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Klima und Wandel

Thomas Wahl
Dr. Phil, Dipl. Ing.
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Thomas Wahl
Community piq
Donnerstag, 12.09.2019

Konsens ist kein Beweis, Panik kein guter Ratgeber aber wirksame Maßnahmen sind bitter nötig

Ehe wir uns gerade in Deutschland, in dem wohl Weltuntergangszenarien ernster genommen werden als anderswo, weiter zerfleischen und in Panik weitere teure aber unwirksame „Energiewenden“ starten, sollten wir noch mal etwas breiter reflektieren. Angenommen,

 die vielen Forderungen von Verboten und Appelle an Verzicht, die in Deutschland derzeit landauf, landab laut werden, würden erfüllt – was würde das bewirken? Selbst wenn in Deutschland morgen alle Kohlekraftwerke und Verbrennungsmotoren stillgelegt, alle Inlandsflüge und der Verzehr von Fleisch und Wurst verboten und sämtliche Industriebetriebe dicht gemacht würden – am Ausstoß von Treibhausgasen würde das im Weltmaßstab praktisch nichts ändern. ..... Das typische Argument „aber einer muss anfangen, dann ziehen die anderen nach“ verfängt nicht, denn ein Deutschland, in dem Industrie und Freiheit am Boden liegen, wäre sicher kein Vorbild, das für andere Länder attraktiv wäre. Im Gegenteil, es wäre ein abschreckendes Beispiel und damit nicht nur unwirksam, sondern erst recht kontraproduktiv für das Erreichen des 1,5 Grad-Ziels.

Fünf Staaten - China, USA, Indien, Russland, Japan - sind für mehr als die Hälfte der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Außer Japan gilt in keinem dieser Länder Deutschland oder gar die EU als gesellschaftliches oder gar moralisches Vorbild. Sie werden uns nicht folgen. Dazu kommt die weiter wachsende Weltbevölkerung.

Nichts tun ist natürlich auch keine Alternative. Wir müssen uns einerseits auf den Klimawandel vorbereiten und gleichzeitig den CO2-Anstieg und Gehalt reduzieren.  Dabei sollten wir uns auf unseren Erfindergeist besinnen. Der Artikel nennt wichtige Maßnahmen - von CO2-Entnahme-Technologien über moderne Atomkraft bis hin zu synthetischer Biologie für angepasste Pflanzen. Und statt hier alles abzuschalten, Wirtschaftswachstum generell zu verteufeln, sollten wir z.B. Afrika beim Aufbau einer energieeffizienten Wirtschaft helfen.

 

Konsens ist kein Beweis, Panik kein guter Ratgeber aber wirksame Maßnahmen sind bitter nötig
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Kommentare 11
  1. Hansi Trab
    Hansi Trab · Erstellt vor 11 Tagen · Bearbeitet vor 11 Tagen

    Ich kann das Argument "sie werden uns nicht folgen" nicht mehr hören. Hatte Indien 2014 noch 2650 MW installierte Photovoltaikkapazität, waren es 2019 bereits 30 GW, also nur noch 10 GW weniger als in Deutschland. Das sind Wachstumsraten, von denen können wir hier nur träumen. Und das ist nur der Anfang. China hatte 2017 noch 100 GW und 2018 178 GW. Das Betragen auf internationaler Bühne ist doch nur Schaumschlägerei mittels derer sie ihre Verhandlungsposition stärken wollen.

    Wir sollten aufhören, uns immer als Vorreiter zu verstehen. Niemand muss uns folgen! Die machen das schon alle ganz allein. Deshalb müssen nicht "wir" anfangen. Wir müssen nur (endlich wieder) mitmachen, nachdem wir uns von den Lobbies und Bremsern die Energiewende nahezu haben zerlegen lassen. Das ist doch der Punkt.

    Es ist also kein Kampf "David gegen Goliath" und keineswegs sinnlos, wenn wir hier die notwendigen Schritte tun. Dieses Argument, wir wären dann die gutmütigen Dummen, die alles versuchten und sich (angeblich) einschränkten und ihren Lebensstandard herunterführen, während alle anderen weiter munter Party feierten, ist einfach falsch!

