Kanäle
Jetzt personalisiertes
Audiomagazin abonnieren
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Klima und Wandel

Daniela Becker
Umweltwissenschaftlerin und Journalistin
Zum piqer-Profil
piqer: Daniela Becker
Donnerstag, 18.06.2020

Ökonomen schlagen vor: EU-Aufbaugelder für Ultra-Rapid-Zug und europäische Seidenstraße

In Kürze werden die Regierungschefs der EU-Länder über den Aufbau eines EU-Wiederaufbaufonds in Höhe von 500 Milliarden Euro verhandeln.

Wissenschaftler*innen des Düsseldorfer Instituts für Makroökonomie, des österreichischen Wirtschaftsinstituts WIIW sowie des französischen Instituts OFCE haben Vorschläge vorgelegt, in welche Projekte die EU das Geld fließen lassen sollte.

So fordern die Ökonomen die Einrichtung eines „Ultra-Rapid-Zugs“, der mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 250 bis 350 Kilometer pro Stunde große europäische Metropolen verbinden soll. Eine Strecke soll etwa über Lissabon, Paris, Berlin, Kopenhagen bis nach Helsinki verlaufen. Die Strecke Paris-Berlin würde sich durch den Schnellzug auf rund vier Stunden halbieren, schreiben die Wirtschaftswissenschaftler.

Insgesamt soll es vier solcher europäischen Schnellzugstrecken geben. Deutschland würde dank seiner geografischen Lage im Herzen Europas besonders von dem Aufbau eines solchen Netzes profitieren. Selbst schnelle Zugreisen an den äußersten Rand Europas, etwa nach Süditalien oder ins Baltikum, wären möglich.

Durch den Umstieg vom Flieger auf die Bahn würden sich die CO2-Emissionen um vier bis fünf Prozentpunkte reduzieren, heißt es in der Analyse. Da gleichzeitig mehr Frachtverkehr über den Schienenweg abgewickelt werden könnte, würde dies nochmals die Emissionen im Straßenverkehr drosseln.

Kosten würde die 18250 Kilometer lange Strecke demnach rund 1,1 Billionen Euro. Das Schnellverkehrsnetz macht damit allein mehr als die Hälfte des gesamten Investitionsprogramms aus.

Der zweite große Baustein der Infrastruktur-Offensive, den die drei Institute vorschlagen, ist eine „europäische Seidenstraße“ nach chinesischem Vorbild.

Die europäische Infrastruktur sei in einem „schlechten Zustand“, konstatieren die Forscher. Eine europäische Seidenstraße biete die Möglichkeit, „die Industriezentren im Westen Europas mit den weniger entwickelten Regionen im Osten zu verbinden“.

Deswegen lautet der Vorschlag durchgängige, moderne Handelsrouten von Südfrankreich bis Moskau und von Norditalien bis nach Georgien und Kasachstan zu bauen. Dabei sollen auch neue Hafen- und Logistikzentren entstehen, als auch neue elektrifizierte Autobahnen und Schnellzugverbindungen.

Eine solche „europäische Seidenstraße“ würde zu einem durchschnittlich 3,5 Prozent höheren Wirtschaftswachstum führen und über zehn Jahre zwei Millionen Menschen entlang der Route in Beschäftigung bringen, kalkulieren die Forscher.

Ökonomen schlagen vor: EU-Aufbaugelder für Ultra-Rapid-Zug und europäische Seidenstraße
8,3
10 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Kommentare 5
  1. Andreas P.
    Andreas P. · vor 18 Tagen

    Jeder der Vorschläge hat einen Planungsvorlauf von mindestens 10 Jahren, wahrscheinlich eher 25 Jahren, bis signifikant Geld verbaut werden kann. Der Vorschlag passt also nicht zu sofort verfügbaren Mitteln, die unters Volk sollen.

    Ich erwarte eher, dass mit dem größten Teil des Geldes nicht wettbewerbsfähige Unternehmen erworben und alimentiert werden, womit der Status quo der Schwachen so weit verfestigt wird, dass sie es noch weniger aus eigener Kraft schaffen werden, aus der Schwäche zu entkommen. Im Ergebnis wird der Teil Europas, der das Geld ausgibt wie Süditalien im Verhältnis zu Norditalien, bestehend aus dem Teil Europas, der das Geld aufbringt. Nach allem was bekannt ist, wird Deutschland im Ergebnis ca. 200 Mrd. in andere Länder transferiert haben. Und das, wenn ich Recht habe nicht zum Vorteil der Empfänger.

    1. Felix TheC
      Felix TheC · vor 18 Tagen

      Das stimmt leider, deswegen ist gerade dieser Vorschlag in die Zukunft zu investieren ja so interessant. Hiermit würde man etwas neues aufbauen was langfristig Europa hilft.

    2. Andreas P.
      Andreas P. · vor 18 Tagen

      @Felix TheC Ja, nur das dazu erforderliche Geld wird es noch weniger geben könne, wenn wir jetzt alles ohne Zukunfts-Mehrwert ausgeben.

    3. Felix TheC
      Felix TheC · vor 18 Tagen

      @Andreas P. Gebe ich dir komplett recht. Wir sollten nicht alle Unternehmen retten. Es gibt durch das günstige Zinsniveau viele Unternehmen die kaum überlebensfähig sind aber durch den billigen Zugang zu Geld trotzdem überleben. Die sollten nicht gerettet werden. Sondern das Geld in Zukunftstechnologien stecken, wie etwas Wasserstoff oder auch eine Infrastruktur an Elektrotankstellen.
      Ich glaube das hatte die Politik bisher auch im Blick. Auch wenn es natürlich immer ein Kompromiss ist.

    4. Andreas P.
      Andreas P. · vor 18 Tagen

      @Felix TheC So ist es, nur dass es sich in der Rückschau leider regelmäßig nicht um Zukunftstechnologien handelte, wenn der Staat sie als solche bezeichnet und gefördert hat.

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Klima und Wandel als Newsletter.

Abonnieren

Deine Hörempfehlungen
direkt aufs Handy!

Einfach die Hörempfehlungen unserer KuratorInnen als Feed in deinem Podcatcher abonnieren. Fertig ist das Ohrenglück!

Öffne deinen Podcast Feed in AntennaPod:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Downcast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Instacast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Podgrasp:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Bitte kopiere die URL und füge sie in deine
Podcast- oder RSS-APP ein.

Wenn du fertig bist,
kannst du das Fenster schließen.

Link wurde in die Zwischenablage kopiert.

Öffne deinen Podcast Feed in gpodder.net:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Pocket Casts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.