Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kuratoren aus Journalismus, Wissenschaft und Politik empfehlen
und kommentieren die besten Inhalte im Netz.

Du befindest dich im Kanal:

Klima und Wandel

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
Zum piqer-Profil
piqer: Nick Reimer
Samstag, 11.06.2016

Scilogs: Der Zusammenhang zwischen Starkregen und Klimawandel

Das Wetter der letzten Wochen war durch ungewöhnlich viele und heftige Gewitter geprägt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab 3.000 Unwetterwarnungen heraus – das ist einmalig. Stellt sich die Frage: Was hat das mit dem Klimawandel zu tun?

Stefan Rahmstorf, Professor am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und einer der Leitautoren des 2007 veröffentlichten "Vierten Sachstandsberichtes" des Weltklimarates, schreibt regelmäßig in der KlimaLounge des Wissenschaftslog scilogs.de. "Beim Thema Extremregen gibt es dazu eine ganze Reihe von Studien und Indizien, über die ich hier einen kurzen Überblick geben möchte", heißt es in seinem aktuellen Blog.

Zunächst sei der Zusammenhang "Erderwärmung = mehr Starkregen" evident: "Warme feuchte Luft liefert die Energie für Gewitter, deshalb gibt es in den Tropen viel mehr Gewitter als bei uns (den Rekord hält das Kongobecken), und im Sommer gibt es mehr als im Winter. Der Wasserdampfgehalt ist im Zuge der globalen Erwärmung weltweit um rund 5% angestiegen – eine erwartete Folge der Tatsache, dass wärmere Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann. Im Gewitter steigt die Luft auf, der Wasserdampf kondensiert, und dabei wird latente Wärme frei. Je feuchter die Luft war, desto mehr Energie steht daher im Gewitter zur Verfügung."

Rahmstorf zitiert die Arbeit des Meteorologen Michael Kunz: "Das Gewitterpotenzial hat deutlich zugenommen". Für die kommenden Jahrzehnte sei mit einer weiteren Zunahme zu rechnen. (Mohr et al., Journal of Geophysical Research 2015). Auch die Tornados würden hierzulande häufiger, Rahmstorf zitiert den Kieler Kollege Mojib Latif: Tornados "kommen ja eben aus heftigen Gewittern." Mehr heftige Gewitter erhöhen also auch die Tornado-Gefahr.

Bei allen Unsicherheiten der Wissenschaft: "Es ergibt sich für mich ein deutlich klareres Bild als noch vor wenigen Jahren." Nicht nur aufgrund der Physik sei mit stärkeren Extremregenfällen zu rechnen. Darauf weise auch "die Summe der Beobachtungsdaten" hin, so Rahmstorf.

Scilogs: Der Zusammenhang zwischen Starkregen und Klimawandel
9,2
10 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied!