffnung, dass der enorme Solarboom, ausgelöst durch die Einspeisevergütungen für Ökostrom durch das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG), auch langfristig industrielle Wertschöpfung in Deutschland bedeuten könne. Diese Hoffnung ist geplatzt; der Konzern hat heute Insolvenz angemeldet. Damit wird vermutlich der letzte große Hersteller von Photovoltaik-Modulen unter deutscher Führung vom Markt verschwinden. Die Insolvenz ist ein schwerer Schlag für die strukturschwache Region Freiberg, in der Solarworld ein großes Werk betreibt. Tausende Menschen müssen jetzt um ihre Jobs bangen.

Woran liegt das?

An der uninspirierten deutschen Energiepolitik, die seit Jahren lieber den Ausbau der Erneuerbaren deckelt, anstatt sich konzeptionell mit dem Energiemarktdesign zu beschäftigen, wie der Umwelt-Aktivist Franz Alt meint?

An den Chinesen, die mit aggressivsten Methoden ihre eigenen Produzenten im Markt bevorteilten, Module zu Dumpingpreisen auf den Markt schmissen und zugleich vom deutschen EEG profitierten?

Oder an der schillernden Persönlichkeit von Solarworld- Chef Franz Asbeck, der von den Medien nicht ohne Grund vielfach als „Sonnenkönig“ tituliert wurde? Eine Rampensau, die mit seinem übergroßen Ego einfach nicht erkennen wollte, dass er eine falsche Richtung eingeschlagen hat, wie Welt-Journalist Daniel Wetzel suggeriert?

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Stefan Schultz gibt in seinem Text bei Spon einen guten Überblick über die wechselhafte Geschichte des Solar-Pioniers, das dramatische Ende einer Ära und einen sanft hoffnungsvollen Ausblick.

Denn sicher ist: Es mag das Ende von Solarworld sein, aber die Solarenergie erobert gerade alle Teile der Welt.

Solarworld ist tot, es lebe die Solarenergie
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Kommentare 3
  1. Peter Hakenberg
    Peter Hakenberg · vor 12 Monaten

    Danke für diese (Kurz)Zusammenfassung die trotz der Kürze den Nagel auf den Kopf trifft. Erwähnt sei aber nicht nur die "Deckellei" des Solarstromes und die mangelhafte Gegenwehr bei China-Dumping - die ganze Strompolitik war mit 1. Atomausstieg 2. Laufzeitverlängerung 3. wieder Atomausstieg für Investoren und Banken bis heute so unwägbar, dass aufstrebende und auf Kredit angewiesene Unternehmen der Solarbranche bis heute sich kaum finanzieren können.

    1. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor 12 Monaten

      Gute Ergänzung. Vielen Dank.

    2. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor 12 Monaten

      Hallo Herr Hakenberg, ja, man könnte die Liste noch deutlich erweitern: non-existenter Kohle-Ausstieg, Förderung konventioneller Heizungen etc. Andereseits passiert in Sachen Netzintegration, virtuelle Kraftwerke, Speichertechnologie ja auch sehr viel positives und innovatives.