    1. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · Erstellt vor 11 Tagen · Bearbeitet vor 11 Tagen

      Wenn man natürlich nur die Wachstumsraten des indischen Solarstromes sieht und nicht die des Kohlestromes und wenn man dann noch vergißt die Bevölkerungszahl zu nennen und den Industrialisierungsgrad, dann kann man gut träumen. Das wir hier „notwendige“ Schritte tun müssen, bezweifelt der Artikel ja nicht. Nur welche sind das, wenn der Klimawandel mit oder ohne uns weitergeht? Und in welchem Tempo sollte hier was erfolgen?

    2. Hansi Trab
      Hansi Trab · Erstellt vor 11 Tagen ·

      @Thomas Wahl https://www.forbes.com...

      Und ab 2022 wollen sie gar keine neuen Kohlekraftwerke mehr bauen.

    3. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · Erstellt vor 11 Tagen ·

      @Hansi Trab Solche euphorischen Berechnungen zur Wind- und Solarenergie kennen wir ja aus D. Ich weiß nicht, wie Greenpeace da gerechnet hat. Sind da die Speicher und Leitungskosten dabei oder geht es nur um Nettokosten. Sicher werden auch die veralteten Kohlekraftwerke den Durchschnitt drücken. Es werden ja wohl die Kosten neu installierter Windanlagen mit dem Durchschnitt der existierenden Kohlemeiler verglichen? Wie auch immer, es ist zu begrüßen wenn die Gesetzesvorlage der indischen Regierung umgesetzt würde um dort alternative Energien voranzubringen. Bis jetzt ist es eine überraschende Ankündigung, die durch die Medien rauscht. Indien setzt ja auch noch auf Atomenergie. In dieser Kombination wäre das m.E. sicher erfolgsversprechend. https://www.heise.de/t...

    4. Hansi Trab
      Hansi Trab · Erstellt vor 10 Tagen ·

      @Thomas Wahl Ja, klar sollte man immer auf der Hut sein bei solch euphorischen Berechnungen. Andererseits ist es schon recht gut beobachtbar, dass die abrupte und rasant verlaufende Bevorzugung von Solar und Photovoltaik in Indien auf die wesentlich niedrigeren Bereitstellungskosten zurückzuführen ist. Wenn man da die Bauzeiten und Kosten für Atomkraftwerke oder Kohlekraftwerke entgegenhält ist die Wahl auch ziemlich einfach. Meine Hoffnung ist, dass sich da ein ähnlicher Sprung (sprich Auslassen von Entwicklungsschritten) ergibt wie er auf dem Telekommunikationsmarkt beobachtbar war.

    5. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · Erstellt vor 10 Tagen · Bearbeitet vor 10 Tagen

      @Hansi Trab Ich denke, dass eine Schwerindustrie und eine nachhaltig, zuverlässig funktionierende Energieversorgung allein mit Solar- und Wind nicht möglich ist. Dazu sind die Energiedichten, der Platzverbrauch, die Stabilität nicht hoch genug. Vernünftige Speicher gibt es nicht ausreichend und sie treiben dann die Kosten hoch. Die geringen Bereitstellungskosten beziehen sich auf die reine Windanlage. N funktionierende Gesamtinfrastruktur wird damit sehr viel teuerer. Insbesondere die Energy Return Faktoren bei Wind sind sehr schlecht. Ich brauche allein für den Bau neuer Windanlagen sehr viele Windanlagen. Heute stellen wir die mit Kohleenergie oder Atom her. Eine Null-CO2-Wirtschaft ohne Atom wird wahrscheinlich nicht funktionieren. Aber wir werden sehen, es ist in der Tat ein evolutionärer Prozess. Man kann allerdings vorschnell falsch abbiegen.

    6. Hansi Trab
      Hansi Trab · Erstellt vor 10 Tagen · Bearbeitet vor 10 Tagen

      @Thomas Wahl Bezüglich Schwerindustrie und Wind bin ich da bis zu einem gewissen Maß d'accord. Es wird Standorte geben, die ohne Atom oder Kohle nicht auskommen werden. Die Frage ist, wieweit der aktuelle Bestand in der Lage ist, für die nächsten Jahre diese Bereitstellung zu leisten. Ein neu zu bauendes Atomkraftwerk ist ja keine kurzfristige Sache. Der Bau dauert ja im Schnitt 25-30 Jahre.

