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Klima und Wandel

Ralph Diermann
Energiejournalist

Strom, Wärme und Mobilität – das sind meine Themen. Ich arbeite seit 2008 als freier Energiejournalist u.a. für die Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online, die Neue Zürcher Zeitung und Technology Review.

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piqer: Ralph Diermann
Dienstag, 29.01.2019

„Kapitalismus kann das Klima retten“

Während viele Finanzinvestoren gerade mit Sorge auf die Weltwirtschaft blicken, hat ihr Kollege Jochen Wermuth richtig gute Laune: Energiewende und Klimaschutz böten beste Gelegenheiten für lukrative Investments – man müsse sie nur nutzen. So sei es mit Photovoltaik mittlerweile möglich, für zwei bis drei Cent pro Kilowattstunde Strom zu erzeugen. Rechnet man das auf den Energiegehalt von Rohöl um, entspreche das einem Preis von fünf US-Dollar pro Barrel, also ein Zwölftel der aktuellen Notierung. „Das ist für mich ein Freudenfest“, sagt Wermuth in einem Interview mit Bernhard Pötter von der taz.

Wermuth ist überzeugt, dass die Marktwirtschaft wunderbare Instrumente biete, den Klimawandel wirksam zu begrenzen. Die Politik könne sich darauf beschränken, mit einem die ökologischen und sozialen Kosten der Emissionen abbildenden CO2-Preis die richtigen Leitplanken zu setzen. Doch selbst wenn dies nicht geschehe, „kann der Kapitalismus das Klima retten“, so Wermuth.

Voraussetzung dafür sei allerdings, dass genug Investitionsmittel zur Verfügung stehen. Darin sieht er derzeit das größte Hindernis: Die weltweit größten Investoren – die Pensionskassen – seien von der DNA her konservativ und scheuten deshalb, im großen Stil in neue Segmente einzusteigen. Auf diese Weise führt Wermuth den Divestment-Gedanken weiter: Es reiche nicht aus, Kapital aus fossilen Industrien abzuziehen – es müsse gezielt dort investiert werden, wo es den Klimaschutz voranbringt.

Interessant auch, dass Wermuth vielen seiner Investoren-Kollegen bei diesen Themen komplette Ahnungslosigkeit attestiert. Schwer vorstellbar, dass Finanzinvestoren der Zusammenhang von Klimakrise und Investments unbekannt ist – schließlich reden wir schon seit Jahren über die „Carbon Bubble“. Aber gut, Wermuth hat offenbar andere Erfahrungen gemacht.

Und wer ist Jochen Wermuth? Der 49-Jährige hat 1999 seine eigene Vermögensverwaltung gegründet; die Wermuth Asset Management investiert ausschließlich in grüne Firmen.

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Kommentare 1
  1. Sven Buchien
    Sven Buchien · Erstellt vor 7 Monaten ·

    Okay, erst einmal: Ich finde es wunderbar, wenn Investoren in nachhaltige und Klimaschonende Unternehmen investieren und damit zum Klimaschutz beitragen und nur aufs Klima bezogen, kann das eventuell sogar wirklich die Rettung sein, aber:

    Unsere Existenz - also die der Menschheit - hängt nicht nur vom Klima ab sondern auch von all den anderen Dingen, die wir durch unseren Ressourcenhunger zerstören. Und da wird es dann schon komplizierter, denn Kapitalismus wird immer auf diesen Ressourcenverbrauch aufsetzen, auch wenn er dann einen Grünen anstrich hat, und wird deswegen nicht unsere Lebensgrundlagen retten können. Um den Planeten an sich mache ich mir keine Sorgen, der wird sich erholen, wenn die Menschheit ihn verlassen hat.

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