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Klima und Wandel

Daniela Becker
Umweltwissenschaftlerin und Journalistin
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piqer: Daniela Becker
Mittwoch, 29.06.2016

Never-ending story Gorleben: Kommission beschließt Endlager-Kriterien

Wer sich ein wenig mit Atomenergie beschäftigt, dem muss dieser Text wie ein Déjà-vu vorkommen. Nach zwei Jahren Arbeit hat die Endlagerkommission des Bundestages nun Kriterien für die Suche nach einem Atommüll-Endlager beschlossen. Kriterien, wohlgemerkt – keine Standorte!

Laut den Vorschlägen der Kommission soll Atommüll künftig in einem Bergwerk gelagert werden. Vorgaben zu den Gesteinen wurde nicht gemacht, sodass in jedem Bundesland mit geeignetem Untergrund wie Salz-, Ton- oder Granit-Formationen ein Endlager denkbar ist. Anders als früher hat man sich auf Rückholbarkeit der Abfälle verständigt. Der Gedanke: falls technische Neuerungen entwickelt wurden, mit denen sich der Müll sicher verwerten lässt, soll diese möglichst problemfrei anwendbar sein. Einig waren sich die Kommissionsmitglieder auch beim generellen Exportverbot für hoch radioaktive Abfälle. Transporte in ärmere Länder, die sich durch die Einlagerung des gefährlichen Guts ein Zubrot verdienen wollen, sind damit vom Tisch.

Die Kommissionsmitglieder wollten in ihrem Abschlussbericht den seit Jahren umstrittenen und von einer standhaften Protestbewegung verteidigten Standort Gorleben im Wendland nicht ausschließen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lehnt den Abschlussbericht der Endlager-Suchkommission daher ab, obwohl er zuvor an der Kriterienfindung mitwirkte.

Auf der Grundlage des Berichts sollen die Bundestagsabgeordneten ein Standortauswahlgesetz entwickeln und die Kriterien für das künftige Atommüll-Lager gesetzlich festlegen. Erst danach soll die wissenschaftliche Untersuchung potenzieller Endlager beginnen. Die Kommission hält einen Standort-Beschluss vor 2058 für unrealistisch.

Der Bericht wird ab 5. Juli auf der Homepage der Kommission unter www.endlager-kommission.de oder www.bundestag.de/endlager abrufbar sein.

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