      Glaube aber, dass Indien bei den Erneuerbaren v.a. auf die Sonne, nicht auf Wind setzen wird. Dort sind die von mir angesprochenen geringeren Kosten. Wind könnte in Indien eher dezentral genutzt werden, sprich kleine Leichtlaufräder für Fabriken oder Dörfer zur Selbstversorgung etc. Da kenne ich schon private/unternehmerische Projekte. Man muss immer bedenken, dass Indien einen viel geringeren Netzausbau hat, was natürlich erst einmal nicht positiv klingt. Dafür ist dann aber eben auch Platz für eine Vielfalt dezentraler Lösungen, deren Ausbau keine "Rücksicht" auf die Lobbies lediglich für dauerhafte Grundlast geeigneter Atom- oder Kohlekraftwerke nehmen muss. Darin sehe ich einen wesentlichen strukturellen Vorteil für die Erneuerbaren im Vergleich zu D.

    7. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · Erstellt vor 10 Tagen · Bearbeitet vor 10 Tagen

      @Hansi Trab Dezentrale Lösungen sind ein Anfang in schwach entwickelten Ländern, die erst mal nur geringe Energiedichten benötigen und Unterbrechungen des Stromes gewöhnt sind. Langfristig benötigt man wohl Netze. Indien entwickelt sich schon länger zum Industrieland mit Stahlindustrie, Maschinenbau, Chemie etc.. Kann man mit dezentraler Wind- und Solarenrgie auch heizten, nachhaltigUnternehmen betreiben und mobil sein? Und vor allem, kann man dezentral auch seine Erneuerbaren Energiesysteme erzeugen? Bis heute wohl nicht.

      Und wenn ich sehe, wie die Lobby der Erneuerbaren hier zu Lande funktioniert, dann befürchte ich dort ähnliches. Es ist letztendlich keine Frage von irgendwelchen Lobbys, die wird es immer geben. Es wird eine technisch-energetische und soziale Frage werden.

    8. Hansi Trab
      Hansi Trab · Erstellt vor 10 Tagen ·

      @Thomas Wahl Ja, Indien entwickelt sich einerseits schon länger zum Industrieland. Andererseits sind in weiten Teilen des Landes noch dezentrale Lösungen machbar. Und auch in industriellen Gebieten ist die Versorgung höchst unzuverlässig, die omnipräsenten Dieselgeneratoren werden oft mehrmals täglich gebraucht.

      http://www.moneycontro...

    9. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · Erstellt vor 11 Tagen ·

      Das eigentliche Problem ist ja auch nicht, dass die anderen uns nicht folgen werden, sondern dass damit der Klimawandel nicht aufgehalten wird. Notwendig für Deutschland und auch Europa wäre also ein Gesamtpolitik, die das berücksichtigt. Also Maßnahmen, die sich auf eine längerfristige Erwärmung einstellen. Alles schnell abschalten und nur Wind- und Solarenergie werden zum Kollaps unserer Lebensgrundlagen führen. Das wäre Selbstmord aus Angst vor dem Tod.

    10. Hansi Trab
      Hansi Trab · Erstellt vor 11 Tagen · Bearbeitet vor 11 Tagen

      @Thomas Wahl Ja, die Gesamtpolitik und die Vorbereitung auf langfristige Erwärmung werden schmerzlich vermisst. Meinen Permakulturgarten z.B. baue ich gerade so um, dass dort auch Südfrüchte überwintern können. Wenn das auch Landwirte im größeren Stil machten, hätten wir nicht nur eine Anpassung, sondern auch wesentlich weniger Emissionen. Ich hoffe natürlich vor den Verboten noch immer auf die Vernunft der Marktteilnehmer und die Selbstregulierung des Marktes. Aber ich frage mich auch jeden Tag etwas mehr, woher ich diese Hoffnung eigentlich hernehme.

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