Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Klima und Wandel

Alexandra Endres
Journalistin und Volkswirtin
Zum piqer-Profil
piqer: Alexandra Endres
Freitag, 11.01.2019

Plastik ist überall – und damit auch der Plastikmüll. Wie kam es dazu? Und was können wir tun?

Moderne Autos und Flugzeuge bestehen zu etwa 50 Prozent aus Kunststoff. Kleidung ist aus Kunststoff. In Großbritannien wird Kunststoff gar genutzt, um Teebeutel zu verkleben. Spielzeug, Haushaltsgeräte, Lebensmittelverpackungen – wir leben in einer Welt aus Kunststoffen.

Jedes Jahr spucke die Welt rund 340 Millionen Tonnen des Materials aus, schreibt Stephen Buranyi in der Wochenzeitung Freitag. Sein Text erschien ursprünglich im britischen Guardian, die deutsche Übersetzung wurde kurz vor Weihnachten veröffentlicht – passend zum jahreszeitlichen Konsumrausch. Ihn zu lesen lohnt aber jederzeit.

Buranyi zeichnet die Gründe für den Aufstieg des Plastiks nach. Und er wundert sich darüber, dass die Anti-Plastik-Bewegung so einflussreich geworden ist. Denn wie schädlich Plastik ist, wissen wir seit Jahren. Aber lange schien es niemanden zu stören. Warum hat sich das geändert? Vielleicht, weil die Leute das Gefühl haben, Plastik sei außer Kontrolle, vermutet Buranyi. Denn selbst wenn man den Müll trenne: Mikroplastik, zum Beispiel aus dem Abrieb von Autoreifen, sei überall.

Es begann in den 50er-Jahren:

„Unsere enorm produktive Wirtschaft verlangt, dass wir den Konsum zu unserer Lebensweise machen“, schrieb der Ökonom Victor Lebow 1955. „Wir brauchen Dinge, die in immer schnellerem Tempo verbraucht, verbrannt, abgenutzt, ersetzt und entsorgt werden.“ Kunststoff war der perfekte Beschleuniger für diese radikale Veränderung, einfach weil er so billig und leicht zu entsorgen war.

Seit den 70er-Jahren gibt es Versuche, die Plastikflut einzudämmen – weitgehend ergebnislos. Recycling hilft so gut wie nicht. Was also tun? Buranyi schreibt:

Sich mit Plastik zu beschäftigen, bedeutet in gewisser Weise, sich mit dem Konsumverhalten selbst auseinanderzusetzen. Es erfordert, dass wir erkennen, wie radikal unser Lifestyle den Planeten in einer einzigen Generation verändert hat. Und wir müssen uns eingestehen, dass dieser Lebensstil vielleicht zu viel für ihn ist.

Plastik ist überall – und damit auch der Plastikmüll. Wie kam es dazu? Und was können wir tun?
9,3
13 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Klima und Wandel als Newsletter.