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Klima und Wandel

Ralph Diermann
Energiejournalist
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piqer: Ralph Diermann

Landgrabbing: Neuer Kolonialismus oder Chance für Afrikas Landwirtschaft?

Mosambik gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung gilt als unterernährt. Dabei gäbe es genug landwirtschaftliche Flächen, um zumindest die größte Not zu lindern. Doch fast ein Drittel des Ackerlandes ist im Besitz ausländischer Firmen, die dort mit modernster Technik Lebensmittel für den Export, vor allem nach Südafrika, produzieren. „Landgrabbing“ nennen Experten dieses Phänomen, das auch in vielen anderen afrikanischen Staaten zu beobachten ist.

Ein Skandal? Ja, klar. Andererseits: In vielen Ländern Afrikas bringen die Ackerflächen weitaus weniger Ertrag als möglich wäre, da die Landwirtschaft sehr kleinteilig und wenig technisiert ist – und weil der Kontinent in vielen Regionen besonders stark unter dem Klimawandel leidet. Ausländische Investitionen ziehen einen Wissens- und Technologietransfer nach sich, der es möglich macht, dort in großem Stil Lebensmittel zu produzieren. Davon profitiert auch die lokale Bevölkerung. So argumentieren zumindest diejenigen, die im Landgrabbing eine Chance für die afrikanische Landwirtschaft sehen (und diesen Begriff natürlich niemals verwenden würden).

Was auf den ersten Blick wie ein neuer Kolonialismus aussieht, hat also noch eine zweite Seite. In einem langen, mit vielen interessanten Links gespickten Beitrag machen die "Welt"-Autoren Inga Michler und Ernst August Ginten deutlich, dass es falsch wäre, Landgrabbing pauschal in Bausch und Bogen zu verdammen (der reißerischen Headline zum Trotz). Klar wird in diesem Beitrag aber auch, dass die Investitionen in den meisten Fällen eben nicht der lokalen Bevölkerung zugutekommen. Und dass industrielle Effizienz in der Landwirtschaft kein Allheilmittel ist, nirgendwo auf der Welt.

Landgrabbing: Neuer Kolonialismus oder Chance für Afrikas Landwirtschaft?

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