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Klima und Wandel

Importieren wir immer noch Soja von gerodeten Amazonas-Flächen?

Leonie Sontheimer
Freie Journalistin
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Leonie SontheimerDienstag, 24.05.2022

Der Amazonas ist wichtig für das Weltklima und sollte geschützt werden. Darin sind sich wahrscheinlich alle hier einig. Trotzdem kann es sein, dass einige ungewollt und indirekt dazu beitragen, dass der Regenwald immer weiter abgeholzt wird. Maria Mast formuliert es so:

Kein Land in der EU produziert so viel Fleisch wie Deutschland, kein Land auf der Welt so viel Soja wie Brasilien. Für das Fleisch braucht man Soja, zur Fütterung der Hühner, Schweine und Rinder – und um Soja anzubauen, wird in Brasilien Regenwald gerodet.

Das soll aber keineswegs ein piq werden, in dem ich Menschen fürs Fleischessen verurteile. Das geschieht auch in dem hier empfohlenen Beitrag nicht. Stattdessen versucht die Zeit-Redakteurin den Verantwortlichen Informationen und Stellungnahmen abzuringen. Und das sind zum einen die großen Getreidehändler der Welt, wie z. B. Cargill und zum anderen die großen deutschen Händler wie Rewe, Edeka, Lidl oder Metro.

Die Leitfrage: Wird immer noch Soja von gerodeten Amazonas-Flächen nach Deutschland importiert? Die Antwort lautet ja, auch wenn die angefragten Unternehmen sich durch die Bank nicht klar dazu äußern.

Vor zwei Jahren ermittelte ein Forscherteam, dass mindestens ein Fünftel des brasilianischen Sojas, das in Europa landet, auf illegal entwaldeten Flächen angebaut wurde – zu uns kommt es über die Lieferketten der größten Getreidehändler der Welt, denn sie sind es, die die Silos und Häfen betreiben.

Im Artikel geht es viel darum, auf welche Wege die Unternehmen versuchen, diese Information zu vertuschen. Zwei Beispiele:

Die Umweltorganisationen Mighty Earth und Robin Wood ermittelten, dass Händler wie Cargill das Soja in Rotterdam oder Amsterdam auf kleinere Schiffe laden, die es bis zum Örtchen Haren an der Ems fahren. Dort hat Rothkötter, einer der größten deutschen Fleischproduzenten, seinen eigenen Futtermittelhafen. Dieser Umweg über die Niederlande ermöglicht es deutschen Einzelhändlern und großen Getreidelieferanten wie Cargill, weiter zu behaupten, dass sie kein Soja nach Deutschland importierten.

Dieses Beispiel ist mir besonders hängen geblieben:

Satellitendaten zeigen, dass rund um Santarém viel Regenwald verschwunden ist und zahlreiche Soja-Felder entstanden sind, seit Cargill in die Gegend gekommen ist. Eigentlich sollte das Soja-Abkommen dafür sorgen, dass genau das nicht passiert. Stattdessen setzte es eine fatale Kettenreaktion in Gang. Nachdem das Abkommen geschlossen war, zog es Farmer aus dem Süden in den Norden. Viele von ihnen übernahmen Land von Viehbauern, die den Regenwald bereits beseitigt hatten, um ihre Rinder weiden zu lassen. Denn wenn Amazonaswald für Weideflächen gerodet wird und erst später Soja darauf gepflanzt wird, fallen diese Flächen nicht unter das Soja-Moratorium, das nur die Abholzung direkt für Soja verbietet.

Es wird klar, dass es dringend eine funktionierende Zertifizierung für entwaldungsfreies Soja braucht. Und mehr Transparenz von Seiten der Getreidehändler und Supermarktketten!

Der Beitrag ist außerdem lesenswert, weil Maria Mast vor Ort war und mit Indigenen gesprochen hat, die gegen die Rodung sind sowie mit LKW-Fahrern, die das Soja transportieren. Und weil Victor Moriyama ganz schöne Fotos gemacht hat.

Importieren wir immer noch Soja von gerodeten Amazonas-Flächen?

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Kommentare 1
  1. Dominik Lenné
    Dominik Lenné · vor einem Monat

    betrüblich. Ich vermute, dass so eine Zertifizierung nicht so viel bringt, weil wir dann Soja von legal Flächen kaufen und Andere das nun "freigewordene" Soja der illegalen Flächen. Aber vielleicht bin ich auch zu pessimistisch. Klar scheint mir, dass Reduktion von Fleischkonsum *und* -Produktion unvermeidlich ist und weiterhin munter propagiert werden sollte. Denn wir müssen bekanntlich auf 0 (in Worten Null) Emissionen runter, und dazu zählen auch all die landwirtschaftlichen Emissionen.

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