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Klima und Wandel

Nach der Flut: Eine Flut von Lügen

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
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Nick ReimerFreitag, 16.07.2021

Es wird derzeit viel gelogen, wenn es um die Flutkatastrophe in Westdeutschland geht. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz erklärte via Facebook beispielsweise: "Wir müssen gemeinsam helfen, aber auch gemeinsam – Bund, EU und alle Regionen – mehr dafür tun, dass wir den Klimawandel aufhalten." Dabei sind es Scholz und seine Partei, die gerade die nächste Infrastruktur vorantreiben, die die Erdatmosphäre weiter schädigen wird: der Ausbau der Erdgas-Importtechnologie.

Die Zusammenhänge von Klimawandel und steigendem Starkregenrisiko sind bekannt und gut beschrieben. FDP-Chef Christian Lindner hat schnelle Unterstützung des Bundes für die Opfer der Unwetterkatastrophe im Südwesten gefordert – lehnt Klimaschutz etwa im Verkehr aber weiterhin ab. Nicht-Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) warnt die EU sogar "vor zu hohen Klimazielen" – dankt aber den Einsatzkräften, die "wirklich Hervorragendes leisten". Parteikollege Innenminister Horst Seehofer erklärt zur Flut: "Niemand kann bezweifeln, dass diese Katastrophe mit dem Klimawandel zusammenhängt". Ohne zu erwähnen, dass er seit Jahren beim Klimaschutz in der Bundesregierung auf die Bremse tritt.

Die vermutlich dreisteste Lüge stammt von Armin Laschet, dem Kanzlerkandidaten der Union. Der sagte beim Ortsbesuch im besonders betroffenen Hagen: "Wir nehmen diese Starkwetterereignisse, Hitzeereignisse wahr, sie sind verbunden mit Klimawandel." Und dann erklärt Laschet (bei Minute 6:48): "Deshalb ist Nordrhein-Westfalen eines der Länder, das am meisten tut gegen den Klimawandel."

Das ist eine glatte Lüge! Hier die Fakten: Im "Bundesländerranking zur erfolgreichen Nutzung Erneuerbarer Energien" liegt Nordrhein-Westfalen auf Platz 13, nur Sachsen, Berlin und das Saarland sind schlechter. Seitdem Vattenfall das Kohlekraftwerk Moorburg in Hamburg abgeschaltet hat, gibt es kein Bundesland, das so viel Strom aus Kohle erzeugt wie NRW: Mehr als 65 Prozent waren es im bevölkerungsreichsten Bundesland 2017. (Die Erhebung stammt aus dem Jahr 2019, neue Daten gibt es noch nicht.) Aus erneuerbaren Quellen stammten dagegen nur 12 Prozent des Stroms.

Der "Sechste Bundesländervergleich erneuerbare Energien" des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung kommt zu dem Schluss: Bei den "Anstrengungen zum technologischen und wirtschaftlichen Wandel" sind nur vier Bundesländer schlechter als NRW, weniger "Erfolge beim technologischen und wirtschaftlichen Wandel" hat sogar nur ein Land aufzuweisen: das Saarland. Bei der Anzahl der Patente zu Erneuerbaren Energien, bezogen auf die Einwohnerzahl liegt Nordrhein-Westfalen auf Platz 11, hier sind nur Brandenburg, Thüringen, Hessen, Bremen und das Saarland schlechter.

"Wir brauchen mehr Tempo bei den Maßnahmen zum Klimaschutz", sagt Armin Laschet nach der Flut. Ausgerechnet der Mann, der als eine seiner ersten Amtshandlungen das Klimaministerium in Nordrhein-Westfalen abgeschafft hat. Die Zahl der Todesopfer hat sich übrigens auf 80 erhöht.

Nach der Flut: Eine Flut von Lügen

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Kommentare 1
  1. Kerstin Susanne Andersson
    Kerstin Susanne Andersson · vor einem Tag

    Darauf sollten die Politiker antworten... So ist der Vorwurf im Raum ohne Erklärungen.

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