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Klima und Wandel

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
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piqer: Nick Reimer
Freitag, 17.06.2016

Indiens Wettlauf in die falsche Richtung

Der Kreml hat diese Veranstaltung einst als russische Gegenveranstaltung zum Wirtschaftsforum Davos ins Leben gerufen, wegen des russischen Expansionsdrang war die Veranstaltung in den letzten Jahren aber zu einem provinziellen Randtermin verkommen: der russisch-europäische Wirtschaftsgipfel in Sankt Petersburg.

Dem andauernden Krieg in der Ostukraine zum Trotz wird sich das in diesem Jahr ändern: Die Anzahl internationaler Konzerne, die in Petersburg vertreten sind, hat sich von gut 300 auf 500 erhöht, Italiens Regierungschef Matteo Renzi wird am heutigen Freitag in Russlands zweitwichtigster Metropole erwartet, Italien ist offiziell Gastland des Wirtschaftsgipfel in Sankt Petersburg.

In Renzis Tross sind auch Großkonzerne wie der Ölförderer Eni und Pipelinebauer Saipem, deren Chefs sich zu Gesprächen mit russischen Kollegen treffen wollen. Denn der fossile Wettlauf ist noch längst nicht vorrüber: Anreisen wird auch Dharmendra Pradhan, der Öl- und Gasminister Indiens, mit einer großen Wirtschaftsdelegation.

Im Interview mit der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti erklärte der indische Botschafter, dass Pradhan nach Petersburg reist, um schwergewichtige Verträge mit russischen Partnern zu besiegeln. Es geht um die Beteiligung indischer Konzerne an Ölvorkommen in Sibirien. Genau deshalb sind auch die Italiener angereist.

Indiens Energiebedarf wächst derzeit so rasant, wie sonst niergendwo auf der Welt. Zwar wurde gerade in Südindien ein Solarkraftwerk mit 648-Megawatt-Leistung ans Netz geschlossen - eines der größten weltweit. Aber der Glaube, den Energiebedarf erneuerbar decken zu können, der ist in Indien ähnlich konservativ ausgeprägt, wie in Deutschland. Und so bekommt Putin mit seinem Wirtschaftsforum das, was seine Macht und sein Land ausmacht: den Wettlauf um die fossilen Rohstoffquellen. Zwar ist seit dem Klimavertrag in Paris klar, dass die Mehrheit dieser in der Erde bleiben müssen. Aber Russland muss seine Anexion der Krim ja irgendwie finanzieren.